Chagas: Gefahr durch tödliche Tropenkrankheit

Heilpraxisnet

„Chagas“: Ärzte warnen vor tödlicher Infektionskrankheit

13.11.2014

In den USA wächst die Angst vor einer tödlichen Infektionskrankheit, die durch Wanzen übertragen wird. Bereits mehr als 300.000 Bürger des Landes sind mit „Chagas“ infiziert. Durch Reisende könnte die Tropenkrankheit auch nach Europa gelangen.

Experten warnen vor Infektionskrankheit
In den Vereinigten Staaten wächst die Angst vor der tödlichen Tropenkrankheit „Chagas“. Bereits mehr als 300.000 US-Amerikaner sind mit dem Virus infiziert. Wie verschiedene Medien nun berichten, warnten US-Experten auf einem Kongress für Tropenmedizin vor der parasitären Infektionskrankheit. Unbehandelt kann die durch den Kot von Raubwanzen übertragene Krankheit tödlich verlaufen. Verbreitet ist die Krankheit hauptsächlich in Süd- und Mittelamerika. Den Angaben zufolge wurde sie in erster Linie durch Patienten, die im Urlaub oder auf Dienstreisen in Mexiko oder Südamerika waren, unbemerkt in die USA gebracht.

Blutsauger beißen vorzugsweise nachts
Die nachtaktiven Blutsauger beißen ihre Opfer vorzugsweise in Lippen oder Augenpartien und scheiden dabei Kot aus, in dem sich der Erreger befindet. Der Parasit dringt dann durch unbewusstes Verreiben in die Stichwunde ein und breitet sich im Körper aus. Von der US-Behörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) wird zudem darauf hingewiesen, dass sich „Chagas“ auch durch Bluttransfusionen und Organtransplantationen ausbreiten kann. Und auch Muttermilch ist infektiös. Dem Fraunhofer Institut zufolge sind weltweit fast zehn Millionen Menschen mit dem Virus infiziert, vor allem in Süd- und Mittelamerika. Durch Touristen und Einwanderer ist aber eine stärkere weltweite Verbreitung denkbar.

Vor allem Herz und Darm sind betroffen
Die Diagnose der Krankheit fällt im Anfangsstadium schwer, da die ersten Symptome auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen auftreten. So kommt es zu Beginn häufig zu Beschwerden wie Fieber, Müdigkeit, Durchfall, Atemnot, Bauchschmerzen und Lymphknotenschwellung. Zudem kann es zu schmerzhaften Schwellungen und Rötungen im Bereich des Bisses kommen. Im weiteren Verlauf kommt es dann zu einer chronischen Herzvergrößerung mit Herzrasen und Leistungsschwäche. Betroffen sind zudem das Gehirn und der Darm, hier vor allem durch Darmverschluss, Darmdurchbruch oder Bauchfellentzündung.

Krankheit kann unbehandelt tödlich enden
Expertenangaben zufolge kann die Krankheit unbehandelt in etwa zehn Prozent aller Fälle tödlich enden, besonders betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder. Eine Impfung ist nicht verfügbar. Es gibt zwar zwei Medikamente gegen die Krankheit, doch diese haben schwere Nebenwirkungen. Der beste Schutz für Einheimische sowie Reisende nach Amerika ist daher, Wanzenbisse zu vermeiden. Dies kann etwa durch geeignete Kleidung oder Moskitonetze erfolgen. In mehreren der betroffenen Länder ist man dazu übergegangen, zu versuchen, die Blutsauger auszurotten. (ad)

Bild: FotoHiero / pixelio.de