Blutdruck nicht per Faustregel bestimmen

Heilpraxisnet

Faustregel zur Berechnung von Bluthochdruck ungeeignet

22.08.2014

Bluthochdruck zählt zu den besonders häufigen Beschwerdebildern in Deutschland, doch viele Betroffene sind sich ihrer Hypertonie nicht bewusst. Insbesondere bei älteren Menschen wird der normale Blutdruck oftmals mit Hilfe der Faustregel „Lebensalter plus 100“ berechnet, die jedoch irreführende Ergebnisse liefert, berichtet die Deutsche Hochdruckliga in Heidelberg.

„Jeder zweite Deutsche ist übergewichtig, jeder vierte raucht – das treibt den Blutdruck in die Höhe“, so die Mitteilung der Deutschen Hochdruckliga in Heidelberg. Allerdings ahne „nur jeder zweite Betroffene von seinem Bluthochdruck.“ Zudem würden viele ältere Menschen erhöhte Werte als harmlos empfinden, da sie sich immer noch nach der Faustregel „Lebensalter plus 100“ richten.

Irreführende Faustregel
Als Richtlinie zur Bewertung eines normalen Blutdrucks ist die genannte Faustregel laut Aussage der Deutschen Hochdruckliga keineswegs geeignet. So wäre nach der Regel zum Beispiel für einen 60-Jährigen ein Blutdruck von bis zu 160 mmHg noch akzeptabel, der tatsächlich jedoch als gesundheitsschädlich zu bewerten sei. „Diese Regel führt in die Irre“, denn „Langzeitstudien zeigen eindeutig, dass ein Wert über 140 mmHg auf längere Zeit in jedem Alter gesundheitsgefährdend ist und das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall signifikant erhöht“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hochdruckliga, Professor Martin Hausberg.

Änderungen des Lebensstils
Allgemein raten die Experten der Deutschen Hochdruckliga gegen Bluthochdruck zunächst mit Umstellungen der Ernährung und ausreichend Bewegung anzugehen. „Mit fettarmer Ernährung, täglichen Spaziergängen und höchstens einem Glas Bier am Tag bekommen viele Menschen ihre Werte in den Griff“, so die Mitteilung der Hochdruckliga. Insbesondere bei mäßiger Hypertonie von bis zu 159 zu 99 mmHg sei immer eine Umstellung der Lebensgewohnheiten zu empfehlen, erläuterte Professor Hausberg. Ausgewogene, salzarme Ernährung, Sport, die Vermeidung von Übergewicht sowie der Verzicht auf Rauchen und Alkohol seien hier mögliche Maßnahmen. Doch „Lebensstiländerungen allein ersetzen die Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten nicht immer“, so die Mitteilung der Hochdruckliga. „Wenn die Werte trotz intensiver Bemühungen des Patienten auch nach mehreren Monaten nicht sinken, ist eine Behandlung mit Blutdruck-Medikamenten notwendig“, betonte Professor Hausberg. (fp)

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de