Blaualgen – Ein wirksamer natürlicher Hautretter

Ein Wirkstoff der Blaualge Spirulina platensis stärkt die Gesundheit der Haut und kann auch zur Narbenpflege eingesetzt werden. (Bild: Artem Furman/fotolia.com)
Fabian Peters
Die Gattung Spirulina platensis beweist Schutzschild-­‐Funktionen
Betrachten wir die Haut, unsere Hülle und Grenzfläche zur Außenwelt, einmal näher, gibt es eine Vielzahl unterschiedlichster Problembereiche. Hier kann man mit unzähligen Pflegeprodukten und Wirkstoffen versuchen, für diverse Hautleiden Linderung zu schaffen. Ein relativ neuer Ansatz ist die Verwendung von Wirkstoffen aus der Blaualge Spirulina platensis, um für gesunde und schöne Haut zu sorgen.

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Der Hautforscher und Dermatologe Professor Dr. Kristian Reich (Dermatologikum, Hamburg) erklärt, inwiefern Körperpflege mit Algenprodukten für uns sinnvoll ist. Der „Beauty-­Doc“ Dr. med. Timo Spanholtz (Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Praxisklinik am Rosengarten, Köln) ergänzt, welchen Beitrag der Wirkstoff der Blaualgen im Bereich der Narbenpflege, der Hautverjüngung und der Tattoo­‐Pflege leisten kann.

Ein Wirkstoff der Blaualge Spirulina platensis stärkt die Gesundheit der Haut und kann auch zur Narbenpflege eingesetzt werden. (Bild: Artem Furman/fotolia.com)
Ein Wirkstoff der Blaualge Spirulina platensis stärkt die Gesundheit der Haut und kann auch zur Narbenpflege eingesetzt werden. (Bild: Artem Furman/fotolia.com)

Gesund und schön mit der Blaualge
Seit3,6 Mrd. Jahren ist die Mikroalge Spirulina platensis auf unserem Planeten beheimatet und dabei ein wahrer Überlebenskünstler. Ihr Kampf gegen Bakterien, Pilze und Viren sowie die Auseinandersetzung mit extremen Klimaschwankungen über Milliarden Jahre hat sie geprägt. „Die schier unvorstellbare Zahl an Jahren, welche Spirulina platensis bereits auf der Erde existiert, lässt erahnen, welche höchsteffektiven und wirksamen Abwehrmechanismen diese Mikroalge entwickelt hat. Diese kann Stoffe produzieren, die eine Art eigener Zellprotektion und eine beschleunigte Zellregeneration vermitteln“, betont Prof. Reich.

Aber wo kommt die natürliche Schutzwirkung der Spirulina platensis in Sachen Hautpflege zum Einsatz? UV-­Strahlen sind zellschädigend und lassen die Haut vorzeitig altern. Die regenerativen Eigenschaften in Form von Zellschutz und ­‐reparatur treten diesen schädlichen Einflüssen entgegen und helfen der Haut, sich selbst vor dem vorzeitigen Altern zu schützen. Bakterien, Pilze und Viren werden durch Produkte, die den patentierten Wirkstoff Spiralin® enthalten, stark gehemmt. Das gilt selbst für solche Keime, die gegen herkömmliche Medikamente resistent sind. „Neue Daten zeigen, dass der Extrakt auch Stoffe enthält, die menschliche Hornzellen vor einer Infektion durch Herpesviren schützt und eine Spiralin® enthaltende Creme prophylaktisch gegen Lippenherpes wirkt“, berichtet Prof. Reich.

Der Wirkstoff aus der Mikroalge
Spirulina platensis wird auch in einem speziellen Shampoo gegen irritierte und juckende Kopfhaut eingesetzt. Keime, die Juckreiz auslösen können, werden unterdrückt und die Regenerationsprozesse der Kopfhaut unterstützt. Eine Gesichtsmaske dient zur natürlichen und schonenden Entfernung überflüssiger Hautschuppen sowie der Porenverkleinerung ohne den natürlichen Schutz der Haut zu stören. Zur täglichen Pflege für alle, die mit trockener Haut an Händen und Füßen oder am Körper Probleme haben oder die nach der Rasur Pickel bekommen, gibt es den Wirkstoff in einem leichten Gel und in einem einziehenden Schaum. Selbst bei der Behandlung warzenempfindlicher Haut oder Nagelinfektionen zeigt der Wirkstoff in der Praxis erstaunliche Effekte. Entsprechende Pflegeserien mit dem Blaualgen-Wirkstoff wurden „speziell für die Problemhaut entwickelt und stellt ein neuartiges Behandlungsprinzip dar, welches eine nachhaltige Verbesserung der Zellaktivität, also der Regenerationsfreudigkeit der Haut, mit hocheffizientem Schutz vor mikrobiellen Einflüssen kombiniert“, fasst Prof. Reich zusammen.

