Behandlungsfehler oft bei Zahnärzten & Heimen

Nina Reese

Medizinischer Dienst der Krankenversicherung stellt neue Daten vor

06.05.2014

Neue Daten zum Thema Behandlungsfehler: Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) hat am heutigen Dienstag eine aktuelle Statistik zu Behandlungsfehlern in Kliniken und Arztpraxen in Berlin vorgestellt. Demnach hatte der MDK im Jahr 2013 rund 14.600 Mal ein Gutachten bei einem vermuteten Behandlungsfehler erstellt – in 3.700 Fällen bestätigte sich der Verdacht.

14.585 Behandlungsfehlervorwürfe im Jahr 2013 untersucht
Wie der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) in einer aktuellen Pressemitteilung berichtet, hatten die Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) im vergangenen Jahr insgesamt 14.585 Behandlungsfehlervorwürfe untersucht. Knapp 70 Prozent (10.183) der Vorwürfe hatten sich dabei gegen Krankenhäuser gerichtet, die restlichen 30 Prozent (4.402 Fälle) betrafen einen niedergelassenen Arzt oder eine niedergelassene Ärztin. Damit waren zwar gut 2.000 Fälle mehr als im Vorjahr untersucht worden (12.483 Gutachten) – die Zahl der bestätigten Fehler sei jedoch hingegen etwas gesunken, berichtet der MDS. Demnach waren die Gutachterinnen und Gutachter des MDK knapp 3.687 Mal zu dem Ergebnis gekommen, dass tatsächlich ein Behandlungsfehler vorlag (2012: 3.900), was einem Anteil von 25,3% entspricht. Der Unterschied zwischen dem stationären und ambulanten Sektor war dabei gering: Von den 10.183 Fällen, die sich gegen Krankenhäuser gerichtet hatten, wurden 24,8% bestätigt, von denen die niedergelassene Ärztinnen und Ärzte betrafen, bestätigten die MDK-Gutachter 26,4% der Fehler-Vorwürfe.

Rückgang der bestätigten Fälle: Trend oder zufällige Schwankung?
„Im Vergleich zu den Vorjahren hat die Zahl begutachteter Behandlungsfehlervorwürfe zugenommen – und zwar um 17 Prozent. Dies führen wir auf die Aufklärungsarbeit der vergangenen Jahre und die gestiegene öffentliche Aufmerksamkeit, aber auch auf das 2013 in Kraft getretene Patientenrechtegesetz zurück.“, so Dr. Stefan Gronemeyer, Leitender Arzt und stellvertretender Geschäftsführer des MDS. Ob der Rückgang der bestätigten Fälle nun allerdings ein Trend oder eine zufällige Schwankung sei, bleibe abzuwarten, so Gronemeyer weiter.

Orthopädie, Unfallchirurgie und Allgemeinchirurgie am häufigsten betroffen
Wie bereits in den Jahren zuvor hatten die Patientinnen und Patienten laut MDK die meisten Vorwürfe im Zusammenhang mit Operationen erhoben, am häufigsten waren hier die Orthopädie bzw. Unfallchirurgie und die Allgemeinchirurgie mit Behandlungsfehlervorwürfen konfrontiert worden, die nächsten Plätzen wurden von Zahnmedizin und Gynäkologie belegt. „Im Verhältnis zur Zahl der Vorwürfe werden die meisten Behandlungsfehler aber in der Pflege und in der Zahnmedizin bestätigt. Auch dies entspricht dem Bild der Vorjahre“, so Prof. Dr. Astrid Zobel, Leitende Ärztin Sozialmedizin des MDK Bayern. Dennoch seien der Medizinerin nach dadurch keine Rückschlüsse auf die Qualität der Behandlungen generell oder auf besonders fehlerträchtige Facharztgruppen möglich – denn bei den präsentierten Zahlen handele es sich um absolute Zahlen, die jeweils im Verhältnis zur Gesamtzahl der Behandlungen in der jeweiligen Disziplin betrachtet werden müssten. (nr)

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