Bei Gicht auf Bier und Ölsardinen verzichten

Heilpraxisnet

Verzicht auf Alkohol und fettige Nahrungsmittel kann Gicht-Beschwerden lindern

12.09.2014

Wer von Gicht betroffen ist, sollte seiner Gesundheit zuliebe am besten ganz auf fettige Mahlzeiten und Alkohol verzichten. Der Grund: Durch diese Ernährungsumstellung könnten laut der Medizinerin Rieke Alten die Beschwerden deutlich gelindert werden. Demnach sollten bestimmte purinhaltige Nahrungsmittel wie Innereien, Ölsardinen und Bier ganz vermieden werden, so die Expertin anlässlich des 42. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

Harnsäurekristalle in Gelenken führen zu schmerzhaften Entzündungen
Patienten, die an der Stoffwechselerkrankung Gicht leiden, sollten fettige Mahlzeiten und Alkohol am besten vollständig meiden, so die Empfehlung der Chefärztin der Abteilung Rheumatologie an der Schlosspark-Klinik Berlin, Rieke Alten, gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Der Grund: Bei Gicht kommt es infolge einer hohen Harnsäurekonzentration im Blut zu einer Anreicherung von Harnsäurekristallen in Gelenken und Gewebe. Dadurch kann es dort zu akuten oder chronischen Entzündungen kommen, zudem kann die langfristige Schädigung der Niere zu einer Niereninsuffizienz führen. Dementsprechend zielt die Behandlung darauf ab, den Harnsäurespiegel dauerhaft (auf unter sechs Milligramm pro Deziliter) zu senken.

Beschwerdefreiheit mithilfe purinarmer Ernährung
Da Harnsäure durch den Abbau sogenannter „Purine“ entsteht, könne jedoch neben entsprechenden Medikamenten auch eine purinarme Ernährung dabei helfen, die Beschwerden zwischen den Schüben deutlich zu lindern. Dies erklärte die Expertin im Vorfeld des 42. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, welcher ab 17. September in Düsseldorf stattfinden wird. Wichtig sei hier insbesondere die Reduzierung von Alkohol und Fett, denn „Übergewicht ist ein Risikofaktor für die Entwicklung von Gicht", berichtet Alten. Deshalb sollten Betroffene unbedingt Abnehmen und auf die eigene Fitness achten, beispielsweise durch Treppensteigen, Spazierengehen, Radfahren und Tanzen.

Innereien, Ölsardinen und Bier ganz vermeiden
Um bei der Diät nicht in die „Jo-Jo-Falle“ zu geraten und den Harnsäurespiegel konstant niedrig zu halten, sollte jedoch nur auf wenige Lebensmittel komplett verzichtet, andere Produkte könnten hingegen „in Maßen“ verzehrt werden. Tabu wären dementsprechend vor allem Innereien, Ölsardinen und Bier, ebenso sollten weitere purinhaltige Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Spinat, Brokkoli, Fruchtsäfte und Cola eher vermieden werden. Unbedenklich sei hingegen purinarme Kost wie Mischbrot, Reis, Milch, Joghurt und Salat. Neben dem sollten Gicht-Patienten auf Empfehlung des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen darauf achten, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, damit sich die für die Anfälle verantwortliche Harnsäure im Blut verdünnen kann. Daher sollten Betroffene täglich mindestens zwei, besser noch drei Liter trinken, vor allem Wasser, aber auch Kräuter- oder Früchtetee. (nr)

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