Beim Babybrei Nudeln und Reis statt nur Kartoffeln

Heilpraxisnet

Alternative Getreidebeilagen können das Risiko für eine Glutenunverträglichkeit senken

24.07.2014

Bekommt ein Baby nach einigen Monaten alternativ zu den Milchmahlzeiten nach und nach auch Brei, wird normalerweise zuerst der Mittagsbrei eingeführt, der meist aus Gemüse, Kartoffeln und Fleisch besteht. Auf Anraten der Kinder- und Jugendärztin Prof. Hildegard Przyrembel könnten hier jedoch häufiger auch kleine Mengen Nudeln oder andere Getreideprodukte verwendet werden – denn dadurch könne das Risiko für eine spätere Glutenallergie gesenkt werden.

Umstellung auf Beikost sollte möglichst langsam erfolgen
Frühestens mit Beginn des fünften, spätestens aber mit Beginn des siebten Monats sollten Eltern auf Empfehlung des Netzwerks „Gesund ins Leben“ bei ihrem Baby mit der so genannten „Beikost“ beginnen, um das Kind mit ausreichend Energie und Nährstoffen zu versorgen. Die Umstellung sollte dabei langsam erfolgen, denn das Kind benötigt eine gewissen Zeit, um sich an das neue Essen zu gewöhnen und die Verdauung umzustellen. Dementsprechend wird normalerweise zuerst die mittägliche Milchmahlzeit durch den Mittagsbrei ersetzt, der meist aus Kartoffeln, Gemüse und Fleisch besteht. Doch das muss nicht sein, denn „der Brei kann ab und zu durch kleine Mengen Nudeln oder andere Getreideprodukte ergänzt werden“, so Prof. Hildegard Przyrembel, Kinder- und Jugendärztin im Netzwerk Gesund ins Leben gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“.

Reis, Bulgur oder Couscous als Alternative zu Kartoffeln
Neben Kartoffeln könnten dem Kind demzufolge also nicht nur Nudeln, sondern auch andere Getreide-Beilagen wie Reis, Bulgur oder Couscous angeboten werden, wobei zunächst am besten nur eine kleine Menge zum Brei gegeben werden sollte. Auf diesem Wege könne sich das Kind langsam an das so genannte „Klebereiweiß“ Gluten gewöhnen, womit Proteine gemeint sind, die in großen Menge in Weizen und Dinkel sowie in geringeren Mengen auch in vielen anderen Getreidesorten wie beispielsweise Roggen und Gerste enthalten sind.

Betroffene von Zölliakie müssen strikter Diät folgen
Bekommt das Kind noch während der Stillzeit bereits parallel Glutenhaltige Lebensmittel, könne dadurch das Risiko für eine spätere Unverträglichkeit gemindert werden, so die Expertin weiter. Ein vielversprechender Tipp, denn wer von einer solchen „Zölliakie“ betroffen ist, muss seine kompletten Essgewohnheiten umstellen, um möglichst beschwerdefrei zu bleiben. Bleibt dies aus, können glutenhaltige Lebensmittel bei Betroffenen eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut hervor rufen, wodurch Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können und typische Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Gesichtsblässeauftreten. Für eine ausgewogene Ernährung sollten natürlich nach wie vor auch Kartoffeln auf dem Speiseplan fürs Kind stehen: „Die mehlig kochenden Kartoffelsorten eignen sich am besten, da sie sich besonders gut pürieren lassen“, so Przyrembel. (ag)

Bild: Helene Souza / pixelio.de