Bei Sehproblemen: Medikamente bunt kennzeichnen

Sebastian

Bei Sehproblemen älterer Menschen: Die Medikamente bunt kennzeichnen

19.10.2011

Arzneimittelverpackungen sehen sich oftmals sehr ähnlich, obwohl unterschiedliche Medikamentenwirkstoffe enthalten sind. Vor allem ältere Patienten mit Sehproblemen greifen daher vielmals zu falschen Arzneimitteln. Ein Abhilfe könnten bunte Aufkleber sein, wie die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) erläuterte. Durch unterschiedliche Farben können die Heilmittel von älteren Menschen mit Seheinschränkungen besser unterschieden werden.

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Tricks zur besseren Unterscheidung von Medikamenten
Gerade älteren Menschen und Patienten mit Sehschwierigkeiten greifen in der Hausapotheke zu den falschen Medikamenten. Das kann fatale Folgen für die Gesundheit haben, wie die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker berichtet. Als Beispiel nannte die Kommission eine mögliche Verwechselung von kurz- und lang-wirkendem Insulin. Werden die Wirkstoffe miteinander vertauscht, kann eine akute Unterzuckerung des Diabetes-Patienten erfolgen. Als Hilfsmaßnahme sind bunte Aufkleber dienlich, um ähnliche Medikamentenverpackungen unterscheidbar zu machen. Alternativ können auch farbige Klebebänder, Filzklebepunkte oder gut tastbare Aufkleber aus Sandpapier an den Arzneimittel-Verpackungen angebracht werden. Sind bei Wirkstoffpflastern die Einreißkerben der Verpackung schlecht ersehbar, sollten sich Patienten Hilfe durch Verwandte oder Pflegekräfte einholen. Diese können dann die Verpackungen am besten markieren. Im Anschluss sollte die Unterscheidbarkeit überprüft werden.

Leiden Menschen unter einer Sehschwäche, können sie auch schlecht die Tropfen von flüssigen Arzneien schlecht abzählen. Eine hilfreiche Variante zur richtigen Dosierung ist das Eintropfen lassen in einen leeren Plastikbecher. So können die Betroffenen die Tropfen hören und zählen. Auch das Ablesen des vielmals sehr kleingedruckten Beipackzettel fällt den meisten Sehbehinderten Menschen schwer. Im Internet können die Erläuterungen der einzelnen Mittel angesagt werden. Unter patienteninfo-service.de finden sich gesprochene und groß bedruckte Beipackzettel der meisten Arzneimittel.

Salben und Tuben in der Apotheke öffnen lassen
Im fortgeschrittenen Alter lässt oft die Kraft der Hände nach. Vielen Menschen fällt es daher nicht leicht, die Kindersicherungen der Mittel zu lösen, einen Siegel abzudrehen oder die Tube einer Salbe per Einstich zu öffnen. Statt sich selbst zu damit zu quälen, kann das Medikament bereits in der Apotheke geöffnet werden. Der Apotheker kann auch demonstrieren, wie „die richtige Anwendung eines Medikament“ funktioniert, erläuterte Wolfgang Kircher, Apotheker und Mitglied der Apotheker-Kommission. „Das gilt besonders für technisch aufwendig verpackte Medikamente wie Augentropfen, Trockensäfte oder Medikamente zur Inhalation.“

Medikamente stellen lassen
Verwandte oder Betreuer können die Medikamente in handelsüblichen Dosierbehältnisse nach Tageszeit und Wochentag vorsortieren. Das kann einmal pro Woche jeweils am Wochenanfang geschehen. Hierdurch können Unter-, Falsch- oder Überdosierungen vermieden werden. (sb)

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Bild: Gerd Altmann / pixelio.de