Brustkrebs-Therapie: Neuer Wirkstoff wird getestet

Ein neuer Wirkstoff, der die Behandlung von Brustkrebs revolutionieren könnte, wird aktuell in einer Phase-III-Studie getestet. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)
Fabian Peters
Vielversprechende kombinierte Therapie mit neuem Wirkstoff gegen Brustkrebs
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, wobei allerdings zwischen verschiedenen Subtypen unterschieden wird. Entsprechend sind auch die Möglichkeiten der Behandlung äußerst unterschiedlich. Für die Therapie der häufigsten Brustkrebsart (früher hormonrezeptor-positiver, HER2-negativer Brustkrebs) steht voraussichtlich schon bald eine Therapieoption zur Verfügung. In einer internationalen Phase-III-Studie wird die neue Methode aktuell getestet.

Die große internationalen Studie „ABCSG 42/PALLAS“ untersucht, ob der Wirkstoff Palbociclib, der schon bei metastasiertem Brustkrebs äußerst vielversprechende Wirkung gezeigt hat, auch die Therapieerfolge bei der häufigsten Brustkrebsart verbessert, so die Mitteilung der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien). In zahlreichen Behandlungszentren weltweit soll das Medikament kombiniert mit der endokrinen Standardtherapie getestet werden. Ein Erfolg könnte die Brustkrebstherapie revolutionieren, berichtet Michael Gnant, Leiter des Brustgesundheitszentrums der MedUni Wien und Studienleiter außerhalb der USA.

Ein neuer Wirkstoff, der die Behandlung von Brustkrebs revolutionieren könnte, wird aktuell in einer Phase-III-Studie getestet. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)
Ein neuer Wirkstoff, der die Behandlung von Brustkrebs revolutionieren könnte, wird aktuell in einer Phase-III-Studie getestet. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Kombinierte Therapie soll an 4.600 Probanden untersucht werden
Brustkrebsbehandlungszentren in den USA, Australien, Belgien, Spanien und Österreich wurden bereits für die Teilnahme an der Studie ausgewählt und auch in weiteren Ländern sollen Studienzentren hinzukommen. „Weltweit sollen 4.600 PatientInnen in 25 Ländern in diese größte internationale Phase-III-Studie, die es für PatientInnen mit hormonrezeptor-positivem frühem Brustkrebs gibt, eingebracht werden“, so die Mitteilung der MedUni Wien. Dabei werde rund die Hälfte der Probanden in den USA rekrutiert. In der Studie wird geprüft, ob die begleitende Verabreichung des Wirkstoffs Palbociclib die Ergebnisse der endokrinen Standardtherapie verbessern kann.

Medikament zeigte schon bei metastasiertem Brustkrebs Erfolge
Die endokrine Standardtherapie hemmt die Bildung der Hormone, die für den Brustkrebs verantwortlich gemacht werden. Rund 75 Prozent der neudiagnostizierten Brustkrebsformen sind laut Mitteilung der MedUni Wien „hormonrezeptor-positiv“ – ihr Wachstum wird durch die Ausschüttung von Geschlechtshormonen befeuert. Palbociclib bilde einen sogenannten Kinase-Hemmer, der das Zellwachstum und die Zellteilung von Tumorzellen reduziere, so die Mitteilung der MedUni Wien weiter. Studienleiter Michael Gnant erläutert, dass der Wirkstoff „beim metastasierten Brustkrebs bereits in Zulassung (ist) und dort große Therapieerfolge“ zeigt.

Wirkstoff im vergleichenden Test
In der aktuellen Studie wird nun das „krankheitsfreie Überleben zwischen der endokrinen Standardtherapie (mindestens 5 Jahre) plus dem Wirkstoff Palbociclib (2 Jahre) gegenüber der endokrinen Standardtherapie allein (mindestens 5 Jahre)“ getestet, so die Mitteilung der MedUni Wien. Weibliche und männliche Brustkrebspatienten mit ER-positivem und HER2-negativem Mammakarzinom und einem Rezidivrisiko im Stadium II oder III sind für die Teilnahme an der Studie vorgesehen. Bei allen Teilnehmenden wurde zuvor der Tumor bereits operativ entfernt.

Ziel ist die dauerhafte Heilung
In Österreich werden laut Studienleiter Gnant voraussichtlich bis zu 500 heimische Patientinnen und Patienten in die Studie einbezogen und erhalten so Zugang zu dieser neuen Therapie. Der Wirkstoff habe das Potenzial, die Therapie des frühen, hormonrezeptor-positiven Brustkrebs, zu revolutionieren. „Unser Ziel ist es, das progressionsfreie Überleben zu verlängern und langfristig die dauerhafte Heilung eines Großteils der PatientInnen zu erreichen“, betont Gnant. (fp)

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