Beiträge der PKV steigen an

Sebastian

Im Zuge der Gesundheitsreform wurden die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen erhöht. Beinahe von der Öffentlichkeit unbemerkt erhöhen auch zahlreiche Private Krankenversicherungen (PKV) ihre Beitragssätze. Dennoch befindet sich die Branche im Aufwind. Fachleute gehen davon aus, dass in diesem Jahr rund 300.000 Menschen in die PKV wechseln.

01.02.2011

Seit Jahresbeginn haben zahlreiche Anbieter von privaten Krankenversicherungen Beitragserhöhungen angekündigt oder bereits durchgeführt. Teilweise sind die Erhöhungen recht unwesentlich und betragen im Schnitt nur einige Euro-Cent-Beträge. Einige Anbieter heben die Beitragssätze ihrer Tarife allerdings sogar im zweistelligen Bereich an. Eine Beitragserhöhung der PKV müssen Versicherte allerdings nicht ohne so weiteres hinnehmen. Betroffen sind nicht nur die Vollversicherungen, sondern auch auch die Beihilfeversicherung, die Krankentagegeldversicherung, die Pflegezusatzversicherung sowie die Ergänzungsversicherungen zur gesetzlichen Krankenkasse.

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Kündigungsrecht macht Wechsel möglich
Erhöht die PKV ihre Tarife, können Versicherte von ihrem außerordentlichen Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Dadurch ist es möglich, den Anbieter zu wechseln und einen eventuell günstigeren Tarif mit gleichen Leistungen in Anspruch zu nehmen. Allerdings können Verbraucher das eingeräumte Kündigungsrecht nur innerhalb von vier Wochen nach in Anspruch nehmen. Gesundheitsökonomen befürworten den aktiven Vergleich von Versicherungsanbietern, da hierdurch der Markt belebt wird. Denn anders als bei den Gesetzlichen Krankenkassen werden die PKV- Tarife durch den Gesetzgeber nicht gedeckelt. Hier bestimmt der Markt und die Nachfrage die Beiträge. Mitbewerber im Krankenversicherungsmarkt stellen somit die einzige Preisbremse für die Verbraucher dar.

PKV Wechsel sollte gut überlegt sein
Ein Wechsel sollte allerdings immer gut überlegt sein, wie die Verbraucherzentralen mahnen. Verbraucher sollten die angebotene Gesundheitsleistungen und Tarife der unterschiedlichen Anbieter genau vergleichen. Auch das Alter, die derzeitige Lebenssituation und Zukunftspläne spielen dabei eine gewichtige Rolle. Bereits die Abwahl von Zusatzleistungen wie Chefarztbehandlung oder Ein-Bett Unterbringungen in Kliniken könnte enorme Kosten sparen. Daher sollte ein Wechsel langfristig bedacht sein und ein Wechsel nicht überstürzt stattfinden. Bei Lockangebote mit extrem niedrigen Beitragssätzen ist große Vorsicht geboten. Solche Angebote verteuern sich zum späteren Zeitpunkt und bieten kaum Leistungen.

Trotz der derzeitigen Beitragserhöhungen rechnet die Branche mit einem deutlichen Zuwachs von Neukunden. Die im Zuge der Gesundheitsreform beschlossenen Erleichterungen für einen Wechsel von Angestellten in die PKV wird das Neukundengeschäft beleben, wie es hieß. Mit etwa 30.000 Neukunden bis Ende des Jahres rechnet die Versicherungsbranche. (sb)