Borreliose-Infektionen: Besonders viele Zecken in diesem Jahr unterwegs

Zecken können gefährliche Krankheiten wie FSME oder Borreliose übertragen. In diesem Jahr gibt es aufgrund des milden Winters besonders viele der Parasiten. Bei Aufenthalten in der Natur ist daher Vorsicht angebracht. (Bild: Marco2811/fotolia.com)
Alfred Domke
Kleine Blutsauger: Zecken vermehren sich dieses Jahr besonders stark
Zecken können gefährliche Infektionskrankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose übertragen. Aufgrund des milden Winters und des feuchtwarmen Frühjahrs vermehren sich die kleinen Blutsauger dieses Jahr besonders stark. Je höher die Zahl der Parasiten, desto größer die Erkrankungsgefahr.

Dieses Jahr gibt es besonders viele Zecken
Zecken sind gefährliche Krankheitsüberträger. Die kleinen Parasiten können unter anderem Infektionskrankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose übertragen. In diesem Jahr sind besonders viele Zecken unterwegs. Schuld daran ist der verhältnismäßig milde Winter und das feuchtwarme Frühjahr. Professor Martin Pfeffer vom Institut für Tierhygiene der Universität Leipzig hat mit seinem Team festgestellt, dass sich Zecken immer weiter in den Norden ausbreiten. Seit nunmehr einem Jahr ist der Vogtlandkreis in Sachsen FSME-Risikogebiet. Aktuell ist das Endemiegebiet Forschungsgegenstand zweier Studien der Uni Leipzig.

Zecken können gefährliche Krankheiten wie FSME oder Borreliose übertragen. In diesem Jahr gibt es aufgrund des milden Winters besonders viele der Parasiten. Bei Aufenthalten in der Natur ist daher Vorsicht angebracht. (Bild: Marco2811/fotolia.com)
Zecken können gefährliche Krankheiten wie FSME oder Borreliose übertragen. In diesem Jahr gibt es aufgrund des milden Winters besonders viele der Parasiten. Bei Aufenthalten in der Natur ist daher Vorsicht angebracht. (Bild: Marco2811/fotolia.com)

Großteil infiziert sich bei Freizeitaktivitäten
Medizinern zufolge infizieren sich 90 Prozent der an FSME Erkrankten bei Freizeitaktivitäten. Vor allem bei älteren Menschen kann die Erkrankung schwer verlaufen. Bei etwa einem Drittel der Infizierten treten Krankheitserscheinungen auf. Zunächst kommt es zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel. „Bei den FSME-Erkrankten entwickeln etwa 70 Prozent Gehirn-, Hirnhaut- oder Rückenmarkentzündungen“, erklärte Dr. Olaf Leschnik, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Krankenhaus Rodewisch (Vogtlandkreis) in einer Mitteilung. „Manche Patienten müssen nach einer überstandenen FSME-Virusinfektion das Sprechen oder das Laufen neu lernen oder erleiden andere lebenslange Behinderungen. FSME ist nicht ursächlich behandelbar. Wir Ärzte können nur die Symptome lindern, gegen das Virus sind wir machtlos“, so Dr. Leschnik. Gesundheitsexperten raten manchen Menschen, sich gegen FSME durch Zecken impfen zu lassen. So wird die Impfung sowohl den Bewohnern von Risikogebieten empfohlen als auch Personen die dort Urlaub machen und dabei in freier Natur unterwegs sind.

So am besten vor Zecken schützen
Neben FSME können Zecken auch Lyme-Borreliose übertragen. Gegen diese Infektionskrankheit schützt zwar keine Impfung, sie kann jedoch mit Antibiotika therapiert werden. Es ist umso besser, je eher die Krankheit entdeckt wird. Grundsätzlich gilt, sich möglichst gut vor Zecken zu schützen. Idealerweise bleibt man bei Spaziergängen auf den Wegen. Bei Wanderungen sollte stets daran gedacht werden, lange Hosen zu tragen und gegebenenfalls die Hosenbeine in die Socken zu stecken. Auch spezielle Sprays, sogenannte Repellents, können die Krabbeltiere fern halten. Außerdem sollte man sich nach Aufenthalten in der Natur gründlich absuchen und falls nötig, schnell reagieren. Nach einem Zeckenstich ist Eile geboten, warnen Ärzte. Da sich die gefährlichen Erreger acht bis zwölf Stunden nach dem Stich in der Blutlaufbahn ausbreiten, kann man die Gefahr einer Infektion drastisch senken, wenn man Zecken frühzeitig findet und entfernt. (ad)

Advertising