Behörden empfehlen auch Schwangeren Grippe-Impfung

Heilpraxisnet

Gesundheit: Bundesbehörden empfehlen auch Schwangeren Grippe-Impfung.

(13.09.2010) Die Grippesaison steht vor der Tür und so rufen die deutschen Gesundheitsbehörden insbesondere ältere und chronisch kranke Menschen, aber erstmals auch die Schwangeren zur Schutzimpfung auf. Der Impfstoff schützt laut Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek vor den drei häufigsten Influenza-Virustypen inklusive der Schweinegrippe, welche nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch ab kommenden Herbst wieder in Deutschland auftreten wird.

Oktober und November sind nach Aussage der Gesundheitsbehörden der optimale Zeitraum für Grippeschutzimpfungen, wobei das Immunsystem etwa zehn bis vierzehn Tage benötigt, um den Impfschutz aufzubauen. Wer auf diese Weise vorsorgt, „schützt nicht nur sich selbst vor einer schweren Influenza-Erkrankung, sondern vermeidet auch eine Ansteckung anderer", erklärt der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger. Generell warnen diese Experten davor Grippe als Infektionskrankheit zu unterschätzen, während nicht nur aus der Naturheilkunde der Hinweis erfolgt, auch die Nebenwirkungen der Impfungen nicht zu unterschätzen. So erhoffen sich die Gesundheitsbehörden durch die eingehenden Aufforderungen zur Grippe-Impfung, dass die Impfquoten in der Bevölkerung steigen und die Gefahr von große Grippewellen somit reduziert wird. Impfquoten von 50 bis 60 Prozent, wie sie in skandinavischen Ländern die Regel sind, währen nach Ansicht des RKI-Präsidenten Burger langfristig auch für Deutschland wünschenswert.

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Kritiker, wie der Autor und Impfexperte Dr. Martin Hirte weisen daraufhin, dass auch die ökonomischen Dimensionen hinter den Impfungen bedacht werden sollten, da die Produktion und der Vertrieb der Stoffe ein riesiges Geschäft darstellen.

Jedes Jahr erkranken Millionen Menschen in Deutschland an Grippe, wobei dies für bestimmte Risikogruppen wie Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem, chronischen Lungenerkrankungen, Herzkreislaufkrankheiten oder Diabetes eine ernsthafte gesundheitliche Bedrohung darstellen kann. Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut gehen davon aus, dass in der vergangenen Grippesaison 2009/2010 rund 2,9 Millionen zusätzliche Arztbesuche sowie 5.300 influenzabedingte Einweisungen in Kliniken stattgefunden haben. Zudem seien Influenza-Erkrankte rund 1,5 Millionen mal arbeitsunfähig geschrieben worden. Insgesamt habe es sich somit trotz Schweinegrippe nur um eine mittelstarken Grippewelle gehandelt.

Dass die Empfehlung zur Impfung erstmals auch auf Schwangere ausgeweitet wird, ist nach Aussage der Experten durch ein bei ihnen deutlich erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe zu erklären. Außerdem sollte nach Ansicht der Fachleute das Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen und in der Altenpflege sich auf jeden Fall impfen lassen, um eine Ansteckung der betreuten Patienten zu vermeiden. So ist laut Birte Kirschbaum von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) die Impfquote bei medizinischem Personal mit rund 20 Prozent viel zu gering. Um eine höhere Durchimpfungsrate bei den Risikogruppen zu erreichen, werden allen 65.000 niedergelassenen Ärzte neue Informationsmaterialien von der BzgA zur Verfügung gestellt.

Für diesen Winter hat das für die Zulassung der Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bislang die Freigabe von 20,5 Millionen Impfdosen erteilt, wobei der Impfstoff jährlich neu von der WHO empfohlen wird. Dabei galt die Kombination der Influenzastämme A und B mit dem H1N1-Virus in dem aktuellen Impfstoff Fluvax junior® als relativ unproblematisch, da es sich um einen traditionellen Spaltimpfstoff handelt, der ohne die umstrittenen Wirkverstärker der Impfstoffe auskommt, welche in Europa gegen die Schweinegrippe verwendet wurden. Bei den Impfungen die in Australien schon im Mai anlässlich der einsetzenden Grippe-Saison durchgeführt wurden, traten jedoch zahlreiche Nebenwirkungen auf. So litten einige Patienten nach der Verabreichung an Fieberkrämpfen und ein zweijähriges Kind verstarb ohne bekannte Vorerkrankungen innerhalb von 12 Stunden nach der Impfung. Aus diesen Gründen ist die australische Regierung dazu übergegangen, gesunden Kindern von der Grippeimpfung mit Fluvax Junior abzuraten. Im Rahmen derartiger Meldungen bleibt zu bezweifeln, ob die Patienten in Zukunft häufiger den Ratschlägen zur jährliche Grippe-Impfung folgen werden und eine Impfquote erreicht wird, die den Idealvorstellungen der Gesundheitsbehörden (50 bis 60 Prozent) entspricht. Denn nicht nur in der Naturheilkunde besteht eine große Skepsis gegenüber den Impfmitteln, die neben den Wirkstoffen zum größten Teil noch Konservierungsstoffe enthalten, die Formaldehyd und Quecksilberverbindungen enthalten können. Da die Grippeviren zum Teil in Hühnereiweiss vermehrt werden, sollen nach Medienberichten auch Menschen mit Allergien hier vorsichtig sein. (fp, Tf)