Brennende und juckende Augen: Die Augengrippe breitet sich weiter staerker aus

In Bonn breitet sich derzeit die Augengrippe aus. Diese aggressive Form der Bindehautentzündung wird durch hoch ansteckende Adenoviren ausgelöst. Patienten sollten vorerst zu Hause bleiben. (Bild: Birgit Reitz-Hofmann/fotolia.com)
Alfred Domke
Hochansteckendes Adenovirus: In Bonn grassiert die „Augengrippe“
Die sogenannte Augengrippe breitet sich in einigen Gegenden Deutschland stark aus. Patienten leiden und Augenschmerzen und Augenjucken. Die Erkrankung wird durch ansteckende Adenoviren ausgelöst. Die Epidemie breitet sich in Bonn sehr schnell aus. Patienten werden dort dazu angehalten, zu Hause zu bleiben.

Schon über 100 Fälle von Augengrippe gemeldet
In den vergangenen zwei Wochen sind beim Gesundheitsamt der Stadt Bonn über 100 Fälle der sogenannten Augengrippe gemeldet worden. Betroffene leiden an geröteten, tränenden und juckenden Augen. Die Augen sind zudem auch lichtscheu. Ausgelöst wird diese aggressive Form der Bindehautentzündung durch einen hoch ansteckenden Adenovirus.

In Bonn breitet sich derzeit die Augengrippe aus. Diese aggressive Form der Bindehautentzündung wird durch hoch ansteckende Adenoviren ausgelöst. Patienten sollten vorerst zu Hause bleiben. (Bild: Birgit Reitz-Hofmann/fotolia.com)
In Bonn breitet sich derzeit die Augengrippe aus. Diese aggressive Form der Bindehautentzündung wird durch hoch ansteckende Adenoviren ausgelöst. Patienten sollten vorerst zu Hause bleiben. (Bild: Birgit Reitz-Hofmann/fotolia.com)

Hoch ansteckend und widerstandsfähig
Laut Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind Adenoviren „eine Erregergruppe, die eine Vielzahl von Erkrankungen auslöst, u.a. der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes oder der Augenbindehaut und Hornhaut. Die Viren sind hoch ansteckend und widerstandsfähig.“

Dies zeigt sich auch in Bonn, wo die Krankheit nur schwer in den Griff zu bekommen ist. Wie Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann gegenüber dem „Bonner General-Anzeiger“ mitteilte, sei die Erkrankung meldepflichtig. „Das tückische ist die lange Inkubationszeit von bis zu zwölf Tagen, zudem ist das Virus umweltresistent“, so der Sprecher.

Regelmäßig Händewaschen
Meist werden die Viren in der Tränenflüssigkeit über die Hände verbreitet, an denen Erreger haften. Um sich vor einer Infektion zu schützen, sollten bestimmte Maßnahmen ergriffen werden: Die wichtigste Hygieneregel ist Händewaschen. Dies gilt vor allem, wenn man die Augen mit den Händen berührt hat.

Zudem sollten Menschen, die mit Patienten zusammen wohnen, stets eigene Handtücher und andere Hygieneartikel wie Waschlappen benutzen. Die Arbeit oder Besuche in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten sind während der Entzündung tabu. Erkrankte sollten so lange zu Hause bleiben, bis die Symptome abgeklungen sind.

Entzündung klingt meist von selbst wieder ab
Kommt es zu einer Infektion, zeigt sich zu Beginn eine Rötung auf einem oder beiden Augen, gefolgt von einer Schwellung der Augenbindehaut. Betroffene haben ein Fremdkörpergefühl im Auge.

Das Auge juckt, tränt und reagiert empfindlich auf Licht. Häufig entwickeln sich auch eine Augenlidschwellung und eine Vergrößerung der Lymphknoten vor dem Ohr.

In manchen Fällen kann die Entzündung nach etwa einer Woche auf die Hornhaut des Auges übergreifen. Zwar klingt die Bindehautentzündung nach zwei bis vier Wochen meistens von selbst wieder ab, doch leichte Trübungen der Hornhaut können unter Umständen noch einige Zeit bestehen bleiben. In der Regel heilt die ansteckende Augenbindehaut- und Hornhautentzündung vollständig und folgenlos aus.

Erkrankte sollten einen Augenarzt aufsuchen
Eine ursächliche Behandlung gegen das Virus steht nicht zur Verfügung. Nur die Beschwerden können gelindert werden. Erkrankte sollten einen Augenarzt konsultieren.

Die Herkunft des Adenovirus ist bislang unklar. Forscher nehmen an, dass es nicht vom Menschen stammt, sondern von Tieren. 2011 haben Mediziner aus den USA berichtet, dass erstmals nachweislich Adenoviren von Affen auf Menschen übertragen worden waren.

Experten empfahlen damals, Adenoviren künftig sorgfältiger zu beobachten, um rechtzeitig auf mögliche Gefahren für den Menschen aufmerksam zu werden. (ad)

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