Betrinken ohne Reueschmerzen? Forscher erfinden katerfreien Alkohol

Alfred Domke
Neuer Alkohol soll keinen Kater mehr verursachen
Der Discobesuch, die Geburtstagsparty oder die Firmenfeier: An so manchen Abenden schaut der ein oder andere etwas zu tief ins Glas. Am nächsten Morgen erwacht man dann mit schlimmen Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. In Zukunft soll sich das ändern. Britische Forscher haben angeblich einen Alkohol entwickelt, der keinen Kater mehr verursachen soll.

In Zukunft kein alkoholbedingter Kater mehr
Der Morgen nach so mancher Party beginnt häufig mit einem schlimmen Kater. Ein Brummschädel, Schwindel, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen lassen uns dann oft schwören, es nie wieder, mit dem Alkohol zu übertreiben. In Zukunft werden solche Vorsätze vielleicht nicht mehr nötig sein, denn bis 2050 wird es laut britischen Forschern keinen alkoholbedingten Kater mehr geben.

Nach einer durchzechten Nacht stellen sich meist schlimme Kopfschmerzen und Übelkeit ein. Doch britische Forscher haben nun eine Substanz entwickelt, die die Wirkung von Alkohol imitiert, ohne unangenehme Nebenwirkungen zu verursachen. In Zukunft könnte es den Rausch also ohne Kater geben. (Bild: Africa Studio/fotolia.com)
Nach einer durchzechten Nacht stellen sich meist schlimme Kopfschmerzen und Übelkeit ein. Doch britische Forscher haben nun eine Substanz entwickelt, die die Wirkung von Alkohol imitiert, ohne unangenehme Nebenwirkungen zu verursachen. In Zukunft könnte es den Rausch also ohne Kater geben. (Bild: Africa Studio/fotolia.com)

Neue Substanz soll Wirkung von Alkohol imitieren
David Nutt, Professor für Neuropsychopharmakologie am Imperial College in London behauptet, einen synthetischen Alkohol entwickelt zu haben, der die Leber nicht schädigt und keinen Kater verursacht. Die Wirkung der Substanz mit dem Namen „Alcosynth“ soll die Wirkung von herkömmlichem Alkohol imitieren, ohne zu den unangenehmen Folgen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und trockenem Mund zu führen.

Genießbare Drinks, die die Leber nicht schädigen
Gegenüber dem britischen „Independent“ erklärte der Wissenschaftler, dass er bereits für 90 Variationen von „Alcosynth“ Patentanträge gestellt habe. Zwei davon würden derzeit auf ihre Verträglichkeit getestet. Laut Nutt könne man mit den Substanzen genießbare Drinks mixen, ohne die Leber oder das Herz zu schädigen. „In einem Mojito machen sie sich sehr gut“, so der Professor. „Einer ist nahezu geschmacksneutral, der andere schmeckt etwas bitter.“

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Ohne unangenehme Nebenwirkungen
In den letzten 30 Jahren wurde laut dem britischen Forscher viel über die Wirkung von Alkohol im Gehirn herausgefunden. Nun könne man diese Effekte imitieren ohne die unangenehmen Nebenwirkungen zu verursachen. Allerdings wird es noch etwas dauern, da die Stoffe umfassend geprüft werden müssten. Bis zum Jahr 2050 könne aber mit der Markteinführung gerechnet werden. „Die Menschen wollen gesündere Drinks“, meinte Nutt. „Die Getränkeindustrie weiß, dass Alkohol bis zum Jahr 2050 verschwunden sein wird.“

Superdrink aus Nordkorea
Wer nicht so lange warten will, sollte sich mit einem neuen Getränk aus Nordkorea eindecken. Der Superdrink „Koryo Liquor“ soll ebenfalls berauschen, ohne eine Kater zu verursachen. Und es gibt ihn schon jetzt – allerdings nur in in dem nordostasiatischen Land. Der Drink schmecke laut der staatlichen Zeitung „Pyongyang Times“ gleichermaßen „süß und herzhaft“ und werde „äußerst geschätzt“.

In Nordkoreas Medien wird immer wieder über (vermeintliche) gigantische Errungenschaften des Landes berichtet. So etwa letztes Jahr, als die Entwicklung von „Kumdang-2“ gemeldet wurde. Dieses Mittel könne vor unheilbaren Viruserkrankungen wie Mers, Ebola oder HIV schützen und darüber hinaus auch noch Tuberkulose und Krebs kurieren. Es helfe selbst bei Schwangerschaftsübelkeit und „Schäden, die vom übermäßigen Gebrauch von Computern herrühren“, hieß es damals. Beweise für die Wunderkräfte liegen jedoch nicht vor.

Die beste Methode gegen einen Kater
Auch an der Entwicklung des britischen Wissenschaftlers gibt es Zweifel. So meinte ein Sprecher des britischen Gesundheitsministeriums gegenüber dem „Independent“, es sei eine interessante Idee, „aber zum momentanen Zeitpunkt ist es noch zu früh, um eine Stellung zu der Entwicklung beziehen zu können.“

Wer also weder bis 2050 warten will, noch in Nordkorea lebt, sollte sich wohl weiterhin auf Hausmittel und Tricks von Experten verlassen, um den Alkohol-Kater zu bekämpfen. Natürliche Hausmittel gegen Übelkeit oder andere Beschwerden wirken zwar manchmal Wunder, doch am besten ist es, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Die effektivste Methode gegen einen Kater ist der Alkoholverzicht. (ad)