Besserer IQ des Nachwuchses durch die Verabreichung von Jod in der Schwangerschaft

Fabian Peters
Intelligenzquotient der Kinder steigt bei zusätzlicher Jod-Aufnahme in der Schwangerschaft
Jodmangel während der Schwangerschaft kann zu irreversiblen Beeinträchtigungen der kognitiven Fähigkeiten des Nachwuchses führen. Wissenschaftler der University of Birmingham haben nun die Vorteile einer ergänzenden Jod-Einnahme bei Schwangeren in einer umfassenden Modellanalyse ausgewertete und kommen zu dem Schluss, dass hier eine deutliche Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten erreichbar ist. Bei Frauen mit leichtem Jodmangel werde durch die Jod-Einnahme während der Schwangerschaft der IQ des Nachwuchses signifikant erhöht, schreiben die Forscher um Prof. Tracy Roberts von der University of Birmingham in dem Fachmagazin „The Lancet Diabetes and Endocrinology“.

Die Wissenschaftler haben in ihrer Modellanalyse auch eine Bewertung der ergänzenden Jod-Einnahme unter Kostengesichtspunkten vorgenommen und hierfür den monetären Wert eines zusätzlichen IQ-Punktes bestimmt. Mit der Jod-Aufnahmen während der Schwangerschaft war den vorliegenden Daten zufolge die durchschnittliche Verbesserung des IQ um 1,22 Punkte verbunden, berichten die Forscher. Allein unter Gesichtspunkten des späteren Einkommens habe sich aus den bewerten Studien bereits ein deutlicher Kostenvorteil der Jod-Einnahme ableiten lassen, schreiben Prof. Roberts und Kollegen.

Durch die Jod-Einnahme in der Schwangerschaft steigt der durchschnittliche IQ. (Bild: Romolo Tavani/fotolia.com)
Durch die Jod-Einnahme in der Schwangerschaft steigt der durchschnittliche IQ. (Bild: Romolo Tavani/fotolia.com)

Jodmangel Ursache für kognitive Beeinträchtigungen
Jodmangel in der Schwangerschaft ist laut Aussage der Co-Autorin Prof. Kate Jolly „die häufigste Ursache für vermeidbare Behinderung weltweit.“ Bereits leichter Jodmangel während der Schwangerschaft sei mit einem niedrigeren IQ der Kinder assoziiert. Insgesamt leben 1,88 Milliarden Menschen weltweit in den 32 Staaten, die als Länder mit Jodmangel bekannt seien, berichten die Forscher weiter. Obwohl während der Schwangerschaft und Stillzeit der Jod-Bedarf steige, gebe es in den betroffenen Staaten vielfach keine Empfehlungen zur Jod-Supplementierung bei schwangeren Frauen. Der Grund seien oftmals die vermeintlich zu hohen Kosten für die zusätzliche Jod-Aufnahme. Doch auch unter finanziellen Gesichtspunkten spreche alles für die Jod-Einnahme.

IQ um durchschnittlich mehr als einen Punkt gestiegen
Die Wissenschaftler haben bei der Datenauswertung festgestellt, dass durchschnittlich 1,22 IQ-Punkte durch die Jod-Einnahme gewonnen wurden, was mit einem höheren Einkommen im späteren Lebensverlauf einherging. Demgegenüber seien Kosten im Gesundheitswesen angefallen, die deutlich geringer waren, als der volkswirtschaftliche Mehrwert durch das erhöhte Einkommen. Zudem hätten sich auch im Gesundheitsbereich Einsparungen durch die verbesserte Gesundheit des Nachwuchses ergeben. Für Großbritannien sei daher eine staatliche Empfehlung zur zusätzlichen Jod-Einnahme während der Schwangerschaft durchaus angeraten. Dies gelte auch für die übrigen Staaten, in denen die Bevölkerung tendenziell unter Jodmangel leide. So lasse sich eine Verbesserung der durchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten des Nachwuchses erreichen, die sich später nicht nur auf Ebene des Einkommens auszahle. (fp)