Bei Herzschwäche unbedingt die Eisenwerte checken lassen

Alfred Domke

Patienten mit Herzschwäche leiden häufig an Eisenmangel

Rund zwei bis drei Millionen Menschen in Deutschland leiden an Herzinsuffizienz. Bei bis zu 60 Prozent der Patienten tritt Eisenmangel als Begleiterkrankung auf. Dieser beeinträchtigt die Lebensqualität zusätzlich. Daher sollten bei Herzschwäche-Patienten regelmäßig die Eisenwerte überprüft werden.

Eisenwerte bei Herzschwäche-Patienten prüfen

Gesundheitsexperten zufolge leiden etwa zwei bis drei Millionen Menschen in Deutschland an einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Als Folge dieser Erkrankung ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Obwohl bei 35 bis 60 Prozent der Betroffenen Eisenmangel als Begleiterkrankung auftritt, ist es bislang unüblich, bei ihnen die Eisenwerte zu überprüfen. Die Deutsche Herzstiftung fordert die routinemäßige Überprüfung des Eisenstoffwechsels bei allen Patienten mit Herzschwäche.

Bislang ist es unüblich, bei Patienten mit Herzinsuffizienz die Laborwerte des Eisenstoffwechsels zu überprüfen, obwohl bei bis zu 60 Prozent der Betroffenen Eisenmangel als Begleiterkrankung auftritt. Experten fordern nun die routinemäßige Überprüfung der Eisenwerte bei allen Patienten mit Herzschwäche. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Lebensqualität wird beeinträchtigt

Ein Eisenmangel führt unter anderem zu Müdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche und beeinträchtigt die Lebensqualität.

Zudem wird der Organismus der oftmals von weiteren Herz-Kreislauf-Leiden wie Bluthochdruck und Rhythmusstörungen zusätzlich belasteten Patienten allgemein anfälliger für Krankheiten.

„In Anbetracht der Häufigkeit und klinischen Folgen des Eisenmangels sollte bei allen Patienten mit Herzschwäche routinemäßig der Eisenstoffwechsel überprüft werden“, sagte Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung in einer Mitteilung.

Ob auch das Fortschreiten der Herzschwäche und der vorzeitige Herztod durch Eisenmangel mitbedingt sind, ist bis heute ungeklärt. „Die experimentellen Ergebnisse sprechen jedoch dafür“, erläuterte der Kardiologe.

So zeigte sich etwa in einer Untersuchung mit Mäusen, dass Eisenmangel Herzinsuffizienz verschlimmert.

Da es Eisenmangel bei Herzschwäche auch ohne jede Blutarmut gibt, sollte Blutarmut nicht als einziger Anlass für eine Überprüfung des Eisenstoffwechsels gelten.

Eisenmangel kann viele Ursachen haben

Meistens spielen für Eisenmangel mehrere Ursachen eine Rolle. Wenn gleichzeitig eine Blutarmut besteht, muss geprüft werden, ob der Patient bislang unbemerkt Blut über den Magen-Darmtrakt verliert. Die Blutungsquellen solcher Mikroblutungen sind häufig schwierig zu finden.

Eisen wird bei Patienten mit Herzschwäche vermindert aus dem Darm aufgenommen und vermehrt im Organismus benötigt.

Der Herzmuskel benötigt ebenfalls Eisen und nach experimentellen Befunden ist der Eisengehalt des Herzmuskels bei Patienten mit Herzschwäche vermindert.

Auch wenn keine Herzschwäche vorliegt, wird allgemein empfohlen, bei einem möglichen Eisenmangel dringend zum Arzt zu gehen.

Körperlich leistungsfähiger durch Eisenzufuhr

Eine Eisenzufuhr führt zu einer Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, zu einer Verbesserung der Lebensqualität und zu weniger Krankenhausaufenthalten.

Zudem macht mehr Eisen das Herz belastbarer, wie sich in einer Studie von Wissenschaftlern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gezeigt hat.

Aber: „Eine Eisenzufuhr über eisenhaltige Tabletten ist nicht möglich, weil bei Herzschwäche eisenhaltige Tabletten vom Darm nicht aufgenommen werden können“, erläutert Prof. Meinertz.

Auch mit Hausmitteln gegen Eisenmangel kommt man hier nicht weiter.

Eine effektive Zufuhr ist durch eine wiederholte intravenöse Gabe von 500-1.000 mg Eisen-Carboxymaltose zu erreichen. In der Dauertherapie muss diese Injektion etwa alle drei Monate erfolgen. Wichtig zu merken: Eisenmangel gibt es auch ohne Blutarmut. (ad)