Brustkrebs durch Hormonbehandlungen

Fabian Peters

Viele Brustkrebsfälle wären vermeidbar: Zu wenig Bewegungen und Hormonersatztherapien fördern nach neusten Studien das Brutskrebsrisiko.

Regelmäßige körperlich Bewegung und der Verzicht auf eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren kann das Brustkrebs-Risiko bei Frauen deutlich senken. Knapp ein Drittel der Brustkrebsfälle bei älteren Frauen wären einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zufolge vermeidbar.

Brustkrebs ist vermeidbar
Die Experten des DKFZ fanden im Rahmen einer umfassenden Studie heraus, dass etwa 30 Prozent der Brustkrebsfälle bei älteren Frauen durch den Verzicht auf die Hormonersatztherapie und mehr Bewegung verhindert werden könnten. Im Rahmen ihrer Studie hatten die Wissenschaftler des DKFZ zudem auch andere Risikofaktoren für Brustkrebs wie zum Beispiel Übergewicht und Alkoholkonsum genauer unter die Lupe genommen. An der sogenannten „Marie-Studie“ nahmen 9.640 Frauen teil, von denen 3.074 bereits eine Brustkrebsdiagnose vorliegen hatten. Die übrigen Teilnehmerinnen dienten als Kontrollgruppe.

Hormonbehandlungen und wenig Bewegung begünstigen Brustkrebs
Im Rahmen der Studie habe sich ergeben, dass 19,4 Prozent der Krebsfälle nach den Wechseljahren auf Hormonpräparate zurückzuführen und 12,8 Prozent durch einen am Mangel an körperlicher Aktivität zu begründen seien, erläuterten die Wissenschaftler bei der Veröffentlichung ihrer Studienergebnisse in der aktuellen Ausgabe Fachzeitschrift „Cancer Epidemiology“. Die Autorin Karen Steindorf betonte, dass wenn sich „in diesen beiden Bereichen Verhaltensänderungen herbeiführen“ ließen, „fast 30 Prozent aller Fälle von Brustkrebs nach den Wechseljahren verhindert werden“ könnten. Die Experten des DKFZ raten daher, auf eine Hormonersatztherapie zu verzichten, wenn diese nicht unbedingt erforderlich sei. Ohnehin sei die bis vor wenigen Jahren weit verbreitetet Behandlung von Wechseljahresbeschwerden bereits deutlich zurückgegangen seit Wissenschaftler feststellten, dass diese das Krebsrisiko erhöhen. Nun hat die Studie des DKFZ verdeutlicht das in Bezug auf das Brustkrebsrisiko den Hormonbehandlungen sogar mehr Bedeutung beigemessen werden muss als beispielsweise dem Alkoholkonsum oder Übergewicht.

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Häufige Krebsdiagnose Brustkrebs
Brustkrebs ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (Rki) in Deutschland weit verbreitet und bei den Frauen mit einem Anteil von 28 % aller Krebsneuerkrankungen die häufigste auftretende Krebserkrankung. Jedes Jahr erkrankten hierzulande rund 58.000 Frauen an einem Mammakarzinom, wobei die Patientinnen bei der Diagnose durchschnittlich 64 Jahre alt sind. Insgesamt sterben deutschlandweit mehr Frauen an Brustkrebs als an allen anderen Krebserkrankungen. .Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zu Folge gibt es weltweit über eine Millionen neue Erkrankungsfälle jährlich – etwa 580.000 davon in den Industriestaaten. Als Ursache für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko können dabei auch Faktoren sein, die von den Frauen nicht beeinflusst werden können. So gilt zum Beispiel Brustkrebs in der Familie als erheblicher Risikofaktor, weil vererbte genetische Veränderungen das Risiko eien Mammakarzinoms deutlich erhöhen. Darüber hinaus ist nach Aussage der Experten auch bei Frauen, die sehr früh ihre erste Regelblutung hatten und bei Frauen deren Wechseljahre erst spät einsetzen, das Brustkrebsrisiko deutlich erhöht. Da mit dem Alter das Brustkrebsrisiko steigt werden in Deutschland bereits seit einigen Jahren Mammografie-Screenings angeboten, zu dem Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eingeladen werden. Bis heute ist der Nutzen dieses Screenings unter Wissenschaftlern jedoch umstritten. (fp)

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