Brustkrebs-Screening startet ab 2. Januar

Alfred Domke

Ab Januar startet Brustkrebs-Screening

29.12.2013

In Österreich startet ab dem 2. Januar das kostenlose Brustkrebs-Früherkennungsprogramm. Damit sollen mehr Frauen vor einem Tod durch Krebs bewahrt werden. Auch in Deutschland ist die Krebsfrüherkennung gesetzlich verankert.

1,5 Millionen Frauen erhalten Einladungen
Seit 2009 liefen die Planungen, lange Zeit konnten sich Kassen und Ärzte nicht auf Tarife einigen, doch nun ist es so weit: am 2. Januar 2014 startet das österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm. Insgesamt werden 1,5 Millionen Frauen zwischen 45 und 69 Jahren dann automatisch alle zwei Jahre eine schriftliche Einladung zur Mammographie erhalten.

Freiwillige kostenlose Untersuchung
Pro Monat sollen etwa 63.000 Einladungen verschickt werden. Begonnen werden soll am kommenden Donnerstag mit Frauen im Alter von 69 Jahren. Auch Frauen im Alter zwischen 40 und 44 sowie 70 und 74 Jahren könnten eine Einladung anfordern. Im Regelfall sei die freiwillige Untersuchung mit keinen Kosten verbunden. Es sei auch keine separate ärztliche Überweisung zu einer der 191 Radiologie-Stationen des Landes notwendig, eine Einladung reiche aus.

Erkrankungen im heilbaren Stadium aufdecken
Pro Jahr erkranken in Österreich etwa 5.000 Frauen an Brustkrebs, rund 1.600 sterben jährlich. Die Früherkennung soll die Erkrankungen im heilbaren und nicht metastasierten Stadium aufdecken und somit die Überlebensrate und den Anteil der möglichen brusterhaltenden Operationen erhöhen. Von den infrage kommenden Österreicherinnen hatten bislang höchstens rund 40 Prozent an diesen Früherkennungsuntersuchungen teilgenommen. Durch die Einladungen soll die Quote längerfristig auf 70 Prozent erhöht werden.

Speziell geschulte Radiologen
Michael Fuchsjäger, Leiter der Abteilung für allgemeine radiologische Diagnostik an der MedUni Graz erklärte: „Das Gute ist, dass wir jetzt einheitliche Standards haben.“ Alle 570 teilnehmenden Radiologen seien speziell geschult worden und außerdem werde jede Mammographie-Aufnahme unabhängig von zwei Radiologen beurteilt. Die Daten würden für jede einzelne Teilnehmerin und darüber hinaus auch gesamt ausgewertet. Dies geschehe anonymisiert. Fuchsjäger relativierte auch die Bedenken vieler Frauen wegen der Strahlendosis bei der Mammographie. Sie entspreche „nur“ der Dosis zweier Interkontinentalflüge.

Situation in Deutschland
Brustkrebs ist die häufigste Krebsdiagnose bei Frauen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 55.000 Frauen an Brustkrebs. Rein statistisch ist somit jede zehnte Frau betroffen. Die Chance bei der Frühdiagnose die Brust zu erhalten steigt auf 60 Prozent. Ein gewichtiges Argument also, rechtzeitig und regelmäßig zur Mammographie zu gehen. In Deutschland ist die Krebsfrüherkennung gesetzlich verankert. Die darin enthaltenen Angebote werden von den Krankenversicherungen finanziert. So wird bei Frauen ab 30 einmal jährlich die Abtastung der Brüste und der Achselhöhlen sowie eine Anleitung zur Brustselbstuntersuchung angeboten. Und Frauen ab 50 bis einschließlich 69 erhalten alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammographie. (ad)

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