Bewegung senkt Herzrisiko dicker Kinder

Fabian Peters

Bewegungsprogramm bereits nach kurzer mit positiver Wirkung auf die Gesundheit adipöser Kinder

05.04.2013

Adipöse Kinder profitieren bereits nach kurzer Zeit von Bewegungsprogrammen. Die „Kilos purzeln“ und „auch andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen“ werden deutlich reduziert, so die aktuelle Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DKG) unter Berufung auf eine Studie aus Leipzig und Bad Frankenhausen.

Auf der 79. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim wurden die Ergebnisse der aktuellen Studie präsentiert, bei der „57 übergewichtige Jugendliche an einem vier- bis sechswöchigem Programm teilnahmen, das aus täglichen Trainingseinheiten (unter anderem Laufen, Schwimmen und Sport-Spiele), diätetischen Maßnahmen und Aufklärung bestand“, berichtet die DKG. Das Bewegungsprogramm habe bereits nach dieser kurzen Dauer äußerst positive Effekt gezeigt, so das Fazit der Studienautoren.

Übergewichtige Kinder mit besonderen Gesundheitsrisiken
Übergewicht wird allgemein mit einem erhöhten Risiko von Diabetes und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystem (beispielsweise Arterienverkalkung, Koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck) im späteren Lebensverlauf in Zusammenhang gebracht. Zudem hat Übergewicht nicht selten negative Effekte auf Knochen und Gelenke. So leiden viele Übergewichtige unter Knieschmerzen. Auch Hüftschmerzen werden in Zusammenhang mit Übergewicht gebracht. Adipöse Kinder sind hier in vielfacher Hinsicht besonders gefährdet.

Körpergewicht und Herz-Risikofaktoren deutlich reduziert
Die nun veröffentlichte Studie hat daher untersucht, ob mit regelmäßiger Bewegung den negativen Folgen des Übergewichts für die Gesundheit der Kinder auch kurzfristig entgegengewirkt werden kann. Sie ließen die 57 übergewichtigen Kinder „mit einem Altersdurchschnitt von 12,6 Jahren und einem durchschnittlichen Body-Mass-Index (BMI) von 29,5“ an einem maximal sechswöchigen Bewegungstraining teilnehmen und überprüften anschließend den Effekt auf das Gewicht und die kardiovaskulären Risikofaktoren bei den Heranwachsenden. „Das Trainingsprogramm reduzierte Entzündungsprozesse und die Ausschüttung der mit Fettleibigkeit assoziierten Adipozytokine und könnte zu einer Regeneration von frühen vaskulären Schäden bei kindlicher Adipositas beitragen“, zitiert die DKG das Fazit der Studienautoren.

Zahlreiche positive Effekte des Bewegungstrainings
Das Durchschnittsgewicht der Kinder ist laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie nach dem Bewegungsprogramm von 75,9 auf 71,2 kg gesunken. Darüber hinaus hätten auch „andere Herz-Risikofaktoren wie Insulinresistenz (Zuckerspitze im oralen Glukosetoleranztest sank von durchschnittlich 765 auf durchschnittlich 622) oder Cholesterinwerte (LDL von sank durchschnittlich 2,3 auf durchschnittlich 1,8; Gesamtcholesterin sank von durchschnittlich 4 auf durchschnittlich 3,4)“ eine deutlich positive Entwicklung gezeigt. Die regelmäßige Bewegung führe außerdem zu einer Absenkung des hochsensitiven C-reaktiven Proteins, welches als Marker für das kardiovaskuläre Risiko dient. Die Werte seien durchschnittlich um 1,3 Milligramm pro Liter gesunken (von 2,5 mg/l auf 1,2 mg/L). Des Weiteren haben sich die Werte verschiedener Adipozytokine signifikant reduziert, so die Mitteilung der DKG.

Wie können übergewichtige Kinder mit Bewegungsprogrammen erreicht werden?
Die aktuellen Studie aus Leipzig und Bad Frankenhausen unterstreicht erneut, wie wichtige regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und Aufklärung für die spätere Gesundheit übergewichtiger Kinder ist. Doch war dies durchaus bereits aus früheren Studien bekannt. Die Frage scheint vielmehr, auf welchem Wege die übergewichtigen Kinder am besten erreicht werden können. Die aktuelle Studie eignet sich hier als Argument für die Aufstellung und Finanzierung kurzfristiger therapeutischer Angebote, die sich über einen Zeitraum von lediglich vier bis sechs Wochen, erstrecken. (fp)

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