Blasenentzündung im Sommer: Diese Tipps helfen

Sebastian
Tipps gegen Blasenentzündungen – Nicht nur im Sommer
Eine Blasenentzündung wird oft mit Kälte in Verbindung gebracht. Doch auch in den Sommermonaten erkranken viele Menschen – vor allem Frauen – daran. Die Beschwerden beim Wasserlassen und die Schmerzen im Unterleib können dann den ganzen Sommer vermiesen. Dann ist es wichtig, zu wissen, was bei Blasenentzündung hilft.

Vor allem Frauen bekommen Blasenentzündungen
Einem alten Medizin-Mythos zufolge können kalte Böden die Blasen erkälten. Daher sollte Großmutters Rat, sich nicht auf eisige Unterlagen zu setzen, befolgt werden, um eine Blasenentzündung zu vermeiden. Es gibt aber noch andere Ursachen, die zu der Erkrankung führen. Wolfgang Bühmann, Pressesprecher des Berufsverbands der Deutschen Urologen, erklärte, dass eine Blasenentzündung, auch Cystitis genannt, meist durch E.-Coli-Bakterien ausgelöst wird, die aus dem Darm in die Harnröhre gelangen. Diese Bakterien gehören zur normalen Darmflora des Menschen. Anatomische Gründe sind die Ursache dafür, dass hauptsächlich Frauen betroffen sind: „Die Harnröhre hat bei Frauen eine Länge von vier Zentimetern. Bakterien können so leichter in die Blase gelangen als bei Männern. Ihre Harnröhre ist fünfmal länger.“

Nicht selten erkranken vor allem Frauen an einer sommerlichen Blasenentzündung. Bild:  absolutimages - fotolia
Nicht selten erkranken vor allem Frauen an einer sommerlichen Blasenentzündung. Bild: absolutimages – fotolia

Erkrankungen wegen leichter Bekleidung
Das Risiko für Entzündungen kann auch durch hormonelle Veränderungen in der Pubertät, Schwangerschaft oder in den Wechseljahren erhöht sein. Dass Frauen oft auch in den Sommermonaten unter einer Blasenentzündung leiden, hat laut dem Urologen auch damit zu tun, dass sie leichter bekleidet sind und sich weniger vor Kälte schützen als im Winter. Problematisch kann es werden, wenn man den nassen Bikini auf einer kalten Unterlage sitzend in der Sonne trocknen lässt. Die Luft von Klimaanlagen in Bussen oder Flugzeugen kann ebenfalls gefährlich werden. „Dabei entsteht Verdunstungskälte. Der Körper registriert, dass es kalt wird, und durchblutet die lebenswichtigen Organe stärker“, so der Mediziner. Wenn der Beckenbereich weniger durchblutet wird, ist er auch anfälliger für Erreger. Ist das Immunsystem dann auch noch durch Stress oder die Einnahme von Medikamenten geschwächt, kann leicht eine Entzündung entstehen. Auch String-Tangas begünstigen Blasenentzündungen wie Experten mahnen. Zudem kann Geschlechtsverkehr die Entstehung einer Blasenentzündung befördern. „Beim Sex können Bakterien in die Blase gelangen. Es ist aber keine Übertragung von Bakterien des Partners“, erläuterte Bühmann. Daher sollte man nach dem Sex auf die Toilette gehen, um die Erreger aus der Blase auszuspülen.

Jeder Gang zur Toilette wird zur Qual
Symptome, die auf eine Erkrankung hindeuten sind unter anderem Unterbauchschmerzen, Brennen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen/Urinieren oder übelriechender Urin. Jeder Toilettengang wird zur Qual. „Weil das Wasserlassen wehtut, haben viele Angst“, erläuterte Bühmann. Manche Frauen haben zudem Fieber oder Blut im Urin. „Dann muss man nicht erschrecken. Blut im Urin ist zunächst nichts Schlimmes, wenn es im Rahmen der Heilung der Blasenentzündung wieder aufhört.“ Dem Experten zufolge heilen 80 Prozent aller Blasenentzündungen ohne Medikamente. Grundsätzlich sollte dazu viel getrunken werden, um die Bakterien aus der Blase zu spülen. Es dürfen ruhig zwei bis zweieinhalb Liter am Tag sein. Zudem kann man die Beschwerden mit einer Wärmflasche auf dem Bauch lindern.

Die aussergewoehnliche Wirkung von Preiselbeeren (Cranberrys) bei Harnwegsinfektionen- Bild: Henrie - fotolia
Die aussergewoehnliche Wirkung von Preiselbeeren (Cranberrys) bei Harnwegsinfektionen- Bild: Henrie – fotolia

Natürliche Hausmittel reichen oft zur Therapie
Zudem stehen zahlreiche Hausmittel gegen Blasenentzündung zur Verfügung. So wirkt etwa ein Tee aus Bärentraubenblätter desinfizierend und verlangsamt die Vermehrung der Bakterien im Urin. Helfen können auch Tees, die Birkenblätter, Wacholder oder Brennessel enthalten. Zudem setzen viele Frauen auf traditionelle chinesische Medizin, Akupunktur oder Phytotherapie. Bei Patientinnen, die die Schmerzen aushalten können, ist ein Versuch mit viel Flüssigkeitszufuhr und pflanzlichen Mitteln gerechtfertigt, meinte Bühmann. Denn Antibiotika werden ohnehin viel zu oft eingesetzt. „Eine Blasenentzündung ist nicht gefährlicher als ein Schnupfen“, sagte der Urologe.

Tipps zum Schutz vor Blasenentzündung
Er wies aber darauf hin, dass die Gefahr einer Nierenbeckenentzündung besteht, wenn Beschwerden wie Fieber, Flankenschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl hinzu kommen. Dann sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Verschriebene Antibiotika müssen auf jeden Fall so lange eingenommen werden, wie der Mediziner empfiehlt. Bühmann fügt noch einige Tipps an, um sich vor einer Blasenentzündung zu schützen. So sollten Frauen nach dem Baden den nassen Bikini ausziehen, sich gut abtrocknen und sich nicht auf kalten Untergrund setzen. Vor der kalten Luft aus einer Klimaanlage kann man sich mit einem Pullover und Socken schützen. Und beim Sex verhindern Kondome, dass Bakterien in die Blase gelangen können. Um die Blase durchzuspülen, empfiehlt es sich täglich rund zwei Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Manchmal sei zur Vorbeugung bei häufigeren Blasenentzündungen eine Langzeitbehandlung mit einem harndesinfizierenden Medikament hilfreich, um eindringende Bakterien vor Beginn einer Entzündung abzutöten. „Es desinfiziert und verhindert, dass sich Bakterien vermehren können“, so Bühmann. (ad)

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