Borreliose: Das Jahr der Zecken 2014

Heilpraxisnet

Borreliose und FSME: 2014 könnte „Jahr der Zecken“ werden

31.05.2014

Der milde Winter könnte mitverursachend sein, dass 2014 möglicherweise zum „Jahr der Zecken“ wird. Die kleinen Blutsauger können verschiedene Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen. Experten geben Tipps, wie man sich gegen Zeckenbisse schützen kann.

Jahr der Zecken
Möglicherweise wird 2014 das „Jahr der Zecken“. In diesem Jahr könnte es zu einer verstärkten Zeckenaktivität in Deutschland kommen. Nicht nur der besonders milde und teilweise feuchte Winter, sondern auch Wildtiere im Wald könnten Gründe dafür sein, denn diese werden von Zecken als Wirte benutzt. Dies zeigt die ZDF-Umweltdokumentationsreihe „planet e“ am Sonntag, den 1. Juni 2014 um 14.45 Uhr unter dem Titel: „Zecken – Gefahr aus dem Wald“. Die Sendung macht sich in Deutschland und den USA auf die Suche nach den Ursachen der Zeckenplage und erklärt, wie gefährlich Zecken wirklich sind.

Wanderröte bei Borreliose
In Deutschland erkranken laut einer Meldung von „zdf.de“ jährlich bis zu 200.000 Menschen an Lyme-Borreliose. Die Krankheit wird durch einen Zeckenbiss hervorgerufen. Da sich der „gemeine Holzbock“, wie die Tierchen auch genannt werden, wegen dem milden Winter prächtig vermehren konnten, könnten in diesem Jahr die Erkrankungsfälle noch höher liegen. Andere Schätzungen gehen jedoch von deutlich niedrigeren oder höheren Zahlen aus. Borreliose gehört zu den bakteriellen Infektionskrankheiten. Anzeichen der Erkrankung können unter anderem Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Nachtschweiß, Fieber oder unspezifischen Gelenk- und Muskelschmerzen, sein. „Ein 100-prozentiges Symptom ist die Wanderröte, die aber nur 50 Prozent der Patienten haben“, sagte Dr. Arnim Schwarzbach gegenüber „mittelhessen.de“. Er erklärte weiter: „Deswegen ist es nicht für alle sicher, aber für die, die sie haben, ist es ein sicheres Krankheitszeichen. Die Wanderröte ist nicht immer erkennbar, denn es gibt über 150 verschiedene Varianten und sie kann an verschiedenen Stellen auftreten, auch da, wo nicht der Biss der Zecke war.“

Nicht in seiner Lebensqualität einschränken lassen
Neben der weitverbreiteten Borreliose wird noch eine weitere Krankheit durch Zecken übertragen: die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME genannt. FSME tritt hierzulande in bestimmten Risikogebieten, vor allem in Süddeutschland, auf. Die Möglichkeiten der Behandlung nach einer Infektion sind eher beschränkt. Auch wenn sich die grippeähnlichen Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Erbrechen lindern lassen, so könne die Krankheit an sich nicht gezielt therapiert werden. Doch im Gegensatz zur Borreliose existiert gegen die FSME eine Schutzimpfung. Wie „Serienhai.de“ schreibt, warnte Trevor Petney, Zeckenforscher aus Karlsruhe, im Zusammenhang mit solchen Krankheiten, vor Übertreibungen: “Angst sollte man vor einem Zeckenstich schon haben. Aber es kann nicht so weit gehen, dass man sich in seiner Lebensqualität einschränken lässt.“

Schutz vor Zecken
Dies sehen auch andere Fachleute ähnlich und weisen darauf hin, dass man sich vor Zecken schützen kann. So auch Dania Richter, eine Biologin, die an der TU Braunschweig an Schutzstrategien gegen Lyme-Borreliose arbeitet. In einem Interview mit „Spiegel Online“ sprach sie unter anderem über Schutzmaßnahmen: „Auf freie Hautpartien sollte man Mückenschutzmittel auftragen – auf der Verpackung steht, ob ein Produkt gegen Zecken wirkt.“ Zudem erklärte sie: „Ich trage außerdem, wenn ich in der Natur bin, immer lange Hosen. Wenn Sie eine Zecke vom Grashalm abstreifen, ist sie erst mal auf der Suche nach einem Stück nackiger Haut, weil sie Textilien nicht durchstechen kann. Die nächstgelegene Eingangspforte für die Zecke ist dann unten am Hosenbein. Dort mache ich dicht, in dem ich die Strümpfe über die Hosenbeine ziehe.“

Körper gründlich auf Zecken absuchen
Nach dem Aufenthalt im Freien sei es wichtig, den Körper gründlich abzusuchen und Zecken zu entfernen, sobald man sie findet. „Danach sollte man die Einstichstelle gründlich desinfizieren, sich aufschreiben, wo die Zecke saß und wann. Sollten sich Symptome zeigen, kann man dem Arzt Auskunft geben.“ Dr. Ulrich Stahl verwies gegenüber „mittelhessen.de“ darauf, dass man Zeckenrisikogebiete meiden könne: „Dazu zählen Grasflächen und Buschland. Aber, und das ist ganz wichtig zu wissen, überall können Zecken vorkommen. Es ist nicht so, dass sie nur in einer halben Meter Höhe im Busch sitzen, sie können auch auf dem Boden, im Gras, im Sand und auf der Wiese sein.“ (ad)

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