Bluthochdruck: Sport und gesunde Ernährung drücken den Blutdruck

Sebastian
Bewegung und gute Ernährung helfen bei Bluthochdruck
Der „stille Killer“, so nennen Ärzte die Erkrankung Bluthochdruck. Denn die Anzeichen für einen erhöhten Blutdruck sind selten spürbar. Gerade deshalb steht Bluthochdruck ganz weit oben auf der Liste der unterschätzten Gesundheitsrisiken. Mediziner warnen im Zuge des Welt-Hypertonie-Tages am Sonntag vor den tödlichen Gefahren.

Etwa jeder dritte Bundesbürger leidet an einem zu hohen Blutdruck. Bei den Menschen über 70 Jahre leiden etwa 75 Prozent der Betroffenen an zu hohen Blutdruckwerten. Sehr viele Patienten sind sich der gesundheitlichen Folgen nicht bewusst. Denn bereits die milde Hypertonie – so heißt Bluthochdruck in der medizinischen Fachsprache – kann für den Betroffenen tödlich enden. Davor warnt die Deutsche Hochdruckliga (DHL), die wichtigste Fachgesellschaft auf diesem Gebiet, anlässlich des Welt-Hypertonie-Tages am Sonntag.

Gefäßverengungen können eine Ursache für Bluthochdruck sein.
Gefäßverengungen können eine Ursache für Bluthochdruck sein. Bild: www.fotolia.com © psdesign1

Vorsorgemaßnahmen können schützen
Fast jeder Dritte in Deutschland hat Bluthochdruck, bei den 70 bis 79-Jährigen leiden drei von vier darunter. Das Gefährliche: Bereits eine milde Hypertonie steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und somit einen früheren Tod. Dabei können schon nichtmedikamentöse Behandlungsschritte, etwa Lebensstiländerungen, zu einem gesunden Blutdruck beitragen und so die Gesundheit lange erhalten. Unter dem Motto „Vorsorgen & Gesund bleiben – Bewegung, Entspannung und bewusste Ernährung für einen gesunden Blutdruck“ findet deshalb am 17. Mai 2015 der Welt Hypertonie Tag statt. Der Aktionstag rückt in den Fokus, wie wichtig Vorsorge ist und welche Möglichkeiten jeder Einzelne hat, um zu seiner Gesundheit beizutragen. Welche Vorsorgemaßnahmen sich gut eignen, erklären Vertreter der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention am Welt Hypertonie Tag 2015 bundesweit.

30–50–80: So lautet die Vision der DHL. „Alle Menschen ab 30 Jahren sollten den eigenen Blutdruck kennen. Spätestens ab 50 sollten von Bluthochdruck Betroffene richtig eingestellt sein“, sagt Professor Dr. med. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der DHL® und Direktor der Medizinischen Klinik I für Allgemeine Innere Medizin, Nephrologie, Rheumatologie und Pneumologie des Städtischen Klinikums Karlsruhe. Ziel für die 80-jährigen Patienten sei es, Behinderungen durch Folgekrankheiten des Bluthochdrucks, wie Schlaganfall oder Herzinfarkt, zu vermeiden.

Voraussetzung für Patienten, um einen gut eingestellten Blutdruck zu erreichen, ist ein gesunder Lebensstil oder, wenn das nicht ausreichend ist, zusätzlich durch eine medikamentöse Therapie. „Grundsätzlich sind Lebensstiländerungen das Mittel der ersten Wahl bei ansonsten gesunden Patienten, allein durch sie kann etwa eine milde Hypertonie verschwinden“, sagt Hausberg. Regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Dauerstress, der Abbau von Übergewicht und ein Verzicht auf Nikotin gelten dabei als wichtigste Faktoren. Ebenso wie eine gesunde Ernährung, möglichst gemäß der „DASH-Ernährungsform“ – „Dietary Approach to Stop Hypertension“. Das heißt: wenig Salz und tierische Fette, dafür viel Obst und Gemüse, kaltgepresste Öle und fettarme Milchprodukte.

Lebensstiländerung vermeiden Medikamente
„Oft sinkt der Blutdruck in den ersten drei Monaten nach einer entsprechenden Umstellung des Lebensstils so stark, dass Medikamente nicht notwendig sind“, sagt der Experte und betont aber: „Werden in dieser Zeit jedoch keine unbedenklichen Werte erreicht, darf mit einer medikamentösen Therapie nicht gewartet werden.“

Doch in jedem Falle hilft eine Lebensstiländerung Bluthochdruck vorzubeugen oder wirkt sich positiv auf eine bereits bestehende Erkrankung aus. Auch Hausmittel gegen Bluthochdruck können unterstützend eingesetzt werden. Am 17. Mai 2015, dem Welt Hypertonie Tag, klären Experten deutschlandweit darüber auf und bieten kostenlose Blutdruckmessungen an. (sb)