Bei der Mediterranen Ernährung sind sogar einige Fette gesund

Wissenschaftliche Untersuchungen haben immer wieder die gesundheitlichen Vorteil der mediterranen Ernährungsweise belegen können. Man muss dabei nicht mal auf Fett verzichten. (Bild: volff/fotolia.com)
Alfred Domke
Mediterrane Ernährung reduziert Risiko für Herzinfarkt und Co – trotz Fett
Unsere Ernährung wirkt sich auf die Gesundheit und somit auch auf die Lebenserwartung aus. Eine gesunde Ernährung sollte laut Experten nicht zu viele Kalorien und nur wenig Zucker, Salz und Fett enthalten. Doch Fett kann der Gesundheit offenbar auch gut tun, zumindest als Bestandteil mediterraner Kost.

Die gesunde mediterrane Küche
Experten heben immer wieder die Vorteile der gesunden mediterranen Küche hervor. Italienische, spanische oder portugiesische Gerichte sind nicht nur äußerst lecker, sondern haben aufgrund der Zutaten oft auch einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit.

Erst kürzlich berichteten Mediziner in der Fachzeitschrift „European Heart Journal“, dass eine mediterrane Ernährung bei Herzkreislauf-Beschwerden vor Herzinfarkten und Schlaganfällen schützt. Und kanadische Wissenschaftler wiesen nach, dass diese Kost auch das Gedächtnis schützt.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben immer wieder die gesundheitlichen Vorteil der mediterranen Ernährungsweise belegen können. Man muss dabei nicht mal auf Fett verzichten. (Bild: volff/fotolia.com)
Wissenschaftliche Untersuchungen haben immer wieder die gesundheitlichen Vorteil der mediterranen Ernährungsweise belegen können. Man muss dabei nicht mal auf Fett verzichten. (Bild: volff/fotolia.com)

Nicht mal auf Fett muss man verzichten
Besonders positiv: Um sein Risiko für Herzinfarkt, Diabetes und Krebs zu senken, muss man bei mediterraner Ernährung offenbar nicht mal auf Fett verzichten. Wissenschaftler um Hanna Bloomfield vom Minneapolis VA Medical Center haben nun die derzeitige Faktenlage zusammengetragen und analysiert.

Wie die „Ärzte Zeitung“ berichtet, konzentrierten sie sich dabei auf Studien, die den Effekt einer mediterranen Diät ohne generelle Fettrestriktion in der Primär- und Sekundärprävention untersucht haben. Ihre Ergebnisse wurden vor kurzem im Fachmagazin „Annals of Internal Medicine“ veröffentlicht.

Hoher Fettanteil mit Nüssen und Olivenöl ergänzt
In ihrer Untersuchung wurden die Ergebnisse der PREDIMED-Studie („Prevención con Dieta Mediterránea“) einbezogen, einer Untersuchung aus Spanien mit 7.447 Männern und Frauen im Alter von 55 bis 80 Jahren. Der Fettanteil der mediterranen Kost, die entweder mit Nüssen oder mit nativem Olivenöl ergänzt worden war, betrug hier immerhin bis zu 40 Prozent des Tagesenergiebedarfs.

Das Risiko der Probanden für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall verringerte sich mit dieser Kost um relative 29 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe, die angehalten wurde, sich fettarm zu ernähren. Auch das Risiko für einen Typ-2-Diabetes fiel um 30 Prozent geringer aus. Auf die Gesamtsterblichkeit hatte diese Ernährungsweise jedoch keinen Einfluss.

Brustkrebsrisiko wird gesenkt
Des Weiteren ließ sich in der PREDIMED-Studie durch mediterrane Kost auch das Brustkrebsrisiko relativ um 57 Prozent senken. Es gebe auch Hinweise darauf, dass diese Ernährungsweise das Risiko für andere Tumorarten senken kann. Ob mediterrane Kost kognitiven Störungen und Demenz vorbeugen kann, ist nicht eindeutig geklärt.

Es gibt zwar eine Studie, derzufolge mit der Mittelmeerdiät die Häufigkeit milder kognitiver Störungen um etwa 50 Prozent gesenkt werden konnte, doch eine weitere Untersuchung fand keine entsprechende Assoziation.

Besser als eine fettarme Diät
Eine andere Analyse der PREDIMED-Studie, die im Fachmagazin „The Lancet Diabetes & Endocrinology“ veröffentlicht wurde, zeigte zudem, dass eine mediterrane Ernährung, die reich an pflanzlichem Fett aus Olivenöl oder Nüssen ist, das Körpergewicht besser senkt als eine fettarme Diät.

Wie bei den meisten Ernährungsstudien bleiben allerdings einige Fragen offen. Da viele neue Erkenntnisse aus der PREDIMED-Studie stammen, in der der Effekt der Mittelmeerkost bei Hochrisikopatienten untersucht worden war, ist nicht klar, ob sich deren Ergebnisse auch auf andere Bevölkerungsgruppen reproduzieren lassen.

Da es außerdem keinen eindeutigen und allgemein akzeptierten Konsens zur Definition der mediterranen Diät gibt, sind solche Vergleiche schwierig zu interpretieren. Auch die Autoren der aktuellen Studie weisen darauf hin, dass untersucht werden müsste, ob die beobachteten Effekte einzelnen Komponenten der mediterranen Kost oder der Gesamtkomposition zuzuschreiben sind. (ad)

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