Brustkrebsvorsorge: Angelina Jolie als Vorbild

Heilpraxisnet

Brustkrebs: Vorsorgeuntersuchungen durch „Angelina-Jolie-Effekt“ verdoppelt

21.09.2014

Im vergangenen Jahr hat sich die US-amerikanische Schauspielerin Angelina Jolie wegen einer genetischen Vorbelastung beide Brüste amputieren lassen. Laut Experten hatte ihre Offenheit einen enormen Einfluss auf andere Frauen gehabt. Die Zahl der Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen habe sich mehr als verdoppelt.

Schauspielerin ließ sich beide Brüste amputieren
Im Mai 2013 war bekannt geworden, dass sich die US-amerikanische Schauspielerin Angelina Jolie beide Brüste hatte amputieren lassen. Da bei ihr in einem Gentest das Brustkrebs-Risikogen BRCA-1 entdeckt worden war und sie ein erhöhtes familiäres Risiko aufwies, weil ihre Mutter im Alter von 56 Jahren an Eierstockkrebs gestorben war, entschied sich die Hollywood-Größe für die Mastektomie. Die damals 37-jährige Jolie berichtete, dass die Ärzte ihr Brustkrebsrisiko auf 87 Prozent und die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung an Eierstockkrebs auf 50 Prozent geschätzt hätten.

Öffentliches Geständnis führt zu „Angelina-Jolie-Effekt“
Das schockierende Geständnis der Schauspielerin hat einen regelrechten Hype ausgelöst, Experten sprechen vom „Angelina-Jolie-Effekt“. So hat eine Studie der britischen Vorsorge-Organisation „Genesis Breast Cancer Prevention“ ergeben, dass sich die Zahl der Frauen, die sich auf das BRCA-1-Gen untersuchen ließen, in den zwei Monaten nach Jolies Bekanntgabe um 144 Prozent erhöht hatte. „Brustkrebs kam bei diesen Frauen in der Familie vor, aber sie ließen sich nicht untersuchen, bis sie von Angelina Jolies OP erfuhren“, sagte Studienleiter Lester Barr gegenüber der britischen Tageszeitung „Mirror“.

Großer Einfluss auf andere Menschen
Professor Gareth Evans von der „Genesis Breast Cancer Prevention“ meinte: „Angelina Jolie hat mit ihrem Geständnis einen größeren Einfluss auf die Menschen gehabt als andere Promi-Meldungen, vielleicht gerade aufgrund ihres glamourösen und starken Images.“ Und die Chefin der britischen „Breast Cancer Campaign“, Delyth Morgan, lobte: „Ohne Angelina Jolies Offenheit, über ihre BRCA1-Mutation und die Entscheidung zur Mastektomie zu sprechen […] hätten viele Frauen vermutlich keine ärztliche Hilfe gesucht und sie wären niemals über ihr persönliches Risiko und ihre Optionen zur Risikominderung aufgeklärt worden.“

Auswirkungen auch in Deutschland
Auch in Deutschland hatte das Bekenntnis der Hollywood-Schauspielerin offenbar die Angst bei vielen Frauen geschürt. So waren danach die Beratungstermine in vielen Kliniken für Monate ausgebucht. Doch die befürchtete Welle der Hysterie, wie sie von Experten unmittelbar nach Bekanntwerden des Falles vorhergesagt wurde, blieb aus. Ob nach einem Nachweis einzelner Risikogene die Patientinnen tatsächlich an Brustkrebs erkranken würden, bleibt offen. Daher ist auch die vielfach geäußerte Kritik an der prophylaktischen Brustamputation nachvollziehbar. Vor allem auch, wenn man berücksichtigt, dass die Behandlungsmöglichkeiten bei einer sehr frühzeitigen Diagnose des Brustkrebs durchaus gut stehen. Es wird hier von einer rund 90-prozentigen Heilungschance ausgegangen. (ad)

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