Bereits drei Todesopfer in Verbindung mit umstrittener Dengue-Impfung

Alfred Domke

Todesfälle in Verbindung mit Dengue-Impfstoff des Pharmakonzerns Sanofi

Auf den Philippinen werden drei Todesfälle mit einem umstrittenen Impfstoff gegen Dengue-Fieber in Verbindung gebracht. In den vergangenen Jahren waren Hunderttausende Kinder mit dem Präparat des französischen Pharmakonzerns Sanofi geimpft worden.


Drei Todesfälle auf den Philippinen werden mit Dengue-Impfstoff in Verbindung gebracht

Laut Medienberichten hat eine Untersuchung der philippinischen Regierung ergeben, dass drei Todesfälle in dem südostasiatischen Land mit einem umstrittenen Impfstoff gegen Dengue-Fieber in Verbindung gebracht werden. In den vergangenen Jahren waren über 800.000 Kinder mit dem Präparat Dengvaxia des französischen Pharmaherstellers Sanofi geimpft worden.

Auf den Philippinen werden drei Todesfälle mit einem Impfstoff gegen Dengue-Fieber in Verbindung gebracht. Hunderttausende Kinder waren mit dem umstrittenen Medikament des französischen Pharmakonzerns Sanofi geimpft worden. (Bild: Richard Villalon/fotolia.com)

Trotz Impfung gestorben

Wie ein Vertreter des philippinischen Gesundheitsministeriums mitteilte, war die Untersuchung nach dem Tod von 14 Kindern nach der Gabe von Dengvaxia – dem ersten Dengue-Impfstoff der Welt – in Auftrag gegeben worden, berichtet die „Deutsche Welle“ (DW).

In drei Fällen sei ein kausaler Zusammenhang festgestellt worden. „Sie sind an Dengue gestorben, obwohl ihnen Dengvaxia verabreicht wurde. Zwei von ihnen sind möglicherweise wegen eines Impfstoffversagens gestorben“, so Enrique Domingo vom Gesundheitsministerium.

Neun andere starben demnach aus Gründen, die nichts mit Dengue zu tun hatten, während die Ursache für zwei weitere Todesfälle nicht ermittelt werden könne.

Sanofi wies die Vorwürfe zurück: „Das Expertengremium der University of the Philippines-Philippine General Hospital bestätigte …, dass derzeit keine Beweise vorliegen, die den Dengvaxia-Impfstoff mit einem der 14 Todesfälle in Verbindung bringen“, zitiert der Nachrichtensender „BBC“ aus einer Stellungnahme des französischen Konzerns.

Hunderttausende Kinder geimpft

Das Gesundheitsministerium hatte die Dengvaxia-Impfungen im November gestoppt und eine zehnköpfige Expertengruppe eingerichtet, um festzustellen, ob das Medikament direkt mit dem Tod der 14 Kinder in Verbindung zu bringen sei.

„Diese Ergebnisse stärken die Entscheidung des Gesundheitsministeriums, den Impfstoff zu stoppen. Er ist bei einigen Kindern gescheitert“, sagt Domingo.

„Dengvaxia ist noch nicht für Massenimpfungen geeignet und wir bräuchten noch drei bis fünf weitere Jahre, um zu beobachten und zu überwachen, ob es andere unerwünschte Reaktionen durch den Impfstoff gibt.“

Laut DW waren die 14 Kinder unter den 830.000, die den Impfstoff im Rahmen des ersten öffentlichen Dengue-Immunisierungsprogramms der Welt in den Jahren 2016 und 2017 erhielten.

Eine vernachlässigte Krankheit

Denguefieber wird zu den sogenannten „vernachlässigten Krankheiten“ gezählt. Die Infektionskrankheit wird in den Tropen und Subtropen von der tagaktiven asiatischen Tigermücke übertragen. Auch auf den Philippinen ist Denguefieber weit verbreitet.

Ein wirksames Medikament oder ein sicherer Impfstoff gegen die Tropenkrankheit existiert bislang nicht.

Das klinische Spektrum im Falle einer Infektion reicht von milden Formen, die fast symptomfrei verlaufen, über grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen, bis hin zu Fällen, bei denen es zu inneren Blutungen und Gefäßschäden kommt.

Nicht alle Infizierte entwickeln Krankheitssymptome. Meist dauern die Beschwerden etwa eine Woche. Bei dem Großteil der Betroffenen verschwindet das Denguefieber ohne weitere Folgen.

Um sich vor einer Infektion zu schützen, sollte man Stiche von Moskitos vermeiden. (ad)