Bis jetzt unbekannte Ursache von Glatzenbildung und grauen Haaren entdeckt

Alexander Stindt
Mediziner untersuchen warum unsere Haare grau werden
Wenn Männer älter werden, bekommen sie häufig Probleme mit Haarausfall und grauen Haaren. Natürlich gibt es auch Männer, die bereits im jungen Alter ihre Haare verlieren und früh eine Glatze entwickeln. Forscher fanden jetzt heraus, welche Zellen bewirken, dass uns überhaupt Haare wachsen und warum Haare irgendwann eine graue Farbe annehmen.

Die Mediziner des UT Southwestern Medical Center haben bei ihrer Untersuchung festgestellt, welcher Mechanismus hinter der Glatzen-Bildung und der Entstehung von grauen Haaren steckt. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Genes & Development“.

Forscher konnten entschlüsseln, warum graue Haare entstehen und warum einige Menschen unter Haarausfall und der Bildung einer Glatze leiden. (Bild: Jacob Lund/fotolia.com)

Durchbruch bei der Bekämpfung des Haarverlustes erreicht?
Wenn es um die Haare geht, sind die meisten Männer insgeheim recht eitel. Kaum ein Mann wünscht sich, dass er bereits im jungen Alter graue Haare bekommt oder gar ein Glatze entwickelt. So ist es kaum verwunderlich, dass Wissenschaftler und Mediziner seit langer Zeit nach Mitteln und Wegen suchen, welche den Haarausfall verhindern sollen. Experten scheint jetzt ein Durchbruch bei der Bekämpfung von grauen Haaren und Haarverlust gelungen zu sein.

Forscher finden heraus, welche Zellen am Haarwachstum beteiligt sind
Eigentlich wollten die Forscher herausfinden, wie sich bestimmte Arten von Tumoren bilden. „Am Ende ist es uns aber gelungen herauszufinden, warum Haare grau werden und welche Zellen am Haarwachstum beteiligt sind“, erklärt Dr. Lu Le von der UT Southwestern in einer Pressemitteilung. Dieses Wissen könne in Zukunft dazu beitragen, Möglichkeiten zu entwickeln, mit denen das notwendige Gen auch bei Problempatienten an die Haarfollikel geliefert wird. So sollen dann die kosmetischen Schwierigkeiten mit den Haaren korrigiert werden.

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Was bewirkt KROX20?
Die Forscher fanden heraus, dass ein Protein mit der Bezeichnung KROX20 eigentlich mit der Entwicklung von Nerven assoziiert ist. In diesem Fall führt das Protein dazu, dass aus Hautzellen letztendlich Haare werden, sagen die Experten. Die Zellen produzieren dann ein bestimmtes Protein (SCF), welches wesentlich für die Haarpigmentierung sei.

Was passiert bei einer Entfernung von SCF und KROX20?
Als die Experten das sogenannte SCF-Gen in den Haar-Vorläuferzellen in Mausmodellen löschten, wurden die Haare der Tiere dadurch weiß. Als sie die KROX20-produzierenden Zellen entfernten, wuchsen keine Haare mehr und die Mäuse wurden schließlich kahl.

Erforschung der Neurofibromatose Typ 1 eigentliches Forschungsziel
Die Wissenschaftler fanden die neue Erklärung für die Bildung einer Glatze während des Studiums einer Störung mit der Bezeichnung Neurofibromatose Typ 1. Diese seltene genetische Erkrankung führt dazu, dass Tumore heranwachsen, erläutern die Forscher.

Es war bisher unbekannt, welche Zellen in den Haarfollikeln SCF produzieren
Forscher wussten bereits, dass in Haarfollikeln enthaltene Stammzellen an der Entstehung von Haaren beteiligt sind. Außerdem war bekannt, dass SCF wichtig für pigmentierte Zellen ist, erklärt Autor Dr. Le. Was bisher im Detail noch nicht bekannt war, sei die Wirkung der Stammzellen auf die Basis von Haarfollikeln und welche Zellen in den Haarfollikeln SCF produzieren.

Weitere Forschung ist nötig
Wenn Zellen mit funktionierenden KROX20 und SCF vorhanden sind, interagieren diese mit Pigment-produzierenden Melanozyten-Zellen und wachsen zu pigmentierten Haaren heran. Ohne SCF waren die Haare der Mäuse grau und wurden später weiß, erläutern die Wissenschaftler. Ohne KROX20-produzierende Zellen wuchs überhaupt kein Haar. Weitere Forschung soll jetzt untersuchen, ob Beeinträchtigungen von KROX20 und dem SCF-Gen im voranschreitenden Alter zu grauen Haaren oder einer Ausdünnung der Haare führen, sagt Dr. Le. (as)