Bislang größte Gesundheitsstudie Deutschlands soll Volkskrankheiten lindern

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Volker Blasek

Riesige Studie betrachtet Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Ausmaßen dieser Studie sind bislang für Deutschland einmalig. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) berichtet über die bereits 2013 gestartete NAKO Gesundheitsstudie, an der sich bereits 160.000 Frauen und Männer beteiligen. Jetzt beginnt die nächste Phase des Projekts, in der die Teilnehmerzahl auf 200.000 Personen angehoben werden soll. Schwerpunkt der Studie sind dabei die großen Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes und Herzkrankheiten. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek spricht von einer „Investition in die Gesundheit zukünftiger Generationen“.


Um die Aussagekraft der Studie nicht abzufälschen werden potentielle Teilnehmender per Zufallsstichproben ermittelt und angeschrieben. Somit hat jede Bürgerin oder jeder Bürger eine Chance, an der Studie teilzunehmen, um einen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit der nächsten Generation zu leisten. In den kommenden 20 bis 30 Jahren werden die Teilnehmer dann medizinisch begleitet. Auch Lebensgewohnheiten und -umständen wie Sport und Berufsumfeld der freiwilligen Probanden spielen eine Rolle.

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Vielleicht finden Sie auch bald eine Einladung zur Teilnahme an der größten Gesundheitsstudie Deutschlands in ihrem Briefkasten. (Bild: Robert Kneschke/fotolia.com)

Eine Investition für die Zukunft

Laut BMBF kann mithilfe dieser langfristigen Daten zur gesundheitlichen Entwicklung zahlreicher Menschen vollkommen neue Erkenntnisse gewonnen werden. Mit der NAKO Gesundheitsstudie sollen Risikofaktoren für häufige Krankheiten wie zum Beispiels Herzinfarkt besser identifiziert und frühe Krankheitsstadien genauer untersucht und erkannt werden. Die Studie soll dazu beitragen, dass zukünftige Generationen weniger häufig erkranken.

Besser und gesünder leben

„Das Engagement der vielen Menschen ist eine Investition in die Gesundheit zukünftiger Generationen und Ausdruck des Zusammenhalts unserer Gesellschaft“, berichtet Bundesforschungsministerin Anja Karliczek in einer Pressemitheilung des BMBF. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse würden helfen, gesünder und besser leben zu können.

Jeder Teilnehmer wird regelmäßig untersucht

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind im Alter zwischen 20 und 69 Jahren. Wenn sie der zufälligen Auswahl zustimmen, werden sie neben den Befragungen auch an regelmäßigen Untersuchungen teilnehmen, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. Auf eigenen Wunsch können die Probanden nach Abschluss der Untersuchung die Ergebnisse einsehen.

Neue Erkenntnisse über Demenz

Die NAKO Studie soll auch neue Erkenntnisse zu Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer ermöglichen. Dabei sollen sowohl Risikofaktoren und familiäre Vorbelastungen als auch Umwelteinflüsse und Lebenstil wie beispielsweise der Alkoholkonsum mitberücksichtigt werden. Die Forscher erhoffen sich damit den Durchbruch gegen die bislang unheilbare Krankheit.

Kostspielige Angelegenheit

Die Gesundheitsstudie wird über die nächsten zehn Jahre durch das Bundesforschungsministerium, die 13 beteiligten Bundesländer und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit insgesamt 256 Millionen Euro finanziert. Die Internet-Präsens der NAKO informiert über die aktuelle Entwicklung der Studie. (vb)