Beste Freunde vor 41 Jahren als Säuglinge ausgetauscht– mit Absicht

Einer der schlimmsten Alpträume für Eltern ist, dass ihre Kinder im Krankenhaus vertauscht werden könnten. Leider passiert das immer wieder. In Kanada haben nur zwei Männer erfahren, dass sie vor 41 Jahren vertauscht wurden. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)
Alfred Domke
DNA-Test zeigt: Freunde bei der Geburt in Klinik vor 41 Jahren vertauscht
Zwei kanadische Ureinwohner, die seit Jahren miteinander befreundet sind, haben nun erfahren, dass sie bei ihrer Geburt vor 41 Jahren vertauscht wurden. Bestätigt wurde dies durch DNA-Tests. Es handelte sich dabei wohl nicht um eine Verwechslung, sondern womöglich um ein absichtliches Austauschen der Babys.

Wenn Neugeborene vertauscht werden
Es ist wohl einer der schlimmsten elterlichen Alpträume, dass Babys in der Klinik vertauscht werden könnten. Leider passiert es immer wieder. So wurde etwa im vergangenen Jahr über einen Prozess in Frankreich berichtet, bei dem Eltern Schadensersatz forderten, da ihre Babys 20 Jahre zuvor in einer Klinik vertauscht worden waren.

Teilweise dauert es noch länger, bis die Wahrheit ans Licht kommt. Zwei Kanadier haben nun erfahren, dass sie vor 41 Jahren als Babys in der Klinik vertauscht wurden. Dies passierte womöglich absichtlich.

Einer der schlimmsten Alpträume für Eltern ist, dass ihre Kinder im Krankenhaus vertauscht werden könnten. Leider passiert das immer wieder. In Kanada haben nur zwei Männer erfahren, dass sie vor 41 Jahren vertauscht wurden. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)
Einer der schlimmsten Alpträume für Eltern ist, dass ihre Kinder im Krankenhaus vertauscht werden könnten. Leider passiert das immer wieder. In Kanada haben nur zwei Männer erfahren, dass sie vor 41 Jahren vertauscht wurden. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)

Zwei Freunde vor 41 Jahren vertauscht
Laut „CBC News“ sind zwei seit vielen Jahren befreundete Kanadier bei ihrer Geburt vor 41 Jahren vertauscht worden. Demnach erklärte David Tait Jr. vom Stamm der Cree unter Tränen auf einer Pressekonferenz in Winnipeg, der Hauptstadt der Provinz Manitoba, dass jüngste DNA-Tests gezeigt hätten, dass er leibliches Kind der Frau sei, die seinen Freund Leon Swanson aufgezogen habe. In derselben Klinik waren in den 1970er Jahren schon mal zwei Neugeborene vertauscht worden.

DNA-Tests brachten die Wahrheit ans Licht
Die beiden Freunde waren im Abstand von drei Tagen geboren worden. Leon Swanson kam am 31. Januar 1975 in dem von der Regierung verwalteten Krankenhaus für Ureinwohner in der kleinen Gemeinde Norway House zur Welt. Am 3. Februar folgte David Tait Jr. Die DNA-Tests bewiesen nun, dass die beiden Männer jeweils von der biologischen Mutter des anderen großgezogen wurden.

Tait erklärte, alle Beteiligten wollten „Antworten“ haben, wie das passieren konnte. „Wir haben keine Worte.“ Er selbst sei „verstört, verwirrt, wütend“.

Nicht die erste Verwechslung in der Klinik
Schon im vergangenen November war bekannt geworden, dass in derselben Klinik und im selben Jahr zwei andere Babys vertauscht worden waren. Dieser Fall sorgte dafür, dass sich auch Tait und Swanson testen ließen.

Wie „CBC“ berichtet, will Kanadas Gesundheitsministerin Jane Philpott nun die Hintergründe der beiden Vorfälle untersuchen lassen. Sie bot auch allen Personen, die Mitte der 1970er Jahre in dem Krankenhaus geboren wurden, DNA-Tests an. Das Krankenhaus war bekannt als das „Geburtszentrum“ des nördlichen Manitoba, weil es in den 1970er die einzige Klinik in der Region war.

Bessere Gesundheitsversorgung für indigene Bevölkerung
In einer Erklärung hieß es: „Die Ergebnisse dieser Überprüfung werden veröffentlicht. Fälle wie dieser sind eine bedauernswerte Erinnerung daran, wie dringlich die Notwendigkeit ist, allen Menschen der indigenen Bevölkerung eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung zur Verfügung zu stellen.“

Die Ureinwohner Kanadas stellen zwar nur eine Minderheit im Land dar, wenn es aber um wirtschaftliche oder gesellschaftliche Benachteiligung geht, ist ihr prozentualer Anteil an der Gesamtbevölkerung sehr hoch.

Kriminelle Taten
Der ehemalige Minister Eric Robinson sagte zu den Vorfällen: „Ich kann das nur als kriminell beschreiben. Mit einem Fehler können wir leben, aber zwei Fehler ähnlicher Art können nicht einfach als Versehen abgetan werden, aus meiner Sicht war es vielmehr eine kriminelle Tat“. Er fügte an: „Hier wurden Leben gestohlen.“ (ad)

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