Neue Blutgefäße nach Gesicht- Transplantation

Heilpraxisnet

Blutgefäße vernetzen sich nach Gesichtstransplantation neu

04.12.2013

Mediziner konnten beobachten, wie sich Blutgefäße nach einer vollständigen Gesichtstransplantation wieder verzweigten und neue Netzstrukturen bildeten. Mittels einer Computertomographie zeigte sich den Wissenschaftlern, der Fortschritt der neuen Verzweigungen.

Für Patienten, die zum Beispiel in Folge einer Verbrennung des Gesichts eine Gewebetransplantation benötigen, stellen die neu gewonnenen Erkenntnisse einen Lichtblick dar. Relativ häufig ergeben sich bei schwereren Gewebeverletzungen Probleme, wenn der Körper das neue Hautgewebe von Organspendern annehmen soll. Eine der schwerwiegendsten Komplikationen einer mikrochirurgischen Transplantation stellt die Durchblutungsstörung dar. Je früher dabei die Störung festgestellt wird und je früher eine Intervention stattfinden kann, desto größer ist die Chance auf eine günstige Prognose. Für schwer entstellte Menschen ist eine Transplantation von Gewebe oft wie der Beginn eines neuen Lebens, lassen sich doch hässliche Unfallfolgen dadurch weitestgehend retuschieren.

Dank einer speziellen Technik ist es US-Wissenschaftlern gelungen, dass sich bestehende Blutgefäße weiten und auch wieder verlängern. Dadurch wird der Ausbau neuer Gefäßnetzwerke untereinander gefördert. Dieser Vorgang wird im Fachjargon auch „Kollateralisation“ genannt und konnten von den Medizinern bei drei Patienten ein Jahr nach der Transplantation beobachten.

Die Aufnahmen haben die Experten Frank Rybicki und Kanako Kumamaru vom Brigham and Women’s Hospital in Boston (US-Staat Massachusetts) am Mittwoch auf der Jahrestagung der Radiologischen Gesellschaft von Nordamerika (RSNA) in Chicago vorgestellt werden. Seit dem Jahr 2011 haben demnach vier Patienten ein komplett neues Gesicht bekommen. Blutgefäße, die überwiegend mit der Versorgung der hinteren Kopfteile beschäftigt sind, spielen anscheinend bei der Neuorganisation der Blutbahnen eine zentralere Rolle als bisher angenommen. Dies bedeutet für die Zukunft, dass Gefäße vor einer Transplantation auf ihre Funktionsfähigkeit hin genauer überprüft werden müssen. Nur dann kann eine Transplantation Erfolg für die Beteiligten versprechen. Im Jahr 2005 erfolgten die ersten großflächigen Gesichtstransplantationen. Damals war es eine Französin, die in Folge einer Hundeattacke ein Großteil eines Gesichtes transplantiert bekommen hatte. (fr)

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Bild: Tim Reckmann / pixelio.de