Brustkrebsvorsorge: Über 17.000 Karzinome durch Mammographie-Screening entdeckt

Fabian Peters

Brustkrebsmonat 2015: Vorsorge, Ernährungsempfehlungen und Gesundheitstipps
Mehr als 70.000 Frauen in Deutschland erkranken pro Jahr an Brustkrebs. Etwa 17.000 Frauen sterben jährlich daran. Anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober informieren Gesundheitsexperten regelmäßig über den bösartigen Tumor. Durch das Mammographie-Screening-Programm wurden mehr als 17.000 Karzinome innerhalb eines Jahres entdeckt. Es bleibt aber dennoch umstritten.

Über 70.000 Brustkrebs-Neuerkrankungen sind jährlich in Deutschland zu verzeichnen. Rund 17.000 Frauen sterben pro Jahr an den Folgen. (Bild: SENTELLO/fotolia.com)

Brustkrebsmonat Oktober
In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 70.000 Frauen neu an Brustkrebs. Rund 17.000 Frauen sterben dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge jährlich daran. Das Mammakarzinom ist damit der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Wie jedes Jahr informieren Gesundheitsexperten anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober über diesen Krebs. So gab die Kooperationsgemeinschaft Mammographie in einer Pressemitteilung bekannt, dass im Mammographie-Screening-Programm innerhalb eines Jahres rund 17.300 Karzinome entdeckt wurden. Rund 80 Prozent davon waren höchstens 20 Millimeter groß und ohne Lymphknotenbefall. Wie es heißt, lag der Anteil des prognostisch günstigen Brustkrebses vor der Einführung des Screenings, das 2002 vom Deutschen Bundestag beschlossen und seit 2009 bundesweit umgesetzt wird, deutlich niedriger.

Brustkrebs im frühen Stadium feststellbar
„Die aktuellen Ergebnisse belegen die hohe Qualität des deutschen Mammographie-Screening-Programms“, sagte Vanessa Kääb-Sanyal, kommissarische Geschäftsstellenleiterin der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. „Wir finden Brustkrebs in einem frühen Stadium. Zugleich können wir die Belastung der Frauen so gering wie möglich halten.“ Wie es in der Mitteilung weiter heißt, wurden von den rund 2,8 Millionen gescreenten Frauen im Berichtsjahr 2012 knapp fünf Prozent noch einmal zu einer ergänzenden Untersuchung mit Abtasten, Ultraschall oder Mammographie einbestellt. „Diese Verdachtsbefunde müssen abgeklärt werden, um Karzinome möglichst nicht zu übersehen. In den meisten Fällen bestätigt sich der Brustkrebsverdacht nicht“, so Kääb-Sanyal. Bei gut einem Prozent der untersuchten Frauen wurde eine Gewebeentnahme erforderlich. Im Durchschnitt wurde bei sechs von 1.000 untersuchten Frauen Brustkrebs entdeckt.

Umstrittenes Mammografie-Screening
An dem Programm zur Brustkrebsfrüherkennung auf Basis der „Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung des Mammographie-Screenings“ hat seit dem flächendeckenden Angebot 2009 in Deutschland etwa jede zweite Frau zwischen 50 und 69 Jahren teilgenommen. Laut der Kooperationsgemeinschaft Mammographie ist die Akzeptanz in Sachsen mit rund 65 Prozent am höchsten. Am wenigsten Frauen nehmen demnach in Bayern teil (rund 50 Prozent). Kritiker verweisen jedoch darauf, dass ein Mammografie-Screening keine Garantie bietet und manche Tumoren dabei gar nicht entdeckt werden. Zudem gibt es immer wieder wissenschaftliche Untersuchungen, die die Zweifel an dem Programm verstärken. So ist der Nutzen vom Mammografie-Screening laut Studienlage schwach. Zu diesem Ergebnis kamen vor kurzem zwei Studien mit Gesundheitsdaten aus den USA und Schweden. Dass die Untersuchungen zu einer „Übertherapie“ führen können, räumte auch Kääb-Sanyal ein: „Überdiagnosen oder Übertherapien sind leider nicht vermeidbar. Sie kommen bei jeder Krebsfrüherkennung vor.“

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Gesundheitstipps und Ernährungsempfehlungen
Gesundheitsexperten weisen anlässlich des Brustkrebsmonats verstärkt auf vorbeugende Maßnahmen hin. Da Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel oder Übergewicht beziehungsweise Adipositas für die hohen Zahlen von Brustkrebserkrankungen mitverantwortlich gemacht werden, sei vor allem häufige und ausdauernde Bewegung nützlich,um dem Erkrankungsrisiko präventiv entgegenzuwirken. Durch regelmäßigen Sport kann man seinen Stoffwechsel anregen, das Immunsystem stärken und seinem Körper damit helfen, Schäden am Erbgut selbst zu reparieren. Übergewicht sollte vermieden oder gegebenenfalls abgebaut werden. Die Deutsche Krebshilfe hat zudem auf ihrer Internetseite einige Ernährungstipps parat. So empfehlen die Experten, viel frisches Obst und Gemüse, am besten der Saison entsprechend, zu essen. Darin enthaltene Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe, bioaktive Substanzen und gesunde sekundäre Pflanzenstoffe schützen den Körper vor Krebs. Bei Fleisch und vor allem Wurst sollte man sparsam sein. Die Fettaufnahme aus tierischen Quellen sollte allgemein reduziert werden, etwa indem tierische durch pflanzliche Fette, am besten durch gute Pflanzenöle wie etwa Oliven- oder Rapsöl ersetzt werden. Und es wird geraten allenfalls wenig und nicht täglich Alkohol zu trinken. (ad)