Biobank zur Erforschung von Krankheiten wie Krebs

Astrid Goldmayer

Biobank soll Forscher im Kampf gegen Krebs und andere Erkrankungen unterstützen

21.06.2013

Am Freitag wurde die erste bayrische Biobank eröffnet. Die Einrichtung soll Wissenschaftler und Ärzte im Kampf gegen Krebs und andere Erkrankungen mit Speichel-, Blut-, Urin- und Gewebeproben von anonymen Spendern versorgen. Die Biobank soll zur Entwicklung neuer Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten beitragen.

Biobank zur Entwicklung neuer Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten
Die Einlagerung der Blut-, Speichel-, Urin- und Gewebeproben in der soll dabei helfen, Erkrankungen besser zu verstehen und neuartige Therapien zu entwickeln. Wie die Universität Würzburg, die die Einrichtung gemeinsam mit dem Universitätsklinikum führt, mitteilt, sei es beispielsweise denkbar, dass in ein paar Jahren ein Molekül im Blut eines Krebskranken entdeckt werde, das die Erkrankung bereits frühzeitig anzeigt. Um das zu prüfen, könne dann auf die eingelagerten Blutproben anderer Patienten zugegriffen werden.

Auch die ersten Anzeichen einer Herzkrankheit sind im Blutserum von Patienten nachweisbar, die im weiteren Verlauf eine Herzinsuffizienz entwickeln. Sogenannte Peptid-Moleküle zeigen sich im Blutbild des Betroffenen, bevor sich bei diesem die ernsthafte Erkrankung mit Symptomen wie Husten, Luftnot, Leistungsschwäche oder Wasser in den Beinen bemerkbar macht.

Bei den Proben, die bei minus 80 Grad Celsius eingelagert werden, handelt es sich um freiwillige Spenden von Patienten und Probanden des Klinikums. Sie können etwa ein Viertel Jahrhundert für Forschungszwecke genutzt werden. Zu den Proben werden in der Biobank auch persönliche Daten anonymisiert gespeichert, die für biomedizinische Forschungsprojekte verwendet werden können. Im Tiefkühllager der Biobank ist die Einlagerung von insgesamt 1,2 Millionen Bioproben möglich.
Weitere nationale Biobanken befinden sich in Berlin, Kiel, Aachen und Heidelberg. (ag)

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Bild: Andreas Dengs, www.photofreaks.ws / pixelio.de