Butter oder Margarine: Vorliebe hängt meistens von der Mutter ab

Sebastian
Studie zur „Schmiere der Psyche“
Butter oder Margarine? Was wir auf unser Brot streichen, sagt möglicherweise mehr über uns aus, als wird denken. Das geht zumindest aus einer aktuellen Studie des Kölner Marktforschungsinstituts „Rheingold“ hervor. Die Vorliebe für ein bestimmtes Streichfett würde demnach in der Kindheit geprägt. Menschen, die sich mit ihrer Mutter eng verbunden fühlen, seien daher oft Butter-Liebhaber, während sich Margarine-Fans häufig gerade aus allzu engen Mutterbindungen lösen wollen, so die Mitteilung des Instituts.

Marktforscher führen tiefenpsychologische Interviews mit 48 Probanden durch
Welches Streichfett wir für unser Brötchen nehmen, hängt offenbar nicht in erster Linie vom persönlichen Geschmack oder ärztlichen Empfehlungen ab. Stattdessen werde die Wahl vor allem durch unsere Mutter bzw. Großmutter beeinflusst, berichtet das Rheingold-Institut. Denn neben der eigenen Biografie spiele das Verhältnis zu der Mutter unbewusst eine zentrale Rolle bei der Entscheidung zwischen Butter oder Margarine.

Die Vorlieben werden geprägt. Bild:  exclusive-design - fotolia
Die Vorlieben werden geprägt. Bild: exclusive-design – fotolia

Zu diesem Ergebnis kamen die Marktforscher des Kölner Instituts durch eine tiefenpsychologisch-repräsentative Studie für das Unternehmen Arla Kaergarden. Im Rahmen von sechs Gruppensitzungen mit insgesamt 48 Probanden wurde untersucht, wie die „Schmiere der Psyche“ funktioniert. Die Forscher fanden heraus, dass sich die Verbraucher fast immer eindeutig auf eine Seite schlagen, wobei die Butterliebhaber mit insgesamt 51% insgesamt etwas stärker vertreten waren als die Margarinefans mit 34%.

Butter verkörpert ein nahezu ideales Familienbild
Es zeigte sich, dass bei den Butter-Liebhabern häufig enge Familienanbindungen vorhanden waren und das Verhältnis zur Mutter als sehr nah empfunden wurde. In anderen Fällen wurde eine enge, zentrale „Mutterfigur“ vermisst – weswegen dann oft die Großmutter als ‚idealisiertes‘ Familienvorbild fungierte. „Butter verkörpert die innig-liebevolle Versorgung und ein nahezu ideales Familienbild“, so der Bericht. Dementsprechend stelle dieses Fett für Butter-Fans „das hochwertigere und erstrebenswertere Produkt“ dar, welches zudem demonstriere „Seht her, ich habe es geschafft, mein Ziel ist erreicht, ich kann es mir leisten“, erläutern die Forscher.

Wer Margarine bevorzugt, „rebelliere“ hingegen gegen das „Butterideal“ und eine zu enge Mutter-Beziehung. „Margarine hilft, eigene Wege zu gehen, sich von aus ihrer Sicht veralteten und verkrusteten Idealen zu lösen“, schreiben die Rheingold-Forscher. Da Margarine im Vergleich zu Butter leichter und praktischer zu handhaben ist, helfe sie dabei, sich von zu engen Mutterbindungen zu „lösen“. Dementsprechend hätten 48% der Frauen, die heute lieber Margarine essen, eine „Butter-Mutter“, deren Bindungsverhalten als zu eng empfunden werde, so die Mitteilung. (nr)