Bronchitis: Abwarten ist die beste Medizin

Heilpraxisnet

Abwarten ist die beste Medizin

06.01.2014

Jeder hat schon mal das stechende Gefühl beim Atmen und das mitunter schmerzhafte Husten kenngelernt. Gerade in der Winterzeit treten Erkrankungen an den Atemwegen vermehrt auf und aus den Wartezimmern der Arztpraxen ist bellendes Husten zu vernehmen. Viele Patienten kommen mit einer Bronchitis zu ihrem Arzt.

Eine Bronchitis, also eine Entzündung der Bronchialschleimhaut, tritt entweder akut auf oder sie verläuft chronisch. Bei der akuten Bronchitis sind Viren meistens der Auslöser für die Entzündung der Atemwege, beziehungsweise der Bronchien und diese Erkrankung zählt mit zu den häufigsten Gründen, warum ein Arzt in der Winterzeit aufgesucht wird. Sehr häufig ist eine akute Bronchitis die Folge einer Erkältungskrankheit, die sich zuerst im Nasen-Rachen-Raum breitgemacht hat und dann tiefer in den Körper gewandert ist. Übertragen werden die Erreger einer akuten Bronchitis durch kleinste Tropfen beim Niesen, Husten oder Sprechen (Tröpfcheninfektion) oder durch Schmierinfektion über die Hände.

Neben Husten, einer vermehrten Schleimproduktion, zählt auch Fieber zu den Allgemeinsymptomen. Daher lässt sich nicht immer sofort feststellen, ob man sich eine Bronchitis zugezogen hat. Ist dazu auch die Luftröhre in Mitleidenschaft gezogen, sprechen Mediziner von einer akuten Tracheobronchitis, was ist bei den meisten Patienten der Fall. „Jeder Erwachsene hat ein- bis zweimal im Jahr eine akute Bronchitis“, schätzt Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) in Heidenheim (Baden-Württemberg).

Raucher leiden eher an chronischer Bronchitis
An einer chronischen Bronchitis leiden vor allem Raucher, die sich in Folge des Zigarettenrauchs und dessen Inhaltstoffe aber auch durch andere Reizstoffe bildet. Auch Asthma kann eine Bronchitis begünstigen. Doch was passiert eigentlich wenn die Bronchien angegriffen werden? In erster Linie stören die Viren die Funktionsfähigkeit de Atemwege „Die Viren können die Flimmerhärchen schädigen, etwa ihre Schlagfrequenz einschränken“, erklärt Ludger Klimek von der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.“

Dabei wird das Sekret innerhalb der Bronchien klebrig und zäh, Teilbereiche schwellen an oder verkrampfen. Die Aussonderungen werden nur noch schlecht abtransportiert, was als unangenehme Reizung empfunden wird und zu Husten führt. „Meist ist der Husten zunächst trocken, ohne Auswurf“, erläutert Heidrun Holstein, Medizinerin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Nach zwei bis drei Tagen fängt der zähflüssige Schleim sich langsam an zu lösen und über den Husten aus den Bronchien heraus transportiert. „In der Regel dauert die Infektion ungefähr 14 Tage und heilt dann, auch ohne dass man etwas tut“, so Fachmann Hellmann. Sind die Beschwerden jedoch zu stark, sollte eine Behandlung der Symptome in Betracht gezogen werden, um den Atemwegen eine Linderung zu verschaffen. Gerade nachts während des Schlafs, ist ein ständiger, schmerzhafter Husten besonders unangenehm. Eine Inhalation mit Kamille oder einer Kochsalzlösung vor dem zu Bett gehen kann Linderung verschaffen.

Hausmittel bei Husten wie Honig, Zwiebelsud oder salzige Suppen haben ebenfalls eine lange Tradition bei der Behandlung einer Bronchitis. Reicht das nicht aus, können Hustenblocker vorübergehend Erholung bringen. „Man sollte den Husten jedoch auf keinen Fall komplett unterbinden. Der Schleim muss ja raus aus dem Körper“, erklärt Holstein. Außerdem hilft ordentlich Wasser oder Tee trinken dabei, den Schleim zu verflüssigen. Nicht immer sind Viren der Auslöser für eine Erkrankung der Bronchien. Jede zehnte akute Bronchitis wird nicht durch Viren, sondern durch Bakterien verursacht, so Hellmann „Anzeichen dafür sind hohes Fieber, eitriger oder schlecht riechender oder schlecht schmeckender Auswurf.“ Treten diese Symptome auf, sollten Patienten zum Arzt gehen. Mittels Rachenabstrich oder über einen Bluttest kann geklärt werden, ob Bakterien der Auslöser sind. Ist das der Fall, wird in der Regel sofort ein Antibiotikum verschrieben. Bei länger anhaltenden und besonders schweren Symptomen muss unter Umständen auch geröntgt werden, damit eine Lungenentzündung ausgeschlossen werden kann. (fr )

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Bild: Sigrid Rossmann / pixelio.de