Beziehungsstress wegen der Aufgaben im Haushalt?

Fabian Peters

Umfrage bestätigt: Paare streiten häufig wegen Haushaltsaufgaben

01.02.2011

Zusammenleben ist nicht immer einfach und als Paar oft richtig schwer. Denn Paare streiten sich laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Gfk am meisten wegen der Aufgaben im Haushalt.

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Die im Auftrag der Zeitschrift „Baby und Familie“ durchgeführte GfK-Umfrage, kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als ein Drittel der über 1.3000 befragten, in einer Beziehung lebenden Personen sich regelmäßig mit dem Partner wegen des Haushalts in die Wolle kriegt. Die Paare können sich offenbar nicht über die Verteilung der Aufgaben im Haushalt einigen.

Paare streitet am häufigsten über Haushaltsaufgaben
Im Rahmen der GfK-Umfrage gaben 36 Prozent der insgesamt 1.353 Befragten im Alter über 14 Jahren an, dass die Verteilung der Haushaltsaufgaben immer wieder Anlass für Streitereien biete. Damit steht der Zoff wegen des Haushalts vor allen anderen möglichen Streitursachen, die von den Befragten ebenfalls bei der GfK-Umfrage genannt wurden. An zweiter Stelle folgte mit 23 Prozent der Ärger darüber, dass der Partner zu lange arbeitet und direkt dahinter mit 22 Prozent der durch finanzielle Sorgen verursachte Streit. Zudem bieten die unterschiedlichen Vorstellungen über die gemeinsame Freizeitgestaltung ebenfalls häufig Anlass für Streitereien (20,2 Prozent). Die Psychologin Karin Jacob rät in der Zeitschrift „Baby und Familie“ dazu, trotz der vielfachen möglichen Ursachen des Streits, gewisse Spielregeln einzuhalten, damit am Ende nicht die Kinder als Leidtragende des Konflikts ihrer Eltern dastehen.

Kinder nicht in Streitereien der Eltern einbeziehen
So sollten Eltern auf jeden Fall darauf achten, dass Kinder nicht in den Streit involviert oder gar zum Schiedsrichter gemacht werden. Den Heranwachsenden ist dringend klarzumachen: „Das ist unser Streit, du hast nichts damit zu tun und trägst auch keine Schuld“, betonte Karin Jacob. Auch ist es nach Aussage der Expertin wichtig, dass am Ende des Streits ein versöhnlicher Abschluss steht, der dem Kind signalisiert: „Wir haben uns trotzdem lieb“. Dadurch lernen die Kinder auch die konstruktiven Seiten des Streitens kennen. Allerdings sollten bestimmte Themen bei Streitereien in Anwesenheit der Kinder gänzlich tabu sein, rät die Psychologin. Über Themen wie Trennung, finanzielle Probleme oder intime Paar-Schwierigkeiten, dürfe vor den Kindern gar nicht diskutiert werden, empfiehlt Karin Jacob.

Familientherapie zur Verbesserung der Kommunikation?
Sollte der Streit um die Aufgabenverteilung im Haushalt zu einer ernsthaften Belastungsprobe für die Beziehung werden, ist den betroffenen Paaren außerdem ein Gang zum Paartherapeuten oder Familientherapeuten zu empfehlen. Hier können gegebenenfalls bestimmte Themen auch unter Einbeziehung der Kinder besprochen und den Paaren Möglichkeiten an die Hand gegeben werden, um einen vernünftigen Umgang mit stetig wiederkehrenden Streitthemen zu entwickeln. Dabei spielt in der Familientherapie insbesondere die Qualität der Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern eine entscheidende Rolle, um das gesetzte Ziel der positiven Veränderung und Entwicklung der Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern zu erreichen. (fp)