Blutdruckmessgerät gehört in jeden Haushalt

Alfred Domke

Ein Blutdruckmessgerät gehört in jeden Haushalt

21.09.2013

In jeden Haushalt gehöre ein Blutdruckmessgerät, genau so wie die in der Regel enthaltene Waage oder das Fieberthermometer. Dies könnte ein Beitrag zur Früherkennung von Bluthochdruck sein.

Bluthochdruck und seine Folgen
In jedem Haushalt sollte ein Blutdruckmessgerät vorhanden sein. Dazu rieten die beiden Mediziner des Linzer Krankenhauses der Elisabethinen, der Kardiologe Hans Joachim Nesser und der Nephrologe Rainer Oberbauer in einer Pressekonferenz anlässlich eines Kongresses mit rund 300 Teilnehmern zum Thema: „Der Bluthochdruck und seine Folgen“, welcher am Donnerstag in Linz begonnen hat. Dabei wurden auch neue Methoden zur frühzeitigen Diagnose von Folgeschäden des Bluthochdrucks vorgestellt.

Jeder sollte über seinen Blutdruck Bescheid wissen
Die beiden Fachärzte arbeiten zusammen, da Bluthochdruck auf lange Sicht die Nieren zerstöre, jedoch auch Nierenerkrankungen zu Bluthochdruck führen können. In Österreich leiden etwa zwei Millionen Menschen an Bluthochdruck und geschätzte 800.000 an einer Einschränkung der Nierenfunktion. Die Experten meinten: „Ein Messgerät daheim wäre ideal, denn jeder sollte über seinen Blutdruck Bescheid wissen. – Wenn mehr als 60 Prozent der Menschen glauben, man könne erhöhten Blutdruck an Symptomen erkennen, sei das besonders im Anfangsstadium falsch.“

Übergewicht steigt besonders bei Kindern
Das Problem dürfte in der Zukunft noch größer werden, denn die Zahl der Menschen mit Bluthochdruck steige weiter. So nehme Übergewicht weltweit zu und dies besonders bei Kindern. Bei den Heranwachsenden bedeute dies ein vierfach höheres Risiko, in späteren Jahren einen zu hohen Blutdruck zu entwickeln. Dies treffe ab dem 60. Lebensjahr bei jedem zweiten bis dritten Menschen zu.

Neue Methoden vorgestellt
Beim Linzer Kongress wurden auch zwei neue Methoden zur Diagnose von Folgeschäden vorgestellt. So unter anderem Herzultraschall zur Erfassung der gestörten Muskelfunktion bei noch normaler Pumpleistung. Hochdruck bewirkt nämlich eine Reduktion der Muskelverformung des Herzens. Die zweite vorgestellte Methode ist die Erfassung der durch den Hochdruck bedingten Steifigkeitszunahme der Arterien indem die Geschwindigkeit von Pulswellen gemessen wird. Mittels Computertomografie kann zudem der Mikrokalk in den Herzkranzgefäßen bestimmt werden.

Gute Behandlungsmöglichkeiten
Laut den Fachärzten gibt es auch in der Behandlung neue Wege. So soll ein Katheterverfahren in den Nierenarterien Abhilfe schaffen, wenn Patienten medikamentös nicht ausreichend eingestellt werden können. Rund 20 Firmen weltweit würden derzeit an der Weiterentwicklung solcher Kathetersonden arbeiten. In vielen Fällen gibt es aber auch auf natürliche Art und Weise bei Bluthochdruck gute Behandlungsmöglichkeiten. Sportliche Betätigung kann helfen, die Hypertonie in den Griff zu bekommen. Dabei haben sich moderate Ausdauersportarten (Walking, Radfahren, Joggen, Schwimmen), die häufig und regelmäßig in kleineren Abschnitten ausgeübt werden, als am erfolgreichsten herausgestellt. (ad)

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Bild: Dieter Schütz / pixelio.de