Beschwerden nicht unterschätzen: Bei Heuschnupfen-Symptomen zum Arzt

Alfred Domke

Kreuzallergien möglich: Bei Heuschnupfen-Symptomen besser einen Arzt aufsuchen

Rund 16 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden unter Heuschnupfen. Die Folgen einer Pollenallergie sollten nicht unterschätzt werden, warnt Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml. Bei typischen Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden, um abzuklären, ob es sich um eine echte Allergie handelt.


Heuschnupfen sollte nicht unterschätzt werden

Fast ein Drittel der deutschen Erwachsenen und rund jedes vierte Kind leidet an einer Allergie. Gesundheitsexperten zufolge ist Heuschnupfen die häufigste Allergieform. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) haben bundesweit rund 16 Prozent der Bevölkerung – also etwa 13 Millionen Menschen – eine Pollenallergie. In manchen Fällen reichen einfache Hausmittel bei Heuschnupfen aus, um die Symptome zu lindern. Doch manchmal wird auch eine medizinische Behandlung nötig. Unterschätzen sollte man eine Pollenallergie aber keinesfalls, warnt Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Die Folgen einer Pollenallergie sollten nicht unterschätzt werden. Unbehandelter Heuschnupfen kann zu Asthma führen. (Bild: Sandor Jackal/fotolia.com)

Keine Äpfel und Kirschen während Pollenflugsaison

„Wer an Heuschnupfen-Symptomen wie juckenden Augen, triefender Nase oder Husten leidet, sollte unbedingt beim Arzt klären lassen, ob es sich um eine echte Allergie handelt. Denn eine unbehandelte Pollenallergie kann zu Asthma führen“, so die Ministerin.

Huml verwies auf den erwarteten Pollenflug der Birke. Deren Hauptblütezeit liegt in Bayern im April. Fast die Hälfte der Menschen, die allergisch auf Pollen sind, reagiert auf Birkenpollen.

„Es kann auch zu Kreuzallergien kommen, wie etwa bei Birkenpollenallergikern, die auch kein Kernobst vertragen. Sie sollten während der Pollenflugsaison Äpfel und Kirschen meiden“, erklärte die Politikerin, die ausgebildete Ärztin ist.

„Denn wenn Betroffene Allergene zusätzlich über die Nahrung aufnehmen, kann dies die Symptome verschlimmern. Hier kann nur ein Allergietest Aufschluss geben.“

Allergietests bieten unter anderem Hautärzte, Hausärzte, Internisten und Kinderärzte an. Bei konkretem Verdacht auf eine allergische Erkrankung ist die Untersuchung eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Richtige Zubereitung kann helfen

Der DAAB hat weitere Tipps für Betroffene mit einer Kreuzallergie: Da die allergischen Reaktionen durch gleichzeitigen Alkoholgenuss verstärkt werden können, ist dieser zu vermeiden.

Das gilt auch für Stress, denn: „Stresssituationen und Belastung im Alltag können Einfluss auf die allergischen Reaktionen nehmen“, schreibt der DAAB auf seiner Webseite.

Zudem erläutern die Experten, dass in manchen Fällen auch die richtige Zubereitung helfen kann: „Einzelne Obst- und Gemüsesorten werden durch Schälen oder Erhitzen verträglicher. Probieren Sie Apfelkompott anstelle von rohen Äpfeln oder ein Kirschkuchen als Alternative zur frischen Variante.“

Und: „Speziell bei Äpfeln gibt es Sortenunterschiede. Apfelsorten wie Altländer, Gloster und Hammerstein sind gut verträglich.“

Die Experten empfehlen, sich an eine allergologische Ernährungsberatung zu wenden, die sich mit dem Patienten anschaut, wie er bestimmtes Obst oder Gemüse verarbeiten kann, damit er es besser verträgt.

Betroffene sollten grundsätzlich nur auf so viel verzichten wie nötig, aber so viel genießen wie möglich. Denn eine vielseitige Ernährung ist wichtig, um gesund zu bleiben. (ad)