Bei Harninkontinenz hilft Beckenbodentraining

Astrid Goldmayer

Statt Medikamente: Bei Harninkontinenz hilf Training für den Beckenboden

12.01.2012

Durch ständiges Husten kann bei Frauen eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur entstehen, die zur Harninkontinenz führen kann. Betroffenen wird geraten, einen Arzt aufzusuchen und ihre Muskulatur zu trainieren. Durch spezielle Beckenbodenübungen kann den Beschwerden vorgebeugt werden.

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Beim Husten Beckenboden anspannen
Frauen, die an einer chronischen Bronchitis leiden, rät Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte, beim Husten ihren Beckenboden anzuspannen. Dadurch werde der Druck auf das Beckenbodengewebe verringert. Ein spezielles Beckenbodentraining kann helfen, eine Harninkontinenz in den Griff zu bekommen. Aufgrund der unterschiedlichen Anatomie sind Frauen wesentlich häufiger als Männer von einer Beckenbodenschwäche betroffen.

Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte rät Betroffenen dringend bei Harninkontinenz einen Arzt aufzusuchen, denn diese könnte verschiedene Ursachen haben. Übergewicht, chronische Verstopfung, Schwangerschaften und Geburten sowie schweres körperliches Arbeiten können Gründe für eine Überdehnung der Muskeln in der Beckenregion sein. Als Folge dieser Überdehnung kann es zudem zum Absenken verschiedener Organe kommen. Davon können unter anderem Blase, Gebärmutter und Mastdarm betroffen sein. Kommt es zur Organabsenkung kann dadurch die Inkontinenz verschlimmert werden.

Was ist Beckenbodentraining?
Unter dem Begriff Beckenbodentraining werden spezielle Übungen zusammngefasst, die die Muskulatur des Beckenbodens stärken. Ein kräftiger Beckenboden ist wichtig, um einer Harninkontinenz vorzubeugen, denn Schlingen der Beckenbodenmuskulatur bilden den Blasenmuskel. Sind sie zu schwach, kommt es auch zur Beeinträchtigung der Funktion des Blasenmuskels.

Spezielles Beckenbodentraining umfasst Entspannungs- und Anspannungsübungen der Beckenbodenmuskulatur. Obwohl die Übungen in der Regel leicht zu erlernen sind, ist es ratsam zunächst einen Physiotherapeuten oder eine Hebamme aufzusuchen, denn Voraussetzung für ein erfolgreiches Beckenbodentraining ist das gezielte Wahrnehmen und isolierte Anspannen des Beckenbodens. Da diese Muskulatur nicht sichtbar im Inneren des Körpers liegt, fällt es vielen Menschen schwer, diesen Bereich bewusst zu spüren.

Neben gezielten Übungen können auch kleine Gewichte, sogenannte Feminakonen, oder Liebeskugeln, die in die Vagina eingeführt werden, helfen, die Beckenbodenmuskulatur zu trainieren. (ag)

Bild: Bodo Schmitt / pixelio.de