BUND warnt: Weichmacher in vielen Produkten

Dr. Utz Anhalt
Viele Produkte, die wir im Alltag verwenden, enthalten Stoffe, die die Gesundheit schädigen.

Es handelt sich um künstlich hergestellte Chemikalien, die die Hormone beeinflussen. Wir nehmen sie mit der Nahrung auf, oder über die Haut.

Der Zellbiologie Prof. Dr. Bernd Fischer sagt:“Sie reichern sich im Körper an und verändern Gewebe“, sie führten zu Übergewicht und Störungen des Stoffwechsels.

BUND schlägt Alarm
Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland warnt vor Bisphenol A. Dieser Stoff befindet sich in Plastik, in Konservendosen, aber auch in Babyschnullern.

Weichmacher
Phthalat-Weichmacher dienen dazu, Kunststoffe flexibel zu machen. Sie sind in Kosmetik ebenso enthalten wie in Sonnencremes oder Shampoos.

Es ist zwar nicht bewiesen, aber Wissenschaftler vermuten es: Diese Weichmacher beeinträchtigen die Fortpflanzung.

Diethylhexylphthalat
DEHP ist ein wesentlicher Bestandteil von PVC und der gebräuchlichste Weichmacher.Seit 2000 schätzt die Europäische Union DEHP als schädlich für die Frucht und die Fruchtbarkeit ein. Deshalb nutzen Kunststoffindustrien in der EU den Stoff kaum noch für Kleinkind-Produkte.

Der BUND schreibt: “ Der Stoff, der Kunststoffe flexibel macht, wird in der Umwelt sowie im menschlichen Urin nachgewiesen. Dies ist unerwünscht, da der Stoff schädigende Wirkungen auf die Fortpflanzungsorgane hat und dadurch die Fortpflanzungsfähigkeit und die Entwicklung des Kindes im Mutterleib beeinträchtigen kann.“

Einige Stoffe verboten
Die Weichmacher DEHP, DBP und BBP sind in Spielzeug und Babyprodukten verboten – nicht aber für andere Produkte, die Kinder nutzen. So enthalten Schnorchel und Taucherbrillen diese Substanzen.

Spielzeug nehmen Kinder bisweilen in den Mund, Schnorchel müssen sie in den Mund nehmen. Dennoch sind die in Babyartikeln verbotenen Weichmacher hier erlaubt, gelten die Grenzwerte nicht.

DEHP in Lebensmitteln
DEHP findet sich auch in Lebensmitteln wie Olivenöl. Das Bundesamt für Risikoschutz beteuert aber, die Belastung sei so klein, dass die Gesundheit nicht gefährdet sei. Das Bundesamt schlägt dennoch vor, Produktmarken regelmäßig zu wechseln.

Welche Nahrung enthält Weichmacher?
DEHP gelangt über Verpackungen und die Umgebung in Lebensmittel. Deshalb können
Fleisch, Fett, Getreide, Obst, Gemüse und Milch bzw. Milchprodukte den Weichmacher enthalten.

Besonders hohe Werte zeigten sich in Stichproben bei fetthaltige Würzsoßen wie Mayonnaise und ölhaltigen Fertigprodukten wie Gemüse und Fisch aus Gläsern und ölhaltigen Konserven.

Kaum Gefahr für Erwachsene
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält eine Menge DEHP von maximal 50 Mikrogramm für unproblematisch – pro Tag und Kilogramm Körpergewicht. Erwachsene in Deutschland nehmen im Schnitt 13-21 Mikrogramm auf.

Kinder nehmen Weichmacher im Alltag auf
Kinder führen sich DEHP ungefähr zur Hälfte über die Nahrung auf. Neben Produkten, die Weichmacher enthalten, atmen sie den Stoff auch über Hausstaub ein. Insgesamt nehmen sie deshalb vermutlich mehr DEHP zu sich als Erwachsene – die Schätzungen liegen bei 14-44 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Damit liegt die Aufnahme immer noch unter den Grenzwerten.

Was tun?
Ein bewusstes Verhalten im Alltag reduziert die Aufnahme von DEHP: Frisch zubereitete Speise enthalten kaum DEHP als Fertigprodukte.

Wenn Sie den Boden häufig reinigen, bzw. die Teppiche saugen, kommen kleine Kinder weniger mit dem Weichmacher in Berührung.

Vorsicht auf Flohmärkten: Altes Spielzeug enthält oft noch den Weichmacher.

Generell sollten Kinder nur Dinge in den Mund nehmen, die dafür gedacht sind.

Schwimmbrillen ohne PVC
Ökotest 7/2009 schrieb über die Sun Dance Schwimmbrille von DM: „Der Hersteller verzichtet auf PVC und jede Menge andere unangenehme Begleiter wie gesundheitsschädliche Weichmacher oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).“ Auch diese Brille enthielt jedoch Dibutylzinn, das im Verdacht steht, hormonell zu wirken.(Dr. Utz Anhalt)

Advertising