Burnout: Immer mehr psychische Erkrankungen im Job

Fabian Peters

Burn-Out:Arbeitnehmer vermehrt mit psychischen Erkrankungen

26.01.2013

Psychische Erkrankungen sind immer häufiger Grund für Krankschreibungen. So seien innerhalb von acht Jahren die Krankheitstage aufgrund von Burn-Out-Syndrom um das 18-fache gestiegen, berichtet „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf aktuelle Zahlen des BKK-Bundesverbandes. Erst Ende letzten Jahres hatte die Techniker Krankenkasse (TK) eine Auswertung der Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kam, dass mittlerweile fast die Hälfte der Frühverrentungen durch psychische Erkrankungen bedingt werden.

Insgesamt haben sich „die Fehltage in Unternehmen wegen psychischer Erkrankungen in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt“, berichtet der BKK Bundesverband. Immer häufiger sind die Beschäftigten dem psychischen Druck auf der Arbeit nicht gewachsen. Mit dem Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ (psyGA) versucht der BKK Bundesverband diesem besorgniserregenden Trend entgegenzuwirken. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert und durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleitet Im letzten Fachforum des psyGa-Projektes wurden beispielsweise Führungskräfte unter dem Titel „Respektvoll führen – psychische Gesundheit fördern“ über die „Anforderungen einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt an die seelische Gesundheit der Mitarbeitenden“ informiert, so die Mitteilung der BKK.

Fachforum zur psychischen Gesundheit in Betrieben
Auf dem Fachforum wurden auch die betrieblichen Rahmenbedingungen als Ursache psychischer Erkrankungen wie dem Burn-Out-Syndrom thematisiert. Unter anderem erörterte Professor Dr. Wolfgang Senf von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Duisburg-Essen (UDE) wie „eine gute (oder nicht so gute) Mitarbeiterführung auf das Krankheitsgeschehen durchschlagen kann.“ Außerdem hat der BKK Bundesverband gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin der Rheinisch-Westfälischen Hochschule (RWTH) Aachen ein Konzept für ein eLearning-Tool entwickelt, um die Vorbeugung gegen psychische Erkrankungen in den Betrieben zu verbessern. Ob derartige Maßnahmen zu einer spürbaren Reduzierung der psychischen Erkrankungen beitragen können, bleibt vorerst jedoch offen. (fp)

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