Die Alge als Wunderheiler?
Narben sind unliebsame Andenken an Ereignisse, an die man in der Regel nicht sein Leben lang erinnert werden möchte. Eine spezielle und hochwertige Narbenpflege mit Blaualgenextrakt verspricht Abhilfe. „Am Anfang stand der Wunsch unserer Patienten, nach ästhetischen Operationen wie Brustvergrößerungen, Facelifts, Brust-­ und Bauchdeckenstraffungen keine sichtbaren Narben davontragen zu wollen. Zu einem ästhetischen Körper gehört selbstverständlich eine makellose Haut. Dies war von Anfang an das Ziel unserer jahrelangen Forschung an der perfekten Rezeptur für eine optimale Narbenpflege“, erklärt Dr. Spanholtz. Der Prozess der Narbenheilung sei langwierig und für die Betroffenen manchmal sehr belastend. Oft stehe bei postoperativen Behandlungen nach wie vor die Heilung der Wunden im Fokus, die Pflege und Behandlung der Narben komme hingegen leider häufig zu kurz. Die Narbenpflegeprodukte mit dem Blaualgen-Wirkstoff (Scarcare® )bieten hier einen neuen innovativen Ansatz.

Bei der Narbenheilung spricht man eher von einer „Reifung“ als von „Heilung“, erläutert Dr. Spanholtz. Nach einem langen Prozess passe sich die Narbe mehr und mehr dem normalen umgebenden Gewebe an. „Die richtige Pflege ist entscheidend für das Ergebnis“, so Dr. Spanholtz weiter. Der Experte empfiehlt, früh mit der Narbenpflege anzufangen und das Narbengewebe bei der Heilung gezielt und konsequent mit sinnvollen Maßnahmen zu unterstützen. So sollte man das Massieren der Narbe direkt mit der richtigen Narbenpflege kombinieren. Unbedingt müsse die betroffene Stelle vor schädlicher UV-­Strahlung geschützt werden. „Das spielt eine elementare Rolle bei der Narbenpflege. Verwenden Sie einen UV‐Blocker, um unschöne Pigmentierung der betroffenen Stelle zu vermeiden oder arbeiten Sie direkt mit einer Narbenpflege, die einen integrierten UV-Schutz besitzt, rät Dr. Spanholtz.

Auch der Behandlung älterer Narben, wie zum Beispiel Aknenarben im Gesicht, Windpockennarben, Grobporigkeit der Haut oder alter Narben am Körper hat sich Dr. Spanholtz verschrieben. „Zusammen mit führenden Medizinproduktherstellern wurde ein eher aktives Behandlungskonzept für die komplexen Hautveränderungen entwickelt“, so Dr. Spanholtz. Eine Kombination der Blaualgenwirkstoffe mit einem so genannten „invasiven Medical Needling“ verschaffe auch hier eine deutliche Verbesserung der Befunde. „Alte Narben werden geglättet und verschwinden zum Teil vollständig. Poren werden abgeflacht und verfeinert, die Haut bekommt ein deutlich jüngeres Aussehen“, erklärt Dr. Spanholtz, der sich als Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie täglich mit Fragestellungen dieser Art herausgefordert sieht.

Bei der Tattoopflege zeigt der Wirkstoff der Blaualgen ebenfalls eine äußerst positive Wirkung. (Bild: belyjmishka/fotolia.com)
Bei der Tattoopflege zeigt der Wirkstoff der Blaualgen ebenfalls eine äußerst positive Wirkung. (Bild: belyjmishka/fotolia.com)

Neben der postoperativen Behandlung von Narben, gibt es ein weiteres Segment, bei dem eine schnelle Heilung und Pflege durch die Rezeptur mit der Blaualge sichergestellt werden kann: Die Tattoopflege. „Medizinisch betrachtet ist das Tattoo eine großflächige Wunde!, so Dr. Spanholtz..Mit bis zu 8000 Stichen pro Minute werde mit einer Nadel Farbe unter die Haut gebracht. Die hierbei entstehenden kleinen Wunden müssen heilen, wobei es wichtig sei, „in der Zeit nach der Tätowierung mit einer speziellen Wirkstoffpflege, wie z.B. der Pflegeserie proTAC®, diesen Prozess zu unterstützen“, erläutert Dr. Spanholtz.

Die Vermeidung von juckender Krustenbildung und die schnelle Heilung haben bei der Tattoopflege oberste Priorität. Aber auch die Erhaltung der Farbechtheit spielt eine wichtige Rolle. „Man kann den Prozess der Heilung einer Tätowierung in drei Phasen unterteilen. In der ersten Phase sollte die Haut auf den bevorstehenden Eingriff vorbereitet und somit die Heilung bereits im Vorfeld unterstützt werden. Die zweite Phase beginnt direkt nach dem Stechen des Tattoos. Hier sollte eine Krustenbildung unbedingt vermieden und die Farbpigmente gezielt geschützt und nicht durch die falsche Pflege geschädigt werden. Die dritte Phase ist als Langzeitpflege zu verstehen, so Spanholtz. „Möchte man die Farbintensität des Motivs bewahren, ist ein Schutz vor der schädlichen UV-­Strahlung elementar wichtig“, erläutert der Experte. Wer lange Spaß an seinen Tattoos haben und stolz auf die eigene Körperkunst sein möchte, sei gut beraten, von Anfang an mit der richtigen Pflege die Heilung und Erhaltung der Farben zu unterstützen. (pm)
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