Bienen nicht durch Genmais gefährdet

Alfred Domke

Studie: Bienen sind laut einer Studie nicht durch Genmais gefährdet

05.04.2013

Durch gentechnische Veränderungen sollen Pflanzen vor Schädlingen geschützt werden. Viele stehen dem aber kritisch gegenüber und befürchten Erkrankungen von Bienen, wenn diese Pollen von sogenanntem Genmais aufnehmen. Die Ergebnisse jahrelanger Untersuchungen haben jetzt ergeben, dass für die Insekten keine Gefahr besteht.

Bienenzüchter befürchten Schäden
Unter den Bienenzüchtern war die Sorge groß, dass gentechnisch veränderter Mais Schaden bei ihren Bienen anrichtet. Genmais gerät immer wieder in die öffentliche Kritik, unter anderem warnte das Institut für unabhängige Risiko- und Begleitforschung in der Biotechnologie, Testbiotech e.V., vor möglichen Risiken für Gesundheit und Umwelt. Das Thünen-Institut gab nun Entwarnung und teilte mit, dass sich zumindest der sogenannte Bt-Mais nicht negativ auf Bienen auswirkt. In Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg hat das Bundesforschungsinstitut im Rahmen eines Freilandversuchs in den Jahren 2008 bis 2010 die Wirkung von Genmais-Pollen (Bt-Mais) auf Honigbienen untersucht.

Bei der Studie wurden während der Maisblüte verschiedene Gruppen unter die Lupe genommen. Die einen wurden in Flugkäfigen mit dem Genmais und die anderen mit zwei herkömmlich gezüchteten Maissorten gehalten. Als vierte Gruppe wurden freifliegende Bienen zum Vergleich herangezogen. Die Untersuchung richtete sich auf die Ammen-Bienen, die für die Aufzucht der Bienenlarven besonders viel Pollen aufnehmen. Nach der Studie beeinträchtigte der gentechnisch veränderte Mais laut Forscher "weder die Überlebensrate, noch das Körpergewicht der Tiere. Ebenso unverändert blieb die Effizienz, mit der Maispollen verdaut wurden".

Enorme Bedeutung für die Agrarwirtschaft
„Wir haben lediglich geringfügige Unterschiede bei der Vielfalt der Darmbakterien gefunden", so Christoph Tebbe vom Thünen-Institut in Braunschweig. Allerdings seien die Unterschiede unabhängig davon gewesen, welche Pollen die Bienen aufgenommen hätten, die vom Genmais oder von herkömmlichen Sorten. Nicht nur für die Bienenzüchter sind dies gute Nachrichten, auch die Landwirte können aufatmen. Der Biologe Tebbe erläuterte in einem Interview mit "ZEIT ONLINE": „Bienen haben eine enorme Bedeutung für die Agrarwirtschaft. Das wird häufig unterschätzt. Viele glauben, sie seien allein für die Honigproduktion notwendig. Viel wichtiger ist aber, dass sie etwa im Obstanbau als Bestäuber fungieren. Wenn die Bienenbestände zurückgehen, hat das also nicht nur Konsequenzen für Imker, sondern auch für die Landwirtschaft.“

Finanziert durch Bund und EU
Der eingesetzte Bt-Mais ist eine gentechnisch veränderte Sorte, die drei insektenschädigende Proteine beziehungsweise Eiweiße bildet. Von dem Bakterium Bacillus thuringiensis (Bt) werden solche insektiziden Eiweiße auf natürliche Weise gebildet. Die Pflanze wird vor Schädlingen wie Maiswurzelbohrer oder Maiszünsler geschützt, ohne den Einsatz von chemischen Insektiziden. Das deutsche Bundesministerium für Forschung und die EU-Initiative Amiga hatten das Projekt finanziert. Im Online-Fachjournal „Plos one“ wurden die Studienergebnisse veröffentlicht. Die Forscher aus Würzburg hatten bereits 2012 in einer anderen Studie gezeigt, dass Bt-Mais auf die Entwicklung von Bienenlarven keine negativen Auswirkungen hat. Dazu auch passend ist folgender Bericht: Pestizide Ursache des Bienensterbens. (ad)

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