Biorhythmus leidet unter Zeitumstellung

Fabian Peters

Sommerzeit: Biorhythmus leidet unter Zeitumstellung

23.03.2011

Die Umstellung auf die Sommerzeit stört den Biorhythmus und erhöht das Unfallrisiko. Der Auto Club Europa (ACE) hat bekanntgegeben, dass in den vergangenen fünf Jahren im April die Unfallzahlen stets im Verhältnis zum März signifikant gestiegen sind. Der ACE für dies auf Störungen des Biorhythmus durch die Zeitumstellung und allgemeine Frühjahrsmüdigkeit zurück.

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Am 27. März 2011 werden um 2.00 Uhr morgens die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Durch die abrupte Änderung der Schlafzeiten werde dabei der Biorhythmus gestört, was im Straßenverkehr zu einem erhöhten Unfallrisiko aufgrund von Konzentrationsschwächen führt, warnt der ACE. Im April als ersten Monat mit Sommerzeit seien in den vergangenen Jahren stets deutlich mehr Unfälle zu verzeichnen gewesen als im März. Daher sollten Verkehrsteilnehmer in dieser Zeit besonders vorsichtig sein.

Unfallgefahr nach der Zeitumstellung deutlich erhöht
Der ACE hat bei der Auswertung der Unfallzahlen des Statistischen Bundesamts in den vergangenen Jahren einen Trend festgestellt, bei dem im April stets mehr Unfälle mit Verletzten zu verzeichnen waren als im März. Im Jahr 2010 lag der Anstieg bei 21 Prozent von 20.481 auf 25.751 Unfälle, im Jahr zuvor waren sogar 29 Prozent mehr Unfälle im April zu verzeichnen als im März. Dies ist nach Einschätzung des ACE auf das sogenannte Mini-Jetlag zurückzuführen, dass sich durch die Umstellung der Uhren ergibt. Der Biorhythmus werde gestört, die Müdigkeit und die Konzentrationsschwächen nehmen zu, warnte der ACE. Darüber hinaus müsse sich der Körper momentan ohnehin erst auf die wärmeren Temperaturen und anderen Lichtverhältnisse einstimmen, erklärte der ACE weiter. Insgesamt koste die Zeitumstellung Kraft und könne zu gefährlichem Sekundenschlaf am Steuer führen, wobei sich dieser oftmals frühzeitig durch heftiges oder wiederholtes Gähnen ankündigt, warnten die Experten.

Konzentrationsschwächen, Müdigkeit, Kopfschmerzen durch Zeitumstellung
Die Umstellung von der Normalzeit (der momentan laufenden sogenannten Winterzeit) auf die Sommerzeit wurde in Deutschland im Jahr 1980 eingeführt, nicht zuletzt aufgrund der Überzeugung, dass durch die Sommerzeit eine bessere Nutzung des Tageslichts und entsprechende Energieeinsparungen ermöglicht seien. Die meisten Nachbarländer hatten unter dem Eindruck der Ölkrise von 1973 bereits zuvor eine entsprechende Zeitumstellung eingeführt. Doch bis heute hat die Sommerzeit auch zahlreiche Gegner. Sie fordern die Abschaffung und verweisen – ähnlich wie der ACE bei den Unfallzahlen – auf die negativen Auswirkungen für den Biorhythmus. In der Anfangsphase nach der Zeitumstellung sind zum Beispiel Konzentrationsschwächen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, innere Unruhe, Gereiztheit und Magen-Darm-Problemen relativ häufig benannte Symptome. Außerdem ist den Statistiken der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) zufolge in den ersten drei Tagen nach erfolgter Zeitumstellung das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, deutlich erhöht (um etwa 20 Prozent). So spiegeln die vom ACE bekanntgegebenen Unfallzahlen offenbar lediglich die allgemeinen Störungen des Biorhythmus wider. Sie sollten als Anzeichen für die negativen Auswirkungen der Zeitumstellung jedoch nicht ignoriert werden, denn offenbar sind die Beeinträchtigungen insbesondere im Bereich der Konzentration weitreichender als erwartet.

Verkehrsteilnehmer sollten besonders vorsichtig sein
Wenn am kommenden Sonntag die Uhren vorgestellt werden und allen eine Stunde Schlaf fehlt, ist aufgrund der möglichen Konzentrationsschwächen laut ACE insbesondere im Straßenverkehr erhöhte Vorsicht geboten. Vor allem am Tag direkt nach der Zeitumstellung sollten Verkehrsteilnehmer besonders gut aufzupassen, da die Unfallgefahr dann besonders hoch sei, warnte der ACE. Wer einsetzende Müdigkeit bei der Fahrt verspürt, sollte regelmäßig Pausen einlegen und sich dabei an der frischen Luft aufhalten, erläuterten die Experten. Helfen können nach Aussage des ACE auch gymnastische Übungen, die den Kreislauf in Schwung halten und die Müdigkeit vertreiben. Außerdem empfehlen Schlafforscher, den Biorhythmus schon einige Tage vor der eigentlichen Zeitumstellung langsam umzustellen. Das Abendbrot zeitlich vorverlegen, ein wenig früher zu Bett gehen und entsprechend früher aufstehen sind hier gute Möglichkeiten, um den eigenen Biorhythmus schon im Vorfeld auf die Zeitumstellung einzustellen. (fp)