Bereits im vollem Gange: Achtung Pollenflug beginnt wieder früher

Alfred Domke
Baldiger Pollenflug: Nach Ende der Kältewelle beginnt die Heuschnupfensaison
Noch bleiben Menschen, die an Pollenallergie leiden, verschont. Doch nach dem Ende der Kältewelle wird in manchen Regionen Deutschlands die Heuschnupfensaison beginnen. Eine frühzeitige Behandlung kann die Symptome lindern.

Ab Mitte des Monats fliegen Haselpollen
Schon seit Jahren zeigt sich, dass die Pollen immer früher fliegen. Zwar blieben Allergiker im Januar dank der Kälte noch verschont, doch nach dem Ende der Kältewelle wird unter anderem in Bayern der Pollenflug-Start erwartet. Darauf hat die Gesundheitsministerin des Freistaats, Melanie Huml, hingewiesen. Ab Mitte Februar könnten erste Haselpollen unterwegs sein, erklärte die CSU-Politikerin.

Schon ab Mitte des Monats werden in Teilen Deutschlands die ersten Pollen fliegen. Allergiker sollten sich rechtzeitig um ihre Behandlung kümmern.(Bild: djoronimo/fotolia.com)

Frühzeitige Behandlung lindert Symptome
„Pollenallergiker sollten deshalb ihre vom Arzt verschriebenen antiallergischen Medikamente rechtzeitig in der empfohlenen Dosierung einnehmen“, erläuterte Huml laut einer Mitteilung des Ministeriums.

„Diese Medikamente können zwar eine Allergie nicht heilen. Aber eine frühzeitige und zielgerichtete Behandlung hilft, die Symptome in den Griff zu bekommen. Betroffenen wird zudem von anstrengenden sportlichen Aktivitäten im Freien bei starkem Pollenflug abgeraten.“

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Jeder fünfte erwachsene Deutsche betroffen
Den Angaben zufolge leidet etwa jeder fünfte Erwachsene in Deutschland an Heuschnupfen. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) geht davon aus, dass allein in Bayern über zwei Millionen Menschen von einer Allergie betroffen sind oder überempfindlich auf bestimmte Stoffe reagieren, darunter rund 330.000 Kinder und Jugendliche.

Etwa 490.000 Erwachsene und circa 85.000 Kinder und Jugendliche leiden demnach an Asthma bronchiale.

Unbehandelte Allergie kann zu Asthma führen
„Wenn eine Allergie unbehandelt bleibt, steigt die Gefahr, dass sie zu Asthma führt. Generell haben etwa 40 Prozent der unbehandelten Allergiker im Schnitt nach acht Jahren chronisches Asthma bronchiale“, erklärte Huml, die selbst Ärztin ist.

„Deshalb ist es wichtig, sich bei Heuschnupfen-Symptomen wie etwa triefender Nase und juckenden Augen, Atemnot oder Husten zeitnah untersuchen zu lassen. Denn leider ist es trotz intensiver Forschung bislang nicht möglich, die Fehlsteuerung des Immunsystems ursächlich zu korrigieren und eine Allergie zu heilen“, so die Gesundheitsministerin.

Hyposensibilisierung und Hausmittel
Laut Fachleuten sollten Betroffene gegebenenfalls Behandlungsmöglichkeiten wie etwa die sogenannte Hyposensibilisierung nutzen, bei der durch den regelmäßigen Kontakt mit den Allergenen die allergische Reaktion überwunden werden soll.

Als Hausmittel bei Heuschnupfen bieten sich unter anderem Nasenduschen an, durch die Pollen und Schmutzpartikel aus der Nase gespült werden.

Vorhersagen der zu erwartenden Pollenkonzentrationen
Statistisch beginnt Anfang März der Pollenflug der Hasel. Danach fliegen in jeweils circa zweiwöchigem Abstand die Pollen von Erle und Birke. „In anderen Bundesländern sind bereits einzelne Haselpollen unterwegs“, ergänzte Huml.

Auf der Webseite des Deutschen Wetterdienstes (DWD) werden in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) die in der Luft zu erwarteten Pollenkonzentrationen dargestellt. (ad)