Britische Wissenschaftler: Duftkerzen können Krebs fördern

Duftkerzen können unter Umständen das Krebsrisiko erhöhen. (Bild: PhotoSG/fotolia.com)
Fabian Peters
Duftkerzen und Co könnten Krebs auslösen
Vor allem in den kalten Wintermonaten sind Duftkerzen beliebt. Wenn es draußen stürmt und schneit vermitteln der flackernde Kerzenschein und das verströmte Aroma einen Hauch von Gemütlichkeit. Britische Wissenschaftler berichten jetzt aber von möglichen Gesundheitsgefahren. Demnach könnten Duftkerzen womöglich sogar Krebs auslösen.

Duftkerzen sorgen für Gemütlichkeit
Wenn draußen ein kalter Winterwind weht, machen es sich viele Menschen drinnen gerne mit einer Duftkerze gemütlich. Die flackernde Flamme und der verströmte Duft sorgen dafür, dass man sich gut entspannen kann. Wie britische Wissenschaftler aber nun herausgefunden haben, sind in Duftkerzen häufig unerwünschte Stoffe enthalten, die auch der Gesundheit gefährlich werden können. So wurde in einer Studie am National Centre of Atmospheric Science an der University of York in Großbritannien festgestellt, dass viele solcher Produkte Formaldehyd freisetzen – einen Stoff, der als potentieller Krebserreger gilt.

Duftkerzen können unter Umständen das Krebsrisiko erhöhen. (Bild: PhotoSG/fotolia.com)
Duftkerzen können unter Umständen das Krebsrisiko erhöhen. (Bild: PhotoSG/fotolia.com)

Krebserreger Formaldehyd
So zeigte beispielsweise eine Untersuchung vor einigen Jahren, dass es bei Arbeitern, die über mehrere Jahre Formaldehyd ausgesetzt waren, eine erhöhte Sterblichkeit durch Tumore im Nasen-Rachenraum gab. In der jüngeren Vergangenheit wird zudem oft vor Stoffen wie Formaldehyd in E-Zigaretten gewarnt, die heutzutage von manchen Experten als teilweise problematischer als normales Rauchen eingestuft werden. In den Duftkerzen ist Formaldehyd nicht direkt enthalten, doch bei der Herstellung werden oft sogenannte Limonene eingesetzt – Stoffe, die den Kerzen einen Duft zum Beispiel nach Zitrusfrüchten verleihen. Auch in anderen Produkten wie Raumerfrischern oder Reinigungsmitteln sind sie häufig enthalten.

Wesentlich höhere Konzentrationen als angenommen
Limonene können zwar bei Allergikern gesundheitliche Beschwerden wie Hautreizungen, Kopfschmerzen und Übelkeit auslösen, krebserregend sind sie an sich jedoch nicht. Die britischen Wissenschaftler stellten jedoch fest, dass sich die Duftstoffe teilweise in Formaldehyd verwandeln, wenn sie mit der Raumluft in Berührung kommen. Formaldehyd ist giftig, kann Krebs auslösen und auch schon in geringeren Dosen unter anderem zu Nasenbluten, Husten oder Augenbrennen führen. Wie das Team um Professor Alastair Lewis laut „BBC“ berichtet, waren sie sehr überrascht, dass die in den untersuchten Produkten enthaltenen Limonenduftkonzentrationen bis zu 100 Mal höher waren, als bisher gedacht.

Räume regelmäßig lüften
Die Sorge der Experten steigt zudem wegen der modernen Wohnungen und Häuser, die so gut gedämmt sind, dass wenig Luft entweichen kann. Dadurch erhöhe sich die Verweildauer der ohnehin bereits hohen Formaldehyd-Konzentrationen und könnte langfristig zu negativen Gesundheitsfolgen führen. Professor Lewis rät grundsätzlich zu mehr Vorsicht bei der Verwendung von Duftkerzen oder duftenden Reinigungsmitteln. „Noch wissen wir nicht, welche langfristigen Folgen durch Formaldehyd drohen“, so der Studienleiter. Wenn man solche Produkte trotzdem verwendet, sollte unbedingt regelmäßig gelüftet werden – und zwar unmittelbar nach der Verwendung. Auch Zimmerpflanzen können das Problem etwas verringern. Diese können Formaldehyd und andere giftige Stoffe teilweise absorbieren. Den Wissenschaftlern zufolge fanden sich in früheren Studien besonders gute Effekte bei Efeu, Geranien und Farnen. (ad)

Advertising