Bluthochdruck: Hohes Herzinfarkt-Risiko bei Hitze

Astrid Goldmayer

Sommerhitze kann Herzinfarktrisiko von Patienten mit Bluthochdruck um 60 Prozent erhöhen

31.07.2013

Was angenehm sommerliche Temperaturen für die einen sind, stellt für den anderen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar: Werte von 25 Grad Celsius und mehr belasten vor allem Menschen mit Bluthochdruck oder einer Herzerkrankung. Wie die Deutsche Hochdruckliga (DHL) informiert, erhöht eine Temperaturanstieg von mehr als fünf Grad Celsius von einem auf den anderen Tag das Risiko für Herzinfarkt von Menschen mit Bluthochdruck um etwa 60 Prozent. Vor allem Bluthochdruck-Patienten und älteren Menschen sollte deshalb regelmäßig bei Sommerhitze ihre Werte kontrollieren. Die DHL rät einen Arzt aufzusuchen, sollten die Messergebnisse stark von den üblichen Werten abweichen.

Durch Sommerhitze droht Kreislaufkollaps bei Bluthochdruck
Temperaturen ab 25 Grad Celsius können für Menschen mit Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährlich werden. Es drohen Herzrhythmusstörungen durch die plötzliche Hitze sowie Schwindel, Übelkeit und weitere Herz-Kreislauf-Probleme. Bei Bluthochdruck-Patienten erhöht sich zudem die Herzinfarktgefahr um rund 60 Prozent durch einen plötzlichen Temperaturanstieg von fünf Grad Celsius und mehr, wie die DHL berichtet.

Durch dauerhaft hohe Temperaturen erweitern sich die Blutgefäße, so dass der Blutdruck sinkt. Bei Menschen, die aufgrund ihres hohen Blutdruck Medikamente zur Senkung einnehmen, verstärkt sich dieser Effekt. In der Folge können Betroffene im schlimmsten Fall einen Kreislaufkollaps erleiden. „Bluthochdruck-Patienten sollten besonders in diesen Situationen täglich ihren Blutdruck kontrollieren, ausreichend trinken und gegebenenfalls nach Absprache mit ihrem Arzt die Medikamente anpassen", rät Professor Hans-Georg Predel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DHL. Möglicherweise sei dann eine vorübergehende Reduktion der Medikamentendosis erforderlich. Betroffene sollten ihre Blutdruckwerte dann weiterhin kontrollieren, um bei einem Anstieg schnell gegensteuern zu können. Bei kurzzeitiger Hitze von nur wenigen Tagen müsse Predel zufolge meist keine Anpassung der Medikamentendosis erfolgen. „Sinkt bei länger anhaltenden Temperaturen über 25 Grad der systolische Blutdruckwert dauerhaft auf 110 mmHg oder sogar darunter, sollten Betroffene ihren Arzt aufsuchen.“ Auch wenn die Temperatur wieder fällt oder der Luftdruck schwankt, besteht ein erhöhtes Risiko, da sich die Herzkranzgefäße verkrampfen können.

Bei Urlaubsreisen in heiße Länder gegen Bluthochdruck vorbeugen
Die DHL rät auch bei Reisen in Länder mit hohen Temperaturen zur Vorsicht. Längere Auslandsaufenthalte von Bluthochdruck-Patienten sollten vorab mit dem Arzt besprochen werden. So können Kontrolluntersuchungen vor Reiseantritt durchgeführt werden und für eine ausreichende Menge an Medikamenten gesorgt werden. Betroffene sollten idealerweise nicht nur ihre Medikamente und das Blutdruckmessgerät sondern auch ihre medizinischen Unterlagen immer bei sich tragen. Bei Zeitverschiebungen ist es zudem wichtig die Medikamenteneinnahme entsprechend anzupassen und Über- oder Unterdosierungen zu vermeiden.

„Menschen, die erst kürzlich einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten haben oder bei denen sich die Dosierung und Art der Medikamente aktuell geändert hat, raten wir von Reisen ab“, erläutert Predel. „Hier besteht besonderer Beobachtungsbedarf.“ Denn eine Temperatur- und Ortsveränderung bedeute immer Stress für den Betroffenen. (ag)

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