Bei Arbeitsunfällen werden am häufigsten Hände verletzt

Sebastian
Arbeitsunfälle: Vor allem Hände verletzt, Männer besonders betroffen
Die Hände waren im vergangenen Jahr das Körperteil, das am häufigsten bei einem Arbeitsunfall verletzt wurde. In mehr als 22.000 Fällen wurden die Hände durch Werkzeuge, laufende Maschinen oder andere Ursachen in Mitleidenschaft gezogen.

Hände waren das am häufigste verletzte Körperteil
Wie die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) mitteilte, geht aus ihrer aktuellen Unfallstatistik hervor, dass die Hände im Jahr 2014 das bei einem Arbeitsunfall am häufigsten verletzte Körperteil waren. Demnach wurden im vergangenen Jahr über 22.000 Mal die Hände von Beschäftigten in den Mitgliedsbetrieben der BG ETEM durch Werkzeuge, laufende Maschinen oder andere Ursachen verletzt. Dies sind den Angaben zufolge fast 40 Prozent aller rund 57.000 meldepflichtigen Arbeitsunfälle. Acht von zehn Fälle betrafen Männer. Mit knapp 30 Prozent geschieht der Großteil der Unfälle beim Umgang mit manuellen Werkzeugen wie Hämmern oder Schraubendrehern.

Bei Arbeitsunfällen sind häufig die Hände betroffen. (Bild: RioPatuca Images/fotolia)
Bei Arbeitsunfällen sind häufig die Hände betroffen. (Bild: RioPatuca Images/fotolia)

Unfälle führen zu Schmerzen und verursachen Kosten
In der Statistik stehen Knöchel und Fuß an zweiter Stelle. Bei fast 17 Prozent der Unfälle wurden sie in Mitleidenschaft gezogen. Kniegelenke oder Unterschenkel wurden bei rund zehn Prozent der Unfallanzeigen als betroffener Körperteil angegeben. Unfälle sorgen bei den Betroffenen nicht nur für Schmerzen, sondern verursachen auch Kosten. So hat allein die BG ETEM nach eigenen Angaben für die medizinische Behandlung und anschließende Rehabilitationsmaßnahmen aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle, Wegeunfälle sowie der Berufskrankheiten im Jahr 2014 gut 814 Millionen Euro ausgegeben.

Zunahme der bestätigten Berufskrankheiten
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), in der die vereinten Berufsgenossenschaften und die öffentlichen Unfallkassen vereinigt sind, hatte in den vergangenen Jahren von einem Rückgang der Unfallzahlen berichtet, aber auch von einer Zunahme der Zahl der bestätigten Berufskrankheiten. Anfang dieses Jahres hatte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales verschiedene neue Krankheiten in der Berufskrankheiten-Liste aufgenommen. Darunter zum Beispiel das Karpaltunnelsyndrom, dass unter anderem durch erhöhten Kraftaufwand der Hände ausgelöst werden kann. Die gesetzliche Unfallversicherung wird im Gegensatz zur Kranken- oder Rentenversicherung komplett vom Arbeitgeber bezahlt. Die BG ETEM ist die gesetzliche Unfallversicherung für rund 3,8 Millionen Beschäftigte in mehr als 200.000 Mitgliedsbetrieben. (ad)