Chefarzt des Bayreuther Klinikums freigestellt

Heilpraxisnet

Klinikum Bayreuth: Chefarzt nach Vorwürfen abberufen

15.09.2014

Mit sofortiger Wirkung ist der Leiter der Intensivstation des Klinikums Bayreuth, Professor Martin Höher, von seinen Aufgaben entbunden worden. Wie die Klinik mitteilte, hätten sich „Umstände“ ergeben, welche zu der umgehenden Freistellung des Mediziners geführt haben.

Chefarzt mit sofortiger Wirkung von Aufgaben entbunden
Wie das Klinikum Bayreuth mitteilte, ist der Leiter der internistischen Intensivstation, Professor Martin Höher, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden worden. Den Angaben der krisengeschüttelten Klinik zufolge wurde die Entscheidung gemeinsam mit dem Ärztlichen Direktor und der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (Freie Wählervereinigung Bayreuther Gemeinschaft), getroffen.

„Umstände“ die zur Freistellung geführt haben
„Im Zuge der Kommissionsarbeit hat es sich nun als die beste Lösung herausgestellt, den leitenden Chefarzt Prof. Dr. Martin Höher vorerst von seiner Aufgabe als Leiter der Intensivstation zu entbinden“, teilte der neue Geschäftsführer der Klinikum Bayreuth GmbH, Dr. Joachim Haun mit. In einer Pressemitteilung der Klinik heißt es, dass sich durch die laufende Kommissionsarbeit „Umstände“ ergeben hätten, die zur Freistellung Höhers geführt hätten.

Ermittlungen nach anonymer Anzeige
Vor rund vier Wochen hatte die Staatsanwaltschaft nach einer anonymen Anzeige Ermittlungen gegen das größte Krankenhaus in Oberfranken aufgenommen. Dabei gehe es um Fehlbehandlungen in der Geburtshilfe sowie weitere Missstände, wie etwa dass Patienten angeblich zu lange beatmet worden seien. Bereits vor einem Monat stellte die Klinikum Bayreuth GmbH den Geschäftsführer Roland Ranftl frei und begründete die Maßnahme mit einem Vertrauensverlust.

Expertenkommission überprüft Vorwürfe
Derzeit sei eine Expertenkommission mit der Überprüfung der Vorwürfe befasst. Nächste Woche sollen Ergebnisse vorliegen. Die Klinik legt Wert auf die Feststellung, dass die Freistellung keine Vorverurteilung des Mediziners bedeute, sondern der Grund dafür der Schutz des Mitarbeiters sei. Anfang August hatten 22 von 25 Chefärzten eine Stellungnahme des Krankenhauses unterschrieben, die sich gegen die Vorwürfe wendet. Darin heißt es, dass am Klinikum Bayreuth „gute Medizin gemacht“ werde und sich die Chefärzte nicht zu „gesundheitsgefährdenden oder nicht notwendigen Maßnahmen nötigen“ lassen, „von wem auch immer“. (ad)

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