Bilanz 2013: Masern Fälle in Deutschland gestiegen

Heilpraxisnet

Masern – Bilanz 2013: Starke Ausbreitung der Viruserkrankung in Deutschland

22.01.2014

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) kam es 2013 zu insgesamt 1775 Masernerkrankungen. Für Deutschland stellt das die stärkste Krankheitswelle seit sieben Jahren dar. „Heilpraxisnet“ berichtet bereits schon im Dezember 2013 über ein Aufkeimen des Masernvirus.

Seit einigen Jahren breitet sich sie Kinderkrankheit in Europa wieder aus, nachdem sie durch Impfungen weitgehend zurückgedrängt wurde. Im vergangenen Jahr kam es vor allem in Berlin und München zu einer erhöhten Fallzahl der überwiegend durch Tröpfcheninfektion übertragbaren Krankheit. Mediziner registrierten in beiden Städten knapp 1200 Masernfälle. Das RKI sieht als eine der Hauptursachen für das Wiederaufkommen der Krankheit vor allem Impfmüdigkeit und Fehlinformationen. Statistisch nachweisbar hängen die steigenden Masern-Infektionszahlen mit den niedrigen Impfungsraten bei Kindern und Jugendlichen.

Zwei Impfungen empfohlen
Die „Ständige Impfkommission“ (Stiko) empfiehlt die erste Masernimpfung, meist in Kombination mit dem Schutz vor Mumps und Röteln (MMR), die vom 11. bis 14. Lebensmonat erfolgen sollte. Die zweite Impfung sollte zwischen dem 15. und dem 23. Lebensmonat erfolgen. Damit soll erreicht werden, dass jene Kinder, deren Immunsystem nach der ersten Impfung keinen ausreichenden Schutz aufgebaut hat, letztendlich doch noch Antikörper bilden. In Deutschland gibt es bezogen auf den die Impfungen große regionale Unterschiede. Besonders in Oberbayern werden Kinder kaum geimpft. Im Bundesdurchschnitt sind nur 37 Prozent aller Kleinkinder entsprechend der Stiko-Empfehlungen vor den Viren geschützt.

Forscher wollen errechnet haben, dass für eine weltweite Ausrottung eine Impfquote von 95 Prozent erzielt werden müsse. Anders als bei Zoonose, das sind Infektionskrankheiten wie beispielsweise Tollwut oder die Maul- und Klauenseuche, die von Tier zum Mensch übertragen werden können, treten Masernviren nur bei Menschen auf. Eine Ausrottung, wie sie bei den Pockenviren gelungen ist, könnte dadurch ebenfalls möglich sein, so die Meinung der Forscher. Bei Erwachsen über 20 und Kinder bis fünf Jahren kann eine Masernerkrankung schwerwiegenden Komplikationen mit sich bringen. Aus den anfänglichen Symptomen wie zum Beispiel Schnupfen, Husten oder Fieber kann sich schnell eine Lungenentzündung oder sogar eine Gehirnentzündungen entwickeln. Masern gelten als hoch ansteckend und die Zahl der Erkrankung hängt stark davon ab, wie viele Menschen sich in der Nähe eines Infizierten aufhalten.

Kinder und Jugendärzte fordern, dass alle Kinder in öffentlichen Schulen und Kitas geschützt sein sollten. Eine Einschleppung aus dem Ausland lässt sich jedoch kaum verhindern. (fr)

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