Brustkrebs ist zukünftig im Urin nachweisbar

Fabian Peters
Urintest kann Brustkrebs nachweisen
Brustkrebs kann in Zukunft möglicherweise mit Hilfe eines einfachen Urintests nachgewiesen werden. Forscher der Universität Freiburg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben einen Ansatz zum Nachweis von Brustkrebs anhand von Urinproben entwickelt. Ihre Ergebnisse wurden in dem Fachmagazin „BMC Cancer“ veröffentlicht.

Ausgehend von neueren Studien, in denen ein Nachweis von Brustkrebs über die sogenannte Mikro-RNA bei Bluttests erfolgte, haben die Forscher untersucht, ob bestimmte Muster der Mikro-RNA im Urin als innovative Biomarker für die Erkennung von Brustkrebs nutzbar sind. Sie konnten bestimmte Profile identifizieren, anhand derer Brustkrebs mit über 90-prozentiger Genauigkeit feststellbar war. Die Moleküle im Harn gaben ihnen Auskunft über vorliegende Brustkrebserkrankungen.

Brustuntersuchung
Brustkrebs ist im Urin nachweisbar. (Bild: underdogstudios/fotolia.com)

Spezielle Mikro-RNA-Profile weisen auf Brustkrebs hin
Die Wissenschaftler untersuchten im Rahmen ihrer Studie den Urin von 24 gesunden Probandinnen und 24 Brustkrebspatientinnen, die bislang keine Behandlung erhielten. Sie identifizierten dabei spezielle Mikro-RNA-Zusammensetzungen, die auf eine Erkrankung hinweisen. „Es wurden signifikante Unterschiede in der Expression von vier Brustkrebs-assoziierten Mikro-RNAs gefunden“, berichten die Forscher. So sei die Konzentration der „miR-155“ im Urin der Brustkrebspatientinnen signifikant erhöht gewesen und im Gegensatz dazu hätten die Brustkrebspatientinnen eine wesentlich geringere Expression von „miR-21“, „miR-125b“ und „miR-451“ aufgewiesen als die gesunden Frauen. Anhand der vier Mikro-RNAs seien Brustkrebserkrankungen mit hoher Genauigkeit nachweisbar..

Neue Methode zur Brustkrebsdiagnose?
Die Forscher kommen zu dem Schluss, das eine Brustkrebs-Diagnose auf Basis der Mikro-RNA-Profile eindeutig möglich ist. Hierfür reiche die Analyse der Expression von vier im Urin nachweisbaren Mikro-RNA aus. Die deutlichen Muster bieten die Möglichkeit für eine Unterscheidung zwischen gesunden Frauen und Brustkrebspatientinnen, schreiben die Wissenschaftler. So sei die Untersuchung der Mikro-RNA im Urin als nicht-invasive innovative Methode zur Brustkrebsdiagnose und möglicherweise auch als Instrument der Früherkennung geeignet. (fp)