Neue Blutkrebs-Therapie mit Avocados könnte helfen

Fabian Peters
Inhaltsstoff der Avocado eröffnet neue Behandlungsmöglichkeiten bei akutem Blutkrebs
Avocados könnten der Schlüssel für die Entwicklung neuer Behandlungsverfahren der akuten myeloischen Leukämie (AML) sein. Das Forscherteam um Professor Paul Spagnuolo von der University of Waterloo hat ein Lipid der Avocado-Frucht – das Avocatin B – isoliert und dessen Einsatzmöglichkeiten bei der Behandlung des besonders aggressiven Blutkrebs AML getestet. Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „ Cancer Research“ veröffentlicht.

Bislang gestaltet sich die Behandlung von Patienten mit AML äußerst schwierig und 90 Prozent der Betroffenen im Alter über 65 Jahren versterben innerhalb von fünf Jahren an dieser speziellen Form des Blutkrebs, so die Mitteilung der University of Waterloo in Ontario (Kanada). Das nun entdeckte Lipid der Avocado verspreche hier jedoch neue Behandlungsmöglichkeiten. Avocatin B setze direkt an der Wurzel der Krankheit an und bekämpfe die Leukämie-Stammzellen, berichten die Forscher.

A fresh avocado cut in half
Avocado-Inhaltsstoff könnte die Behandlung von akutem Blutkrebs deutlich verbessern. (Bild: grounder/fotolia.com)

Avocado-Wirkstoff greift gezielt die geschädigten Stammzellen an
„Die Stammzellen sind tatsächlich die Zellen, welche die Krankheit vorantreiben“, erläutert Professor Spagnuolo. Sie seien weitgehend für die Entwicklung der AML verantwortlichen und der Grund, warum so viele Patienten mit Leukämie einen Rückfall erleiden. Hier könnte der Wirkstoff aus den Avocados die therapeutischen Möglichkeiten deutlich verbessern. Die Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben viele Testrunden durchgeführt, um festzustellen, wie Avocatin B auf molekularer Ebene funktioniert und konnten dabei beibachten, dass gezielt die Leukämie-Stammzellen angegriffen wurden, während gesunde Zellen unverletzt blieben. Als Medikament könnte der Avocado-Inhaltsstoff die Lebenserwartung und Lebensqualität für die AML-Patienten deutlich erhöhen, schreiben die Forscher.

Vorbereitungen für klinische Studien laufen
Das Avocatin B hat in den Studien nicht nur die Quelle der AML effektiv beseitigt, sondern sei zudem durch die gezielte, selektive Wirkung weniger giftig für den Körper, als andere Wirkstoffe, berichten Professor Spagnuolo und Kollegen. . Nun soll das Avocado-Lipid in klinischen Studien weiter erforscht werden. Zwar sei Avocatin B noch Jahre von einem Einsatz in der Onkologie entfernt, aber es laufen bereits die Vorbereitungen für eine klinische Phase-I-Studie, so die Mitteilung der University of Waterloo. Darüber hinaus sehen die Forscher mehrere weitere Anwendungsmöglichkeiten für Avocatin B jenseits der Onkologie und das Medikament sei nur eine von mehreren vielversprechenden Verbindungen der Avocado. (fp)

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