Birkenpollenflug läutet Heuschnupfen ein

Fabian Peters

Birkenpollenflug läutet die Heuschnupfen-Hochsaison ein

06.04.2011

Die ersten Birkenpollen sind unterwegs. Für viele Heuschnupfen-Patienten steht nun die anstrengendste Zeit des Jahres bevor, da zahlreiche Allergiker auf die Birkenpollen besonders stark reagieren. Wie hoch die Pollen-Belastung in den verschiedenen Regionen Deutschlands ist, kann in den verschiedenen Pollenflugkalendern online nachgelesen werden.

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Nachdem Hasel-, Weiden- und Erlenblüte bereits ihren Höhepunkt überschritten und die ersten diesjährigen Heuschnupfen-Reaktionen ausgelöst haben, hat jetzt die Birkenblüte begonnen. Dabei steht vielen Allergikern nun die schwerste Zeit des Jahres bevor, denn sowohl auf den Birkenpollenflug als auch auf die anschließenden Gräserpollenflüge reagieren die meisten Heuschnupfen-Patienten besonders empfindlich. Dabei ist die Leidenszeit der Heuschnupfen-Geplagten in den vergangenen Jahren stetig länger geworden, da „die Klimaerwärmung der letzten 25 Jahre (…) zu einer deutlich längeren Pollenflugzeit im Jahr“ geführt hat, betonte die Meteorologin Sandra Kannabei gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“.

Regionale Pollen-Belastung in Pollenflugkalendern dargestellt
Mit dem Beginn des Birkenpollenflugs setzt die diesjährige Hochsaison für Heuschnupfen-Patienten ein. Wo die Belastung wie stark ausfällt kann dabei jederzeit in den verschiedenen Pollenflugkalendern online überprüft werden. Hier steht zum Beispiel der seit Jahren vom Institut für Meteorologie der FU Berlin und dem Wetterdienst MeteoGroup betriebene Polleninformationsdienst zur Verfügung oder die seit Beginn des Jahres 2011 angebotenen regionalen Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). „Da der Blühbeginn der Pflanzen in Mitteleuropa witterungsbedingt bis zu sechs Wochen schwanken kann“ und die Konzentration der freigesetzten Pollen ganz entscheidend vom aktuellen Wetter abhängt, könne „die gezielte Vorbeugung für Pollenallergiker“ durch derartige täglich aktualisierte Pollenflugkalender „erheblich verbessert werden“, betonte der Sprecher des DWD, Gerhard Lux. Zu den vom DWD erfassten Pollen gehören nicht nur Hasel, Erle, Birke und Gräsern sondern auch Beifuß und Ambrosia. Insgesamt bieten die Pollenflugkalender für Allergiker eine relativ gut Möglichkeit, sich über die aktuelle Pollen-Belastung zu informieren und entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen zu ergreifen.

Schutzmaßnahmen gegen Heuschnupfen
Dr. Wolfram Feußner, Allergologe und Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde aus Kassel rät den Heuschnupfen-Patienten, bei starkem Pollenflug die persönliche Belastung durch einige Schutzmaßnahmen zu reduzieren. Nach Aussage des Experten sollten die Fenster am besten geschlossen bleiben und möglichst nur bei Regen und in den späten Abendstunden zum Lüften geöffnet werden, draußen getragene Kleidung sollte häufig gewaschen und nicht im Schlafzimmer abgelegt werden und vom Trocknen der Wäsche im Freien sei abzuraten. Auch sollten Heuschnupfen-Patienten abends vorm zu Bett gehen ihre Haare waschen, empfiehlt Dr. Feußner. Darüber hinaus sollten Allergiker sich rechtzeitig Antihistaminika aus der Apotheke besorgen, um im Ernstfall sofort reagieren zu können, erläuterte der Experte. Auch bestimmte Nasensprays (nur auf Rezept) oder spezielle Augentropfen seien hier empfehlenswert, betonten Dr. Feußner. Als Geheimtipp zum Schutz vor Pollen rät der Fachmann, die Nase innen mit etwas Vaseline einzureiben und nach dem Aufstehen mit etwas Speiseöl zu gurgeln. Wer sich den jährlich wiederkehrenden Heuschnupfen-Attacken nicht länger aussetzen möchte, der könne auch mit einer langfristigen zielgerichteten Immuntherapie gegen die allergischen Reaktionen vorgehen, erklärte der Allergologe.

Linderung von Heuschnupfen in der Naturheilkunde
Auch in der Naturheilkunde werden zahlreiche Maßnahmen angewandt, die nicht an den Symptome des Heuschnupfens sondern an dessen Ursachen ansetzten. Dabei wurden zum Beispiel mit pflanzlichen Therapien, Entspannungsverfahren, Magnetfeld/Bioresonanz-Verfahren, Eigenblut-Therapien sowie Selbstsuggestion, Akupunktur und Homöopathie bereits umfassende Behandlungserfolge erzielt. Sollten die Symptome des Heuschnupfens sich nicht durch eine naturheilkundliche Behandlung beseitigen lassen, ist jedoch in jedem Fall ein Besuch beim Arzt zu empfehlen, da ein unbehandelter Heuschnupfen zu Asthma und anderen Bronchialleiden führen kann. (fp)