Breitband-Antikörper gegen HIV

Sebastian

Neue Erkenntnisse zur HIV-Impfung

05.04.2013

Breitband-Antikörper können sich den Mutationen des HI-Virus anpassen und teilweise neutralisieren. Aids-Forscher der Duke University School of Medicine aus dem Kalifornischen Durham untersuchten die Wirkung dieser Antikörper und gewannen dabei Erkenntnisse, die zur Entwicklung eines HIV-Impfstoffs beitragen könnten.

Antikörper neutralisieren HI-Viren
Das Forscherteam um Hua-Xin Liao untersuchte den Wettlauf zwischen Antikörpern und HI-Viren bei einem afrikanischen Mann über mehr als drei Jahre. Die Studie begann etwa vier Wochen, nachdem sich der Mann infiziert hatte.

Die Erkenntnisse der Forscher könnten richtungweisend für die Entwicklung eines HIV-Impfstoffs sein. Die ständigen Mutationen der HI-Viren waren dabei bislang das größte Problem, da sich die Erreger auf diese Weise permanent der neutralisierenden Wirkung der Antikörper entziehen. Wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ schreiben, treten jedoch bei etwa 20 Prozent der HIV-Infizierten im Laufe der Zeit sogenannte Breitband-Antikörper auf, deren „Entwicklung als Vorlage für eine effektive Impfung dienen könnte“.

Auch bei dem afrikanischen Patienten bildeten sich Breitband-Antikörper, die Virus-Bestandteile angreifen, die weniger mutieren und deshalb effektiver bekämpft werden können. Verantwortlich für die Bildung der Breitband-Antikörper sei ein Protein auf der Hülle des Virus, so die Forscher. Wie sich zeigte mutierte das Virus fortlaufend, indem es seine Struktur veränderte. Die Antikörper veränderten sich dabei ebenfalls, so dass alle das ursprüngliche Virus neutralisierten. Zudem nahm ihre Wirksamkeit gegen die mutierten Viren zu. „Der ausgereifte Antikörper neutralisierte fast 55 Prozent der HIV-Isolate“, schreiben Liao und sein Team. Diese Erkenntnisse könnten nun in die Entwicklung eines HIV-Impfstoffs einfließen.

HIV-Selbsttest nicht in Deutschland zugelassen
Jüngst erregte eine andere HIV-Studie Aufmerksamkeit, in der die Wirksamkeit von HIV-Selbsttests untersucht wurde. Das Forscherteam um Nitika Pant Pai von der Mc Gill University in Montreal, Kanada kam zu dem Ergebnis, dass HIV-Selbsttest mehr Menschen ansprechen als Tests, die in Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen durchgeführt werden. Einer der Hauptgründe sei demnach die Diskretion. In Deutschland sind HIV-Selbsttests jedoch bislang nicht zugelassen. Experten zufolge sei die Sicherheit bei den Testergebnissen möglicherweise noch nicht so zuverlässig. (sb)

